Microsoft wehrt sich gegen Google: "Wir kopieren keine Ergebnisse"

4. Februar 2011, 11:27
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Google sei bei Manipulation von Bing-Suchergebnissen "schlau" und "hinterlistig" vorgegangen

Nachdem Google erklärte, dass Microsofts Suchmaschine Bing Suchergebnisse von Google stehle, setzte sich Microsofts Senior Vice President für Onlince Service, Yusuf Mehdi, im Bing-Blog zur Wehr: "Wir kopieren keine Ergebnisse von irgendeinem unserer Wettbewerber. Punkt".

In einer ersten Stellungnahme grenzte sich Bing-Betreiber Microsoft weniger klar von der Vorwürfen ab. Darin hieß es: "Wir nutzen vielfältige Informationen und Vorgehensweisen" für unsere Suchergebnisse. 

Anschuldigungen "beleidigend"

Konkret meinte Google zuvor, dass Bing mithilfe von Nutzerdaten auf Suchmaschinentreffer von Google zugreife. Microsoft konterte, dass Google Suchmaschinen-Spam dulde, da dieser zu 70 Prozent Google-Anzeigen enthalte.

Mehdi empfindet die Anschuldigungen Googles gar als "beleidigend" und erklärte, dass es sich bei einem der Informationsströme Bings um die anonymisierte Auswertung von Nutzerverhalten handle. Bei Googles Aktion handle es sich technisch gesehen um "Klick-Betrug", weshalb die Ergebnisse des vermeintlichen Tests irrelevant seien. Vielmehr habe Bing seine Algorithmen zur Suche vergangenen Oktober verbessert, was bei Google wohl für Unbehagen sorge.

Tatsächlich verzeichnete Bing im November 2010 um 7,4 Prozent mehr "unique visitors" als im Vormonat, Googles Suchmaschine verlor hingegen 1,1 Prozentpunkte, berichtet Marketwire.

"Schlau" und "hinterlistig"

Im Gespräch mit Cnet bestritt auch Suchmaschinen-Chef Stefan Weitz die Vorwürfe Googles und erläuterte den technischen Hintergrund. So sei die Attacke seitens Google "schlau" und "hinterlistig" gewesen, wäre der Suchbegriff weiter verbreitet gewesen, wäre Google die Attacke wohl nicht gelungen. Außerdem verwies Weitz darauf, dass 93 der insgesamt 100 Tests Googles missglückt seien. Gleichzeitig kritisierte er aber auch Bing: "Ein Signal ist zu wenig, um zu triangulieren und einen guten Job bei den Ergebnissen zu machen". (pd)

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