Nachfolgerin von Peter Zawrel wechselt aus dem Österreichischen Filminstitut
Wien - Gerlinde Seitner, 41, zuletzt stellvertretende Leiterin des Österreichischen
Filminstituts, wird neue Geschäftsführerin des
Filmfonds Wien. Sie konnte in einem zweistufigen Auswahlverfahren mit
ihrem Konzept überzeugen, teilte das Büro des Wiener Kulturstadtrats
Andreas Mailath-Pokorny am Donnerstag in einer Aussendung mit.
Seitner war laut Rathaus eine von drei Kandidatinnen bzw.
Kandidaten, die sich einem erweiterten Hearing stellten. Kolportiert
wurde, dass neben Seitner Daniel Löcker, ein Mitarbeiter
Mailath-Pokornys, und der Producer Horst Schröder im Rennen waren. Die Neuausschreibung wurde notwendig, da der zweimal
verlängerte Vertrag des derzeitigen Geschäftsführers Peter Zawrel mit
Oktober ausläuft.
"Gerlinde Seitner konnte die Jury mit Kompetenz und großem
Engagement überzeugen und das Hearing für sich entscheiden", so Mailath-Pokorny: "Ich bin überzeugt, dass sie auch in ihrer
neuen Tätigkeit immer auf Seiten der Filmschaffenden stehen und deren
Interessen wahrnehmen wird." Dem scheidenden Geschäftsführer zollte der
Kulturstadtrat Anerkennung: "Peter Zawrel hat elf Jahre lang die Geschicke des
Filmfonds mit großem Engagement, mit Weitsicht und Fachwissen, das
auch über Österreichs Grenzen hinausreichte, gelenkt und hat die
Mittel des Fonds immer umsichtig eingesetzt."
Gerlinde Seitner hat an der Wirtschaftsuniversität Wien
Handelswissenschaften und an der Universität Wien Französisch und
Englisch als Dolmetschstudium absolviert. Seit 1997 ist sie im
Österreichischen Filminstitut beschäftigt, seit 2004 als
stellvertretende Direktorin. Zu ihrem Aufgabengebiet zählte die
Koordination des Media Desk Osterreich. Darüber hinaus war sie
Schriftführerin im Aufsichtsrat des Filminstituts und koordinierte
die EFAD-Arbeitsgruppe (European Film Agency Directors) zu den
staatlichen Beihilfen.
Der Filmfonds ist Nachfolger des in den 1970er Jahren gegründeten
Wiener Filmförderungsfonds. Die Stadt Wien finanzierte den Filmfonds
Wien im Vorjahr mit rund 11,5 Mio. Euro. Der Fonds vergibt laut
eigenen Angaben Förderungen an Filmproduktionen in den verschiedenen
Phasen der Produktion - wie Projektentwicklung, Herstellung, Verleih
und Teilnahme an Filmfestivals.(APA)