Rohstoffproduzenten bleiben gefragt

4. Februar 2011, 15:31
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Ein Kommentar aus dem Equity Weekly der Erste Group von Stephan Lingnau

Der Stoxx 600 konnte im Laufe der Woche leicht um 0,75% auf jetzt 285 Punkte zulegen. Besonders gefragt waren Rohstoffproduzenten (+3%), sowie Öl & Gasfirmen, Technologiewerte und  Versicherungen (+2%). Schwach entwickelten sich Automobilproduzenten mit -3%. Industriewerte und Baufirmen gaben um 2% ab. 14 der 19 Sektoren konnten aber zulegen - die für weitere Kursgewinne nötige Marktbreite ist damit gegeben.

Die Hausse an den Rohstoffmärkten ging auch diese Woche weiter! Kupfer kostete intraday in London erstmals über USD 10.000/t und stieg über 5% auf Wochensicht. Aluminium legte 4% auf USD 2.500/t zu. Auch Nickel, Zink, und Blei notieren 5% höher. Die Tonne Zink kostet 10% mehr als letzte Woche.

Die EZB beschloss das Zinsniveau wie erwartet unverändert zu lassen. Der zentrale 2-Wochen-Refi-Mindestbietungssatz, zu dem sich die Geschäftsbanken refinanzieren, bleibt damit bei 1,00%. Das
Absatzvolumen im europäischen Einzelhandel ist im Dezember mit beschleunigtem Tempo gefallen. Im Vormonatsvergleich schrumpfte der Absatz in der EU27 um 0,4% nach nur 0,1% im November.  Gleichzeitig hat sich die Arbeitsmarktsituation im Dezember stabilisiert. Die Arbeitslosenquote betrug unverändert 9,6%.

Der Preisdruck in den OECD-Mitgliedsländern hat sich im Dezember verstärkt. So erhöhte sich die Inflationsrate auf 2,1%, gegenüber 1,8% im November. Bereinigt um die schwankungsanfälligen Preise für Lebensmittel und Energie belief sich die Jahresteuerungsrate erneut nur auf 1,2%, nach schon 1,2% im Vormonat. Der Anstieg der französischen Erzeugerpreise war im Dezember 2010 stärker als erwartet. Dies gab die Statistikbehörde Insee am Dienstag bekannt. Binnen Monatsfrist erhöhten sich die Erzeugerpreise um 0,9%. Gegenüber dem Vorjahresmonat zogen die Erzeugerpreise um 4,9% an. Die spanischen Importpreise zogen um 10,4% an, während sie im November um 9,2% geklettert waren.

Banco Santander meldete heute, dass ihr Gewinn im vierten Quartal leicht gesunken ist, was auf gestiegene Rückstellungen für Kreditausfälle und einen Gewinnrückgang im Heimatmarkt zurückzuführen ist. Auch bei Deutschen Bank ist der Gewinn im Gesamtjahr 2010 sowie im vierten Quartal deutlich zurückgegangen. So sank der Gewinn nach Steuern auf EUR 2,3 Mrd., gegenüber EUR 5,0 Mrd. im Vorjahr. Indes wurde das Ergebnisziel von EUR 10 Mrd. für 2011 bekräftigt. Münchener Rück Konzern musste 2010 angesichts erheblicher Großschäden einen leichten Gewinnrückgang verbuchen. Der Konzern kündigte eine Dividendenerhöhung um 50 Cent auf EUR 6,25 pro Aktie sowie ein weiteres Aktienrückkaufprogramm an.

BT Group konnte im dritten Quartal nahezu eine Gewinnverdopplung verbuchen, was mit deutlich mehr Breitband-Kunden zusammenhängt. Der Umsatz sank allerdings um 3%. Vodafone gab bekannt, dass man den Umsatz im dritten Quartal um 3% steigern konnte. Für das Geschäftsjahr 2011 rechnet der Konzern weiterhin mit einem bereinigten operativen Gewinn von GBP 11,8 bis 12,2 Mrd., wobei nun ein Gewinn am oberen Ende der Planspanne erwartet wird. Ryanair konnte den Verlust im dritten Quartal geringfügig reduzieren.

Royal Dutch Shell hat im vierten Quartal zwar einen deutlichen Gewinnzuwachs erzielt, was mit höheren Ölpreisen zusammenhängt, die Erwartungen wurden jedoch verfehlt. Unilever konnte seinen Gewinn im vierten Quartal um 15% steigern. Ferner belief sich der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen auf EUR 1,04 Mrd., während Analysten im Vorfeld lediglich von einem Gewinn von EUR 883 Mio. ausgegangen waren. BASF kündigte erneut Preiserhöhungen an. Bayer verstärkt derweil ihr Engagement in Indien und hat hierzu mit der indischen Gesellschaft Zydus Cadila eine Vereinbarung zur Gründung des Joint Venture-Unternehmens Bayer Zydus Pharma unterzeichnet.

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