Liberalisierung

Post baut Feibra zur Billigschiene aus

4. Februar 2011, 12:34
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    foto: apa

    Feibar war bisher auf die Zustellung von Broschüren und Katalogen spezialisiert

Posttochter bringt in Zukunft nicht nur Werbebroschüren, sondern auch Briefe - Postler sollen acht statt sechs Stunden zustellen

Wien - Der Postmarkt ist seit Jahresbeginn vollständig liberalisiert. Um dem Rechnung zu tragen, öffnet die Post AG die Briefzustellung für ihre Tochter Feibra, die bisher auf die Zustellung von Broschüren und Katalogen spezialisiert war. Im Gegensatz zur Mutter, wo die Mitarbeiter beamtet oder angestellt sind, beschäftigt Feibra größtenteils freie Dienstnehmer.

Post-AG-Vorstand Walter Hitziger glaubt, dass Feibra bis zum Sommer technisch so weit ist, die Briefe unter 50 Gramm, die bisher durchs Postmonopol geschützt waren, zustellen zu können. Allerdings müsse erst eine Lizenz bei der Regulierungsbehörde beantragt werden, so Hitzinger im "Wirtschaftsblatt". Postgewerkschaftschef Helmut Köstinger hat gegen die bereits in der Vergangenheit von Postchef Georg Pölzl anvisierte Aufgabenerweiterung der Feibra keine Einwände, solange die bisherige Postzustellung durch "echte" Postler davon nicht betroffen ist - darauf will er künftig genau achten.

Mehr Stunden unterwegs

Künftig sollen die Postzusteller acht statt wie bisher sechs Stunden unterwegs sein, auch bei minus 20 Grad, hieß es aus gut informierten Kreisen. Die Sortierung der Postsendungen solle dann durch neue Arbeitskräfte erfolgen. Die Gewerkschaft will für die Zusteller aber eine "Entschädigung" für die "größeren Touren" und die schlechteren Arbeitsbedingungen, ist jedoch bei der Post-Geschäftsführung bsiher auf taube Ohren gestoßen. Die Postgewerkschaft habe deswegen Vorbereitungen für mögliche gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen getroffen, so ein Branchenkenner.

Die teilstaatliche börsenotierte Post AG hat am Freitag auch mitgeteilt, dass sie 40 Millionen Euro in die Hand nehmen wird, um - wie vom Postmarktgesetz vorgeschrieben - die Hausbrieffachanlagen bis Ende 2012 umzurüsten. Dann soll auch den Mitbewerbern der Post der Einwurf in die Postfächer möglich sein. Dass dies erst zum Jahreswechsel 2012/13 garantiert ist, hatte in der Vergangenheit zu Kritik am Postmarktgesetz geführt. Denn schließlich ist der Markt für Briefe unter 50 Gramm seit Jahresbeginn liberalisiert - was aber den potenziellen Konkurrenten nichts bringt, wenn sie nicht zustellen können.

Für die Umrüstung zuständig ist die neu gegründete PS Postservicegesellschaft m.b.H., eine 100-Prozent-Tochter der Post AG unter der Geschäftsführung von Andreas Grüneis. Es wird ein Basissortiment an Standardanlagen geben, darüber hinaus sollen Möglichkeiten zum Upgrade auf höherwertige Anlagen bestehen. Außerdem denkt die Post darüber nach, Service-Packages zur Montage und Instandhaltung der Hausbrieffachanlagen anzubieten. Für die Auswahl der neuen Hausbrieffachanlagen ist derzeit eine Ausschreibung im Gange, die Entscheidung soll bis Mitte März fallen. (APA/red)

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Hornhifi
00
11.2.2011, 21:29
2 schöne Beispiele für die Kundenvertreibung:

1.) Ein Paket unter 4kg nach Deutschland: € 36,12
2.) Im Postamt 8017 ab 17.2. keine Bankomatzahlung mehr möglich

Bravo!

Inno Vision
 
12
scheißts auf die Post - liebe Postler

gehts zur Polizei, da ist es schon warm im Kammerl und die Bezahlung ist gleich miserabel, aber umbringen lassen braucht sich heute keiner mehr.
Sklaventreiber, so darf man die Schweine im Managemanet bezeichnen und die Gewerkschaftsoberfunktionäre haben alle eine Einstufung, wie Akademiker.
Bei der Post ist Hopfen und Malz verloren, wer nicht Brieftragen muß kommt noch halbwegs gut davon, aber die Leute regelrecht per Pedes bis zum Knorpelschaden laufen lassen, das ist reine Menschenquälerei.
Nachdem immer mehr Narrische in unseren Bürotürmen immer unmenschlicheres Aussinnen , wobei diese Spezies durch organisierte Korruption oder weiter unten Dummheit zum Quadrat glänzt - haben wir einen Zustand erreicht, wie er nur bei den Zwangsarbeit

meinrad
00
"beschäftigt Feibra größtenteils freie Dienstnehmer."

super sache, na DAS unterstütz ich doch sofort...

Der Ätzer
40
Warum richten die nicht einen Inetanschluß per Haus ein und stellen Briefe per Emaildienst zu?

Jeder kann seine Briefe im Web virtuell öffnen und sich ausdrucken lassen - inclusive Zustellnachweis per Webcambild.

Bei halben Tarifen wird die Post reich - keine Zusteller notwendig.

Ist wie bei den Lehrern, die einen Schmarrn leisten - weninger als 6 Stunden in der Klasse sind - der Webavatar bringt jedes Wissen ins Haus, korrigiert Fehler und leitet mit Beispielen an.

Arbeitslose, wie seinerzeit die Leinenweber als der automatische Webstuhl kam, sind in der Gemeinschaft mit Grundsicherung heute gut bedient.

Ernst Guevara
03
dank heilsbringender liberalisierung

freuen wir uns schon darauf, bald unsere zeit damit zu verschwenden, um auf dem markt den billigsten anbieter zu finden, der am wenigsten geld dafür verlangt, die post zuzustellen! und wer sich den monatlichen betrag plus etwaige preissteigerungen für die postzustellung nicht leisten kann, muss halt in zukunft für den rsa- und rsb-brief aufs amt rennen, das vergrössert zwar zusätzlich noch den bürokratischen aufwand für den staat, aber solange nur die staatsschulden wachsen und die privaten postzusteller gewinn machen, ist es ja egal. und wer dann aus krankheitsgründen oder wegen eines auslandsaufenthaltes eine behördliche frist verpasst, ist selbst schuld. jeder ist seines glückes schmied und ausserdem ist geiz total geil.

Karli Valentino
00
sie gehen nicht mit der zeit ...

rsa- und rsb-briefe können sie sich heute schon elektronisch zustellen lassen, da müssen sie nirgends hinrennen ....

vorname nachname1
00
Es geht weiter...

beim race to the bottom (ausser bei den banken, die erhalten soviel geld wie sie nur verprassen können) wird bald die nächste stufe erreicht sein: die arbeitslosen können ja die briefe austragen! haben eh nix zu tun und spazierengehen ist gesund.

sogar in der heimat des kapitalismus, den USA, ist die briefzustellung NOCH IMMER eine rein staatliche angelegenheit. warum man glaubt hier bei uns christlicher als der papst sein zu muessen ist mir ein rätsel.

PerNoctem
01

Mir wäre nicht wichtig WER mir meine Post bringt, sondern DASS sie überhaupt zugestellt wird. Daran scheiterts ja oftmals schon *grml*

Chocoholic
00
warum nicht Paketabholung beim billa,

wer ist schon am Vormittag zu Hause?

john wayne cleaver
08
willkommen im wirtschaftsliberalismus

in der die einzige devise heißt: mehr arbeiten für weniger geld!

Love in Action
02
"Liberalisierung"

Postler sollen acht statt sechs Stunden zustellen

-------------

anstatt besser wird es immer dubioser

Karli Valentino
00

inwiefern dubioser?

gütenand der fertige
00
Ich hab ein Pickerl

auf dem Briefkasten, daß ich diesen Feibra-Schrott nicht will. Krieg ich jetzt in Zukunft auch keine Briefe mehr zugestellt? :-)

g
01

...und wie war die resonanz bis jetzt? habe den gleichen pickerl, ohne das sich was viel geaendert hat.

honiggoscherl
00

steht da drauf "bitte keine werbung"
oder "feibra: ich darf nicht hinein" ?!?

Kapitalismus Luege
03
es geht unglaublich viel

bis die ersten mit Mistgabel und Fackel vor dem Parlament stehen.

Wolf X
011
Gefährliche Drohung!

Das Feibra-System ist hinlänglich bekannt: Billigarbeitskräfte aus Osteuropa, die als selbstständige Gewerbetreibende (vulgo Scheinselbstständige) einen Vertrag zum Hungerlohn und ohne soziale Absicherung mit Feibra und indirekt mit der Post AG abschließen. Dafür werden sie mit Z-Schlüssel, Universalschlüssel für die "alten" Postkästchen und Chip ausgestattet und können ungehindert in allen Häusern ein- und ausgehen. Keine allzuguten Voraussetzungen, um Missbrauch zu verhindern.

McJ
00

Z-Schlüssel können's bei jedem Schlüsseldienst um knapp 15,- kaufen.

heavenmaster
05

postlern ist ein harter job, zumindest heute früher wars nicht so. ich durfte 2x im sommer aushelfen und kann nur meinen respekt für die heutigen postler aussprechen denn sie müssen immer mehr arbeiten bei weniger geld und bei schlechtem wetter wie im winter oder im heißen sommer müssens auch raus.
gibt wahrlich leichtere jobs

das jüngste Gerücht
20

früher waren die Postler noch mit Posträdern "bewaffnet", heutzutage fahren die mit Allrad....

silverfinger
01

möcht mich jetzt schon für später beschweren .... wo ist die nummer wo ich anrufen kann ... oder besser wo kann ich einen gelben zettel einwerfen?

presumption of innocence
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Outsourcing auf Ösisch

dann wird die leidige "Sommerzustellung durch Studenten" zum Jahresprogramm.

honiggoscherl
01
frage: keine reklame

vor einigen jahren gab's einen grünen aufkleber für postkästen, damit man von der ganzen werbung (sprich: nicht direkt adressierte sendungen) verschont bleibt. dieser mußte beim postamt beantragt werden.

nun darf jeder in den postkasten, gibt's den aufkleber noch, und ist der bindend für _alle_ ?!?

Strg-Alt-Entf
02

Das war eine reine Post-interne Sache, die es es seit der Marktliberalisierung und dem (teilweisen) Verschwinden der Post-eigenen Kästen nicht mehr gibt.

Zum Einen gibt eine Selbstverpflichtung einiger Unternehmen wie u.a. der Feibra, die gängigen Pickerl, z.B. die aus dem Schreibwarenladen, zu beachten.

Zum Anderen stellt rein rechtlich gesehen - ich bin kein Anwalt - ein solches Pickerl eine Willensbekundung dar, die theoretisch auch von den diesbezüglich äußerst begriffsresistenten Pizza-Lieferanten beachtet werden muss. Das einzige Mittel bei Zuwiderhandlung ist jedoch eine Besitzstörungsklage, die sich vermutlich kaum jemand deswegen antut. Ansonsten ist man dagegen meines Wissens ziemlich machtlos.

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