Luxus-Dienstwagen: Präsident geht, Landesrat in Not

3. Februar 2011, 17:29
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Graz - Als Ulfried Hainzl jüngst beim Neujahrsempfang der steirischen Wirtschaftskammer (WK) durch die Reihen der Festgäste schritt, war bereits deutlich spürbar: Das wird nichts mehr. Kammerpräsident Hainzl war durch die Dienstwagen-Affäre zum "dead man walking" geworden.

Am Donnerstag zog Hainzl, der hauptberuflich ein Autohaus betreibt, die Konsequenz und legte sein Amt zurück. Nach anschließenden sechsstündigen Beratungen nominierte der Vorstand des VP-Wirtschaftsbundes - der traditionell den WK-Präsidenten stellt - Hainzls Nachfolger: den Obersteirer Josef Herk aus der Sparte Gewerbe und Handwerk.

Hainzl verlor Fürsprecher

Hainzl war zur großen Belastung geworden, nachdem er seinen Luxusdienstwagen im eigenen Autohaus eingekauft hatte. Als nun noch Gerüchte auftauchten, der Beschluss über den Ankauf des Dienstwagens sei nicht lupenrein gewesen, hatte Hainzl keine Fürsprecher mehr.

Mit dem Rücktritt Hainzls kommt nun aber auch sein Förderer und "Erfinder", VP-Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann, in Bedrängnis. Buchmann sitzt nicht nur in der Landesregierung, er ist auch Obmann des VP-Wirtschaftsbundes. Ihm wird intern vorgeworfen, den VP-Bund nicht "im Griff" zu haben. Mit "seinem" Hainzl habe sich der Wirtschaftsbund fast aufgerieben. Auch Hainzls Nachfolger - ebenfalls ein Wunschkandidat Buchmanns - ist nicht unumstritten. (Walter Müller, DER STANDARD-Printausgabe, 4.2.2011)

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