Nach Zwischenfällen: Seil­bahn Kasberg außer Betrieb

3. Februar 2011, 18:31
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Teil der Umlaufbahn wird nach Zwischenfall komplett erneuert

Nach dem dritten Zwischenfall innerhalb von zwei Monaten am vergangenen Sonntag kann die Gruppenumlaufbahn am Kasberg nicht wie geplant kommendes Wochenende wieder in Betrieb genommen werden. Ab Freitag kommender Woche sollen die Gondeln wieder fahren. Dennoch könnten derzeit zwei Drittel des Skigebietes befahren werden, betonte Kasberg-Bahnen-Geschäftsführer Werner Laimgruber am Donnerstagnachmittag in einer Presseaussendung.

Ein Schaden in der Lagerung hat am Sonntag zum Stillstand der Bahn geführt. Die Bergrettung musste 90 Personen bergen. Sofort danach sei mit den Reparaturarbeiten begonnen worden. Bei der Vorbereitung für die am Donnerstag geplante Wiedermontage wurden jedoch im Flansch der Seilscheibenlagerung drei Einrisse festgestellt. Daraufhin habe die Geschäftsführung beschlossen, die komplette Lagerung zu erneuern, um das Risiko einer neuerlichen Ausfalls der Gruppenumlaufbahn zu vermeiden. Dafür würden Sonderschichten eingelegt, hieß es in der Aussedung.

Dritter Zwischenfall in dieser Saison

Zurzeit könnten Gäste eine Achter-Seilbahn und vier Schlepplifte zu ermäßigten Tarifen benützen, so Laimgruber. Er betonte, dass rund zwei Drittel des Skigebietes in Betrieb seien und die defekte Bahn nur als Verbindung zu den oberen Bereichen diene.

Der jüngste Zwischenfall ist der dritte in dieser Saison. Mitte Dezember 2010 mussten neun Menschen aus der gleichen Gondelbahn gerettet und am heurigen Dreikönigstag 160 Wintersportler von einem defekten Sessellift geborgen werden. Laimgruber kann sich auf die Pannenserie aber keinen Reim machen: Die Seilbahn sei kürzlich durchgecheckt worden. "Es ist sicher kein Wartungsmangel", betonte er. Zuletzt seien in die Bahn bereits 650.000 Euro investiert worden, sagte er. Der Schaden an der Seilbahn ist laut Geschäftsführer durch eine Versicherung gedeckt, jener am Image sei in Geld aber nicht zu beziffern.

Pechsträhne

Die Pechsträhne bei den Kasbergbahnen dauert schon länger an: Im Juli 2010 wurde ein gerichtliches Sanierungsverfahren eingeleitet, die Überschuldung soll einige Millionen Euro betragen haben. Erst knapp vor Beginn der Wintersaison pachtete eine Gesellschaft rund um Peter Schröcksnadel und die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich das Gebiet vom Masseverwalter und führte es fort. Das Land unterstützt das Vorhaben. (APA)

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