ORF-"Angebot: Drei TV-Beiträge"

3. Februar 2011, 18:30
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Nicht alle ORF-Vermarkter wissen offenbar, dass man Berichte nicht verkaufen darf - Ein Offert des Studios Steiermark zum Beispiel, das dem STANDARD vorliegt, umfasste auch Beiträge in Radio und Fernsehen

Graz/Wien - "Werbung- und/oder Marketing-Bedürfnisse dürfen niemals Programmentscheidungen beeinflussen." So steht es im Verhaltenskodex für ORF-Journalisten und Programmmitarbeiter.

Noch ist der Kodex aber nicht in Kraft. So liest sich das Angebot des steirischen ORF-Marketingchefs an die Landesregierung: "Ich kann Ihnen für die Umsetzung und Medienkooperation 'Der große steirische Frühjahrsputz' 2010 folgendes Angebot machen": Zwischen Pressekonferenzen, Trailern, Internetseite auf steiermark.ORF.at, Plakaten, Sammelsäcken, Flyern bietet das Landesstudio "3 TV-Beiträge in Steiermark heute" und "12 Beiträge/Elemente im Programm von Radio Steiermark", immerhin "nach redaktionellem Ermessen". "Pauschalbetrag" der Landesabteilung Abfall- und Stoffflusswirtschaft: 90.000 Euro.

ORF-Direktor Gerhard Draxler sagt, er kennt das Offert nicht. Das beteiligte Landesstudio berichte natürlich über "Österreichs größte Aktion dieser Art ausführlich". Beiträge hätten "nichts zu tun" mit Kooperationen.

Dem STANDARD liegen weitere vor: Für 62 Radiosendungen "Klingende Steiermark" und "Radiofrühschoppen" zum Event "Aufsteirern" wünschte sich das Studio 2010 103.000 Euro Subvention vom Land. Für eine Serie Kulturtipps wünschte sich das Studio 200.000 Euro vom Land, für die Klangwolke 100.000, für Konzertreihen je 25.000, für einen Museen-"VIP-Event" 15.000 und für ein Österreich-Bild 15.000 Euro.

Der ORF gliedert einen Teil des Marketings der Landesstudios gerade in eine Tochter aus. (fid/DER STANDARD, Printausgabe, 4.2.2011)

  • Aus dem "Angebot"  des steirischen ORF-Marketingchefs an das Land. 
Berichte hatten "nichts zu tun"  mit der Kooperation, sagt Direktor.
    foto: standard

    Aus dem "Angebot" des steirischen ORF-Marketingchefs an das Land. Berichte hatten "nichts zu tun" mit der Kooperation, sagt Direktor.

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