Berufsheer

3. Februar 2011, 19:11
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Bei einem Berufsheer besteht die reale Gefahr, dass da die Falschen kommen

Nein, einen Bürgerkrieg wie 1934, als das Berufsheer des autoritären Ständestaates mit Kanonen auf Gemeindebauten schoss, wird es nicht mehr geben.

Und trotzdem. Was die SPÖ-Führung in ihrer Eile, einen Wahlschlager durchzusetzen, offenbar nicht bedenkt: Bei einem Berufsheer besteht die reale Gefahr, dass da die Falschen kommen. SP-Wehrsprecher Peter Wittmann drückte es ziemlich drastisch, aber nicht unrealistisch aus. "Wir bewaffnen den rechten Rand und die Hoffnungslosen in unserer Gesellschaft, die die Ersten sind, die sich für ein Heer in einer derartigen Form melden würden". Da ist was dran. Ein Freiwilligenheer würde magisch - auch - die Neonazis und die sozialen bzw. psychosozialen Problemfälle anziehen.

Zu diesem Thema haben wir von den Wehrpflichtabschaffern noch nichts Erhellendes gehört, ja es scheint nicht einmal ein Problembewusstsein zu geben. Wie wäre es, wenn z. B. die Grünen , die in Sachen extreme Rechte ja erfreulich sensibilisiert sind, da ein wenig mehr gedankliche Energie aufwenden?

Die Abschaffung oder Aussetzung der Wehrpflicht ist ein europäischer Trend - allerdings ganz überwiegend in Ländern, die im Nato-Bündnissystem sind. Das Bundesheer in seiner jetzigen Form ist jedenfalls nur höchst eingeschränkt funktionstüchtig (und sinnvoll).

Aber ein Husch-pfusch-Berufsheer ist mehr: eine Gefahr. (Hans Rauscher, DER STANDARD, Printausgabe, 4.2.2011)

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