Gestohlene CO2-Zertifikate in Estland aufgetaucht

4. Februar 2011, 10:44
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Auch Österreich von dem Diebstahl betroffen

Tallinn - Estland hat Berichte bestätigt, wonach ein Teil der im Jänner gestohlenen CO2-Zertifikate aus mehreren EU-Staaten auf estnischen Konten sichergestellt wurde. Die CO2-Konten gehören laut der baltischen Nachrichtenagentur BNS tschechischen und ungarischen Staatsbürgern. Über die Menge der in Estland aufgetauchten Zertifikate und deren genaue Herkunft gibt es bisher keine Informationen. Von dem Zertifikate-Diebstahl ist auch Österreich betroffen.

Ein hoher Beamter im Umweltministerium in Tallinn sagte am (gestrigen) Donnerstag, es sei derzeit nicht klar, ob die gestohlenen Zertifikate von "organisierten Kriminellen" oder von gutgläubigen Käufern in Estland deponiert worden seien. In Tallinn hoffe man, bereits kommende Woche von der EU-Kommission Grünes Licht für die Wiedereröffnung des Zertifikate-Registers zu erhalten.

Am Mittwoch hatte die tschechische Umweltbehörde angegeben, rund 1,36 Mio. Zertifikate seien illegal nach Estland, Großbritannien und Deutschland transferiert worden. Die EU-Kommission schätzt bisher, dass insgesamt bis zu 2 Mio. Zertifikate aus Tschechien, Österreich und Griechenland gestohlen wurden. Europol vermutet organisierte Kriminalität.

Die heimische Registrierungsbehörde ECRA hatte die Menge der aus Österreich abgezweigten Emissionszertifikate vor zwei Wochen mit rund 488.000 Tonnen beziffert. (APA)

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