Mehr Verbrauch mit Allrad

4. Februar 2011, 16:52
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Eine zweite angetriebene Achse führt zu mehr Verbrauch. Dazu werden Allradfahrzeuge oft mit stärkeren Motorvarianten kombiniert

Während einerseits immer wieder erstaunliche Fortschritte beim Verbrauch und damit beim CO2-Ausstoß der Personenwagen erreicht werden, geht man auf der anderen Seite scheinbar wieder recht locker mit gewissen technischen Gustostückeln um, die den Verbrauch erhöhen.

Zum Beispiel Allradantrieb: Die zweite angetrieben Achse führt unweigerlich zu einer Erhöhung des Verbrauchs. Beim Testzykluswert handelt es sich in der Regel um mehr als einen halben Liter auf 100 km, im wahren Leben ist es oft ein ganzer Liter, den die Allradvariante eines Fahrzeugs mehr verbraucht.

Zum Vergleich: Etwa 300 kg mehr Eigengewicht des Fahrzeugs würde einen ebensolchen Mehrverbrauch zur Folge haben. Noch eine Vergleichszahl: In einer ähnlichen Größenordnung liegt auch der Unterschied zwischen den besten und schlechtesten Reifen beim Rollwiderstand.

Dabei spielen Unterschiede im Allradantriebssystem keine Rolle. Egal, ob zentrale Kraftverteilung bei längs eingebautem Motor oder eine sogenannte Hang-on-Lösung bei Fronttrieblern mit Quermotor oder eine zuschaltbare Variante: Die zusätzlichen drehenden Massen des Allradantriebs fordern auf jeden Fall ihren Preis, gleichgültig in welcher Konstellation sie ans Werk gehen. Deshalb gibt es mittlerweile auch Geländewagen und SUVs, die gar keinen Allradantrieb haben, weil einem Teil der Kundschaft erhöhte Sitzposition und größere Bodenfreiheit allein ausreichen.

Darüber hinaus wirkt sich auf das Verbrauchsverhalten eines Allradfahrzeugs auch noch die Tatsache aus, dass die Allradversion häufig nur mit den stärkeren Motorvarianten kombiniert wird und sich somit allein daraus schon ein Mehrverbrauch ergibt. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/04.02.2011)

 

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    Der Mehrverbrauch von Allradfahrzeugen ist erheblich.

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