Zahl der Übergewichtigen nimmt weltweit zu

6. Februar 2011, 19:10
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Studienautor: Das Problem ist längst nicht mehr nur auf westliche Industrienationen beschränkt

London - Die Zahl der übergewichtigen Menschen weltweit hat sich in den vergangenen dreißig Jahren nahezu verdoppelt - und zwar auf eine halbe Milliarde. Im Jahr 2008 seien geschätzte 205 Millionen Männer und 297 Millionen Frauen auf der Welt zu dick gewesen, heißt es in einer groß angelegten Langzeitstudie zu Fettleibigkeit, Bluthochdruck und Cholesterin-Werten, deren Ergebnisse in der Zeitschrift "Lancet" veröffentlicht wird. Das Problem ist dabei längst nicht mehr nur eines der westlichen Industrienationen, sondern hat sich in Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen ausgebreitet, sagte Majid Ezzati, einer der Autoren der Studie.

Bodymassindex

Um festzulegen, wer fettleibig ist oder nicht, wurde der sogenannte Bodymassindex (BMI) herangezogen, der Körpergröße und Gewicht in Relation setzt. 2008 war er bei 13,8 Prozent der Frauen und 9,8 Prozent der Männer zu hoch - und diese Frauen und Männer damit übergewichtig. Zum Vergleich: 1980 waren es noch 7,9 Prozent der Frauen und 4,8 Prozent der Männer.

2008 wiesen die Nationen der Pazifikinseln den höchsten BMI-Durchschnittswert weltweit auf. In den Ländern mit hohen Einkommen lagen die USA und Neuseeland ganz oben. Den niedrigsten Durchschnittswert und damit das geringste Problem mit Fettleibigkeit hat Japan. In Europa hatten Frauen in der Schweiz den durchschnittlich niedrigsten BMI-Wert, türkische Frauen und tschechische Männer den höchsten.

"Wir wissen, dass Veränderungen der Ernährung und körperlichen Aktivitäten zur weltweiten Ausbreitung von Fettleibigkeit beigetragen haben", sagte Gretchen Stevens von der Weltgesundheitsorganisation.

Blutdruck und Cholesterin

Etwas bessere Nachrichten gab es bei der Verteilung von Bluthochdruck und zu hohen Cholesterin-Werten. In den vergangenen dreißig Jahren konnte den Wissenschaftern zufolge vor allem in den Industrienationen einiges erreicht werden. Deutschland allerdings liegt zusammen mit Grönland, Island und Andorra an der Spitze der westlichen Ländern, in denen die Bevölkerung zu hohe Cholesterin-Werte aufweist. Griechenland schneidet am besten ab.

Probleme mit Bluthochdruck sind seit 1980 in Europa, den USA, Kanada und Australien weniger geworden. Am größten waren sie 2008 in den baltischen Ländern sowie Ost- und Westafrika. (APA/dpa)

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