Sehnerven unterstützen Lesen von Blindenschrift - Natürliche Killerzellen erstmals manipuliert

22. Februar 2011, 19:09
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Sehnerven unterstützen Lesen von Blindenschrift

Selbst von Geburt an blinde Menschen haben aktive Sehnerven. Statt optische Informationen zu verarbeiten, würden die Tastsinne geschärft, teilte das Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig mit. Die Sehnerven unterstützen so das Lesen der Blindenschrift. Forscher fanden heraus, dass sich auch bei geburtsblinden Menschen der Gennari-Streifen bildet. In diesem Hirnbereich werden visuelle Wahrnehmungen verarbeitet. Die Studie wurden im Journal Cerebral Cortex publiziert. (dpa)

Natürliche Killerzellen erstmals manipuliert

Einem Forscherteam von Med-Uni und Vet-Med Wien sowie Boltzmann-Institut für Krebsforschung gelang es erstmals, natürliche Killerzellen zu manipulieren. Diese haben unter anderem bei der Kontrolle von Lungenmetastasen Bedeutung. Die Arbeit wurde im Magazin Blood veröffentlicht. (APA/DER STANDARD, Printausgabe, 23.02.2011)


Neue Mitglieder im Laxenburger IIASA

Wien - Brasilien und Malaysia sind dem Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg als Mitglieder beigetreten. Damit verfügt das Institut derzeit über 19 Mitgliedsländer. Es wurde 1972 auf Initiative der USA und der UdSSR gegründet; im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten stehen Umwelt-, Klima-, Energie- oder Bevölkerungsfragen. Derzeit arbeiten rund 200 Wissenschafter am IIASA. (APA)

(Un-)Zufriedenheit mit Raucherparagrafen

Wien - Eine Umfrage in einer Diplomarbeit an der Med-Uni unter 1590 Konsumenten ergab, dass sich 91 Prozent durch Rauchen in Lokalen belastet fühlen. Eine Mehrheit spricht sich für ein generelles Rauchverbot aus, unter Rauchern ist es ein Viertel. Eine Studie des Gastronomieverbands in der Wirtschaftskammer kam zu anderen Ergebnissen, nämlich nur 31 Prozent für ein totales Verbot (unter Rauchern sechs Prozent). Befragt wurden 400 Personen. Die Frage nach der persönlichen Belastung wurde nicht gestellt. Entgegen der Darstellung des Verbandes ist der Anteil der eher nicht oder gar nicht mit dem Miteinander in Lokalen Zufriedenen zwischen 2009 und 2010 praktisch gleichgeblieben (21 bzw. 20 Prozent). (APA, mf/DER STANDARD, Printausgabe, 22.02.2011)


Nocebo-Effekt verhindert, dass Schmerzmittel wirken

Washington - Es ist immer wieder erstaunlich, wie stark die eigene Erwartung bei der Wirkung eines Medikaments (oder einer Placebo-Pille) mitspielt. Ist die Erwartung negativ, nennt man das Nocebo- Effekt. Für Schmerzmittel wurde er nun im Fachblatt Science Translational Medicine dokumentiert: Glaubten Testpersonen nicht an die Wirkung oder fürchteten sie sich vor Nebenwirkungen, versagten starke Schmerzmittel. (tasch)

"Ardi" war womöglich nur ein Menschenaffe

London - 2009 wurde die Entdeckung des 4,4 Millionen Jahre alten Ardipithecus ramidus als Sensation gefeiert. Man glaubte, unseren ältesten Vorfahren gefunden zu haben. US-Forscher geben nun in Nature (Bd. 470, S. 347) zu bedenken, dass "Ardi" trotz ähnlicher Morphologie auch ein sehr viel weiter entfernter Verwandter gewesen sein könnte. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 19./20.02.2011)


Langes Leben kleiner Ecuadorianer geklärt

Washington - Eine Gruppe kleinwüchsiger Menschen in Ecuador erkrankt fast nie an Diabetes oder Krebs. Hauptverantwortlich dafür dürfte eine Mutation des GHR-Gens sein, das den Rezeptor für ein Wachstumshormon herstellt, berichten Forscher im Fachblatt Science Translational Medicine. Sie vermuten, dass eine künstliche Blockade des GHR-Gens bei normal großen Menschen eine ähnliche Wirkung haben könnte. Die Menschen in Ecuador leiden unter dem sogenannten Laron-Syndrom und dürften Abkömmlinge von Nachfahren spanischer Juden sein, die wegen der Inquisition zum Katholizismus übertraten. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 18.02.2011)


Zinkpräparate helfen bei Erkältungen wirklich

London - Die Symptome halten im Schnitt eine Woche lang an. Ob und wodurch sich Erkältungen verkürzen lassen, ist medizinisch umstritten. Indische Forscher haben nun nach Analyse zahlreicher Studien herausgefunden, dass Zinkpräparate tatsächlich helfen dürfte: Wie sie in einer Cochrane-Review behaupten, reduzieren sie die Dauer und Intensität von Verkühlungen - mit dem Risiko leichter Nebenwirkungen. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17. Februar 2011)


Moskito und Spinne stehen auf Gestank alter Socken

Dass Anopheles-Mücken von allzu menschlichen Gerüchen angezogen werden, war der Wissenschaft bekannt und ist auch logisch: Die gefährlichen Plagegeister, die Malaria übertragen können, finden so ihre Opfer. Nun fanden Forscher in den heute erscheinenden Biology Letters der Royal Society heraus, dass auch ein Hauptfeind der Moskitos, nämlich eine ostafrikanische Springspinnenart, ganz ähnliche Geruchsvorlieben hat. Bei einschlägigen Experimenten zeigte sich, dass die Spinnen mehr Zeit in der Nähe getragener Socken verbrachten als in der Umgebung von frisch gewaschenen. (tasch)

Frühe Glatze zeigt höheres Prostatakrebsrisiko an

Männer, die schon mit 20 ihre Haarpracht verlieren, erkranken zweimal häufiger an einem Prostata-Karzinom als Geschlechtsgenossen, bei denen die Alopezie erst mit 30 bis 40 Jahren beginnt. Das ist das Ergebnis einer französischen Studie, die im Medizin-Fachblatt Annals of Oncology veröffentlicht wurde. (AFP/DER STANDARD, Printausgabe, 16.02.2011)


Hinschauen verringert gefühlten Schmerz

London - Entgegen der landläufigen Meinung tut eine Injektion nicht mehr, sondern weniger weh, wenn man genau hinsieht: Einen Teil des eigenen Körpers im Blick zu haben, senkt nämlich die Schmerzempfindlichkeit, konnte ein britisch-italienisches Forscherteam im Fachblatt Psychological Science zeigen. (tasch)

Kombinationstherapie gegen Brustkrebs

Cleveland - US-Forscher haben ein förderliches Zusammenwirken des Krebsmittels Rapamycin und Resveratrol bei Brustkrebsbehandlungen entdeckt (im Fachblatt Cancer Letters). Resveratrol ist unter anderem in Rotwein enthalten und verzögert die Resistenz der Krebszellen gegen die Rapamycinbehandlung. (lar/DER STANDARD, Printausgabe, 12./13..02.2011)


Was Tintenfische zu Kampfmaschinen macht

New York - Friedliche Tintenfischmännchen werden ganz plötzlich zu aggressiven Kämpfern, sobald sie mit den Eiern eines Weibchens in Kontakt kommen. Wie australische Forscher nun im Fachblatt Current Biology berichten, liegt das an einem Pheromon, das die Weibchen in die äußere Hülle der Eier einbauen. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 12./13..02.2011)


Häufiges Flunkern erleichtert das Lügen

Gent - Womöglich kann auch die Wissenschaft in der Debatte um den Ex-Finanzminister (es gilt die Unschuldsvermutung) einen Beitrag leisten: Belgische Forscher der Uni Gent fanden bei Tests mit Probanden heraus, dass häufiges Lügen weitere Flunkereien nachhaltig erleichtert. Wie die Wissenschafter im Fachblatt Consciousness and Cognition schreiben, waren die Hirne der "Lügner" quasi darauf trainiert und brauchten für ihre Erfindungen weit weniger Hirnleistung. (APA, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11. Februar 2011)


Nebenwirkungen des Dopingmittels Epo

Innsbruck - Das auch als Blutdoping-Mittel bekannte Medikament und Hormon Erythropoietin (Epo) beeinflusst das Immunsystem. Wissenschafter von der Medizin-Uni Innsbruck konnten unterschiedliche Wirkungen von Epo bei Mäusen nachweisen. Es zeigte sich, dass Epo-Gaben die Produktion von Entzündungsfaktoren hemmen. Das bedingte einerseits reduzierte Überlebenschancen bei Salmonellen-Infektionen. Im Falle einer chemisch ausgelösten Darmentzündung brachte das Medikament allerdings positive Effekte. (APA/DER STANDARD, Printausgabe, 08.02.2011)


Aussicht auf Eisbären-Nachwuchs schmilzt dahin

Schreitet der Klimawandel unvermindert fort, könnte die Eisbärenpopulation in der arktischen Hudson Bay ausgelöscht werden, warnen Forscher von der University of Alberta in Nature Communications. Mit mathematischen Modellen berechneten sie, dass bis zu 73 Prozent der trächtigen Weibchen ihre Jungen verlören, wenn die Eisschmelze einen Monat früher eintritt als in den 1990er-Jahren. Verkürzt sich die Zeit um zwei Monate, wären es bis zu 100 Prozent. Das liegt daran, dass sich durch eine kürzere Jagdsaison die Energiereserven für die Weibchen verringern. (red)

Sinkende Krebssterberate in der EU prognostiziert

In der EU werden heuer fast 1,3 Millionen Menschen an Krebs sterben, rechneten Forscher aus Italien und der Schweiz in einem neuen Vorhersagemodell hoch. Verglichen mit 2007, sinkt demnach die Krebssterberate um etwa sieben Prozent. (APA/sda/DER STANDARD, Printausgabe, 09.02.2011)


Sauerstoffaustausch gegen Seekrankheit

Jaén/Granada - Ein Textilhersteller aus dem südspanischen Jaén, Five CT, präsentierte ein biokeramisches Textilgewebe, das gegen die Reise- und Seekrankheit helfen soll. Das Produkt soll demnach eine bestimmte Wellenlänge des Infrarotlichtes absorbieren und so den Sauerstoffaustausch über die Haut verbessern, heißt es seitens der Entwickler. Im vergangenen Jahr von Alpinisten, Mountainbikern und Seglern getestet, wurde vergangene Woche eine Kooperation mit der Universität Jaén fixiert, deren Forscher der Wirkung des Antiübelkeitswunderstoffs auf den Grund gehen sollen. (jam/DER STANDARD, Printausgabe, 08.02.2011)


Polynesier kamen doch nicht von Taiwan

Leeds - Anfang 2009 veröffentlichten Genetiker und Sprachwissenschafter zwei Studien, die das gleiche Ergebnis hatten: Polynesien sei, wie sie anhand der Sprache und der Gene eines Bakteriums behaupteten, vor 4.000 Jahren von Taiwan aus besiedelt worden. Falsch, meint nun der Genetiker Martin Richards. Laut seinen DNA-Analysen (publiziert im American Journal of Human Genetics) kamen die Polynesier bereits viel früher von den Inseln rund um Papua-Neuguinea. (lar, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4. Februar 2011)

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