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Einen Tag hat es gedauert, bis die Inhalte von Rupert Murdochs neuer iPad-Zeitung "The Daily" im Internet frei abrufbar sind. Andy Baio, ein Programmierer und Journalist aus Los Angeles nützte die Tatsache, dass die Artikel im Internet frei abrufbar sind, etwa zum Teilen in Sozialen Netzwerken. Er musste lediglich die Links auf einer Web-Seite sammeln. Eine Arbeit für 20 Minuten, erklärte Baio Nick Bilton von der "New York Times".
"Daily"-Herausgeber Greg Clayman ist trotzdem zuversichtlich, dass die Nutzer die nach einer Testphase kostenpflichtige Tablet-Version nutzen werden. Murdochs Ziel ist nicht nur, einen "neuen Journalismus" zu etablieren, sondern auch im Internet Geld mit Nachrichten zu verdienen.
Die Reaktionen der deutschen Medienbranche auf die "Daily"-App sind eher negativ. Dabei zeigt die App durchaus gut auf, wie man Nachrichten elektronisch aufbereiten kann. Hier blättert man nicht, man tippt, wischt und zieht sich durch Geschichten, Fotostrecken, Videos, stößt auf Gespräche mit Korrespondenten als Audiofeature, Sudokus und teilt mittels Facebook und Twitter. Das Problem des "Daily" ist aber tatsächlich der Inhalt.
Der Ägypten-Aufmacher der ersten Ausgabe war dünn, seltsam mutet in der zweiten Ausgabe ein vor dem Attentat von Tucson aufgezeichnetes Video-Interview mit der US-Kongressabgeordneten Gabrielle Giffords an, in dem sie über den iPad spricht.
"Bei The Daily und anderen Angeboten kann man sehr gut sehen: Originelle Gestaltung allein macht noch keinen exzellenten Journalismus." ("Spiegel"-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron gegenüber Meedia)
"Das ganze Projekt hat nur eine Schwachstelle: in dieser Zeitung steht praktisch nichts drin! Die Stories sind alt und oberflächlich, es fehlen journalistische Schwerpunkte, alles plätschert so dahin. Am Ende bleibt der User ratlos und frustriert zurück." (Meedia-Herausgeber Dirk Manthey)
"Im Grunde handelt es sich bei The Daily nicht um eine klassische Abo-Zeitung, sondern um eine blinkende Multimediawundertüte, die der reinen Unterhaltung schon aus technischen Gründen sehr viel mehr Raum geben wird als der vertiefenden Information." (Wolfgang Michal, Mit-Herausgeber Carta, ebendort)
Vielleicht sind die Macher an der Vorgabe des Chefs gescheitert. "Das iPad erfordert, dass wir unser Handwerk komplett neu erfinden", sagte Murdoch Mittwoch bei der Präsentation im Guggenheim Museum in New York. Oder es war vor dem Start bei all dem Aufwand für Gestaltung einfach keine Zeit mehr für Journalismus? Man wird sehen.
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Das trifft auf alle österr. Zeitungen zu, insb. auf die sog. Qual.-Zeitungen.
tja, eine "normale" zeitung kann sich nicht den luxus leisten alles das zu schreiben, dass sie lesen wollen so wie es diverse "aufdeckerseiten" im internet können, die nämlich frei jedweder journalistischer richtlinien wüten können...
vielleicht sollten sie einfach mal zumindest einen 1-wöchigen grundkurs in journalismus machen?
man hat die abteilung geschaffen um ein paar studierende söhne und töchter von managern gehaltstechnisch unterzubringen.
bei angeblich 120 beschäftigten müsste man sonst annehmen, dass da alle putzleute, chauffeure, telefonisten, usw. hineingenommen wurden.
Ich muss gestehen, dass mir die Aufmachung der "Zeitung" wie sie im Video zu sehen ist ausgesprochen gut gefällt.
Für die Inhalte würde ich keinen Cent verschleudern, aber den Entwicklern hinter dem App gebührt ein dickes Lob.
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