Josef Herk wird steirischer WK-Chef

3. Februar 2011, 17:35
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Wirtschaftsbund stellte Weichen rasch nach Hainzl-Rücktritt

Graz - Der Obersteirer Josef Herk ist der vom Wirtschaftsbund (WB) Steiermark designierte Nachfolger des wegen der Dienstwagen-Affäre zurückgetretenen Wirtschaftskammer-Präsidenten Ulfried Hainzl. Dies gab WB-Obmann und Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann am Donnerstagnachmittag nach einer mehrstündigen Sitzung bekannt. Die letztlich einstimmige Einigung auf Herk im 14-köpfigen Wirtschaftsbund-Vorstand dürfte recht zäh zustande gekommen sein. Seit dem frühen Donnerstagvormittag hatte das Gremium getagt, nach etwa sechs Stunden gab es ein Resultat.

Ins Spiel gebracht worden war Herk von WB Steiermark-Obmann Buchmann, nachdem sich in den vergangenen Tagen wegen der Dienstwagen-Affäre stetig dunklere Wolken über Hainzl zusammengebraut hatten. Mitte Jänner war bekanntgeworden, dass Hainzl im eigenen Autohaus einen über 80.000 Euro teuren Dienstwagen Toyota Lexus Hybrid gekauft hatte. Vor allem seitens der Industrie, aber auch Kammer-intern war dann Hainzl - der noch in einer Pressekonferenz am Dienstag einen Rücktritt ausgeschlossen hatte - immer mehr infrage gestellt worden. Der designierte Präsident Herk nannte es dann auch als eines seiner Ziele, das Vertrauen der Unternehmer in die Kammer wiederherzustellen.

Organisation vor Person gestellt

Herk zollte seinem Vorgänger Respekt, der erst in den frühen Vormittagsstunden seinen Rücktritt bekanntgegeben hatte. Dieser habe die Organisation vor die Person gestellt. "Ich nehme die Aufgabe gerne an", sagte Herk, der seit 23 Jahren und in zweiter Generation einen Karosseriespengler- und Lackierbetrieb führt und mit seiner Firma in Knittelfeld 20 Mitarbeiter beschäftigt. Mit seiner Kür ist ein KMU- und regionaler Kammer-Vertreter zum Zug gekommen.

Buchmann erklärte auf Journalistenfragen, es habe ein sehr deutliches Ansprechen der Probleme gegeben. Dass es nun Herk geworden wäre und nicht etwa Vizepräsidentin Regina Friedrich - so Buchmann auf Journalistenfragen - schmälere nicht die Rolle der Frau in der steirischen Wirtschaft. Hainzl habe eingeräumt, dass er einen Fehler gemacht habe, aber Verzeihen sei in dieser Gesellschaft offenbar schwierig. Buchmann nannte Hainzl auch den "erfolgreichsten Wirtschaftskammerpräsidenten seit 1945", da dieser bei der WK-Wahl im März vorigen Jahres 76 Prozent für den Wirtschaftsbund eingefahren hatte. Friedrich erklärte, dass alle die Entscheidung mittragen würden: "Es muss eine tragfähige Lösung geben".

Die Landessprecherin der Grünen Wirtschaft, Abg. Sabine Jungwirth, mahnte in einer Reaktion am Donnerstag "längst überfällige" Reformen und die Empfehlungen eines diesbezüglichen Rechnungshofberichts ein. BZÖ-Abg. Gerald Grosz erklärte zur Herk-Kür: "Es kommt halt nix besseres nach. Statt einem Experten kommt ein Funktionär." Grosz wiederholte seine Forderung nach einer "Abschaffung der Zwangsmitgliedschaft in der WK". (APA)

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