Ex-RAF-Mitglied Boock: Verena Becker war nicht am Buback-Attentat beteiligt

4. Februar 2011, 10:19

Prozess in Stammheim: Zeuge kann sich nach 30 Jahren nicht an alle Details erinnern

Stuttgart - Im Prozess um die Ermordung des Generalbundesanwalts Siegfried Buback im Jahr 1977 hat der ehemalige RAF-Linksextremist Peter-Jürgen Boock eine Beteiligung der Angeklagten Verena Becker ausgeschlossen. "Sie war keine Beteiligte des Kommandos", sagte Boock am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht Stuttgart-Stammheim.

Er wisse nicht, ob sie bei Ausspähungen oder anderen Aktionen mitgemacht habe, sagte Boock. Er könne auch nicht sagen, wer mitgewirkt habe. Er vermute aber, dass Günter Sonnenberg das Motorrad gesteuert habe, weil der sich als Karlsruher am besten auskenne. Becker wirft die Bundesanwaltschaft vor, als Mittäterin an dem Buback-Attentat beteiligt gewesen zu sein. Buback und zwei seiner Begleiter wurden am 7. April 1977 auf dem Weg zur Arbeit in Karlsruhe erschossen. Die beiden Attentäter näherten sich dem Dienstwagen des obersten Terrorfahnders auf einem Motorrad, die Person auf dem Soziussitz feuerte auf die Insassen des Fahrzeuges.

"Der General muss weg"

Boock, der 1980 die RAF verlassen hatte, sagte, er könne sich nach 30 Jahren nicht an alle Details erinnern. "Ich kann das nicht im Einzelnen sagen, wer was wann gemacht hat." Kurz vor dem Attentat sei ihnen in Brüssel signalisiert worden, dass der Anschlag auf Buback bevorstehe. Den habe der harte RAF-Kern um Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Jan-Carl Raspe und Irmgard Möller, die im Hochsicherheitstrakt in Stuttgart-Stammheim einsaßen, in einem Kassiber mit dem Aufruf "Der General muss weg" in Auftrag gegeben. "Es war klar, dass es ein Mordanschlag sein sollte, nicht eine Entführung", sagte Boock.

Im Vorfeld seien verschiedene Optionen überlegt worden - von einer Haftmine bis zu einer Blockade mit einem Lastwagen. Danach sollten in der sogenannten Offensive 77 unter anderem weitere Anschläge auf Bankiers in Frankfurt und Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer folgen, um die inhaftierten RAF-Mitglieder freizupressen. Dies endete im Herbst 1977 mit der Entführung und Ermordung Schleyers. Parallel dazu wurde die Lufthansa-Maschine "Landshut" nach Mogadischu in Somalia entführt, wo sie von der GSG9 befreit wurde. In derselben Nacht nahmen sich Baader, Ensslin und Raspe das Leben. Möller überlebte knapp.

Becker hatte bis zu ihrer Begnadigung 1989 eine lebenslange Haftstrafe wegen mehrfachen Mordversuches verbüßt. Im Zusammenhang mit dem Anschlag auf Buback war sie aber bis 2009 nicht belangt worden. Zuletzt waren jedoch neue Indizien aufgetaucht. Die Wiederaufnahme des Prozesses hatte der Sohn des Generalbundesanwalts, Michael Buback, angestrengt. (Reuters)

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23 Postings
Träume sind Schäume..
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Sind RAF'ler und ihr Symphatisantendunstkreis nicht Leute

die darauf bestehen sämtliche Verbrechen unter dem Nazi Regime aufzuklären?
Lobenswerte Einstellung.

Nach derselben Richtlinie alle Mitglieder dieser RAF Verbrecherbande einbuchten bis sie singen wer die Morde begangen hat ;)

Nick Tameer
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Hilfe, mein Lieblingsposter dekompensiert! IST HIER EIN ARZT?

meanAngus
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Keine Ahnung was dein Liebling verbrochen hat. Wer sich eingehend mit der RAF beschäftigt hat ist dabei regelmäßig auf Charaktere gestoßen, die genau wie die Nazis die abstrusen Ansichten einer Minderheit einer Mehrheit gewaltsam aufdrängen wollte. Purer Linksfaschismus.

JimMorrison
00

na ja ganz besiegen lassen sie sich nicht, ein schweigen ist ihre verbindung zur vergangenheit.

Gargamel
00

Immer diese Erinnerungslücken ...

Perynt
00
Hmm, beim Staat scheint da ja einiges im Argen zu liegen...

So viel Aufhebens....

muhme
01
ups - PISA, jaja

habs grad gsehn - ist doch nicht irreführend, sondern ganz korrekt. ich war obergscheid daher....

muhme
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Becker wirft die Bundesanwaltschaft vor, als Mittäterin an dem Buback-Attentat beteiligt gewesen zu sein

wir wissen schon , wer wem was vorwirft - trotzdem ist diese Formulierung irreführend!

cyber ferkel
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...aber nicht falsch.

nichtkaefer
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zumindest grammatikalisch falsch:

"Becker wird von der Bundesanwaltschaft vorgeworfen ..."

Aber wir sind ja beim Std nicht so.

der_kleine_pariser
 
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ist korrekt!

die Bundesanwaltschaft wirft Becker vor...

darf umgereiht werden zu

Becker wirft die Bundesanwaltschaft vor...

ist ja nicht englisch, sondern deutsch ;-)

nichtkaefer
00
"Becker wirft"

Ja was wirft sie denn, die Becker?

der_kleine_pariser
 
01

(der) Becker wirft DIE bundesanwaltschaft vor...

nachdem bei Bundesanwaltschaft ein Artikel steht, der einedutig macht, dass sie handelndes Subjekt ist, darf man den Satzbau umdrehen, weil der Satz eindeutig ist.

U-Bahn Steuer
178

und wer hat am end geschossen?

diese feigen, eierlosen RAF schweinchen sollen endlich mit der wahrheit rausrücken!

El Bulli
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jetzt sinds schon 9 raf-sympathisanten. toll!

egal9
03

Wer für "diese feigen, eierlosen RAF schweinchen" rot gibt, ist also ein RAF-Sympathisant. Mal ganz abgesehen von der Wortwahl (sind wir hier im Kindergarten), ist es sachlich ganz einfach falsch. Feige und "eierlos" war die RAF ganz sicher nicht. Da muss man kein Sympathisant sein, um anzuerkennen, dass der Schritt in den Untergrund und in den bewaffneten Kampf gegen ein ganzes System wirklich nicht feige und "eierlos" ist, oder?

Nick Tameer
00
Von der dunklen Seite der Macht ...

Verdikte wie "grausam" oder "heimtückisch" vermögen dem Ausdruck moralischer Abscheu kein hinreichendes Gewicht zu verliehen. Das auf diese Weise bezeichnete Böse gewinnt stattdessen an Faszination, denn der Bürger verspürt auf einmal in all seiner Rechtschaffenheit nur zu gut die dunkle Verlockung, die sich an die Vorstellung knüpft, die Fesseln von Moral und Recht einmal abzustreifen (und die ihn übrigens auch häufig zu Bestrafungsphantasien veranlasst, in denen er beides unversehens wieder dementiert).

Diese Faszination des Bösen muss daher ihrerseits gesondert durch Verächtlichmachung gebannt werden. Aus dramaturgischen Gründen ist ein rechter Bösewicht daher stets auch feige, sonst wäre er einfach ein Gegen-Held.

U-Bahn Steuer
13

mutig sind menschen die für ihre taten verantwortung übernehmen!

das wird diese selbstgerechten stadtguerillas niemals tun.

in den untergrund zu gehen und ein ganzes system bewaffnet zu bekämpfen ist unter umständen ehrenwert. aber ganz sicher nicht in der brd der 70er und 80er jahre!

im endeffekt hat es sich bei der ersten und zweiten generation um nichts mehr als eine stumpfsinnige baader-sekte gehandelt, für mich nicht viel anders als die jones-anhänger oder die manson familie

jegliche sozialpolitische legitimiation ist mit den ersten schüssen zu staub zerfallen!

und mit meiner kindergartensprache wollte ich nur meine verachtung für dieses terrorgesindel unterstreichen

emma goldman
01
19.2.2011, 22:51

baader sekte? Lächerlich...baader war nur ein mitglied unter vielen.

Tante Klosetta
13

und du bist ja sooo mutig, dass du dich hier sogar unter deinem richtigen namen herum zu pöbeln getraust!

U-Bahn Steuer
12

ich hab auch noch nie jemanden erschossen - so einfach ist das!

Nick Tameer
01

Wenn du es aber getan hättest - ja dann, würdest du sicher deinen richtigen Namen benutzen.

U-Bahn Steuer
10

selbstverständlich!

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