Sony macht Gewinn, der große Hit fehlt

3. Februar 2011, 13:19
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Preiskampf bei TV-Geräten macht zu schaffen - Umsatzprognose und TV-Absatzerwartungen zurückgeschraubt

Branchenführer Sony gerät ins Straucheln. Der Preiskrieg bei Fernsehgeräten und der starke Yen machen dem einstigen Flaggschiff der Hightech-Industrie zu schaffen. Dem japanischen Unterhaltungselektronik-Konzern fehlt es schon lange an einem Umsatzrenner, Apple und Nintendo drohen dem Unternehmen endgültig den Rang abzulaufen. Wegen des harten Wettbewerbs schraubte Sony seine Umsatzprognose herunter und rechnet damit, im Geschäftsjahr 2010/2011 weniger Fernseher zu verkaufen. Mitbewerber Sharp punktete hingegen mit einem starken TV-Absatz auf dem Heimatmarkt und steigerte den Betriebsgewinn um fast ein Zehntel.

An Jahreszielen festgehalten

Stellenabbau und Fabrikschließungen begrenzten den Gewinnrückgang im abgelaufenen Quartal auf sechs Prozent. Trotz des schwachen dritten Quartals hält Sony an seinen Jahreszielen fest. Nach einem Betriebsgewinn von umgerechnet 1,22 Mrd. Euro im abgelaufenen Vierteljahr will der Konzern im Geschäftsjahr auf rund 1,8 Mrd. Euro kommen. Sony hat sich hohe Ziele gesetzt. Auf der CES-Messe in Las Vegas kündigten die Japaner an, in einem Jahr hinter Apple Nummer zwei der Tablet-Branche zu werden.

Im Gegensatz zu dem US-Computerkonzern hat Sony allerdings noch nicht einmal ein Tablet auf den Markt gebracht. Koichi Ogawa von Daiwa Investment kritisierte, dass Sony nun bereits ein Jahr hinter den Zeitplan von Apple zurückgefallen sei. "Es ist keine Firma, die den Anschein eines frischen und innovativen Zugpferdes hat." Nach einem Hoch im März ist die Sony-Aktie um 21 Prozent gefallen.

Kein neuer Hit, PlayStation schreibt Gewinne

Es gelingt dem Konzern einfach nicht, einen Nachfolger für den einst so erfolgreichen Walkman und die Playstation zu etablieren. Nun versucht es Sony bei den Spielekonsolen mit dem portablen NGP. Ende des Jahres kommt das Gerät in die Läden. Der Schlüssel zum Erfolg dürfte auch hier beim Preis liegen. Liege dieser unter den Kosten für eine 3DS von Nintendo, sehe es gut aus, sagten Analysten. Bereits zuletzt stach das Geschäft mit Videospielen hervor. Der Gewinn verdoppelte sich vor allem dank des Autorennen-Spiels "Gran Turismo".

Neue Impulse fehlen Sony noch auf dem TV-Markt. Wegen der starken Konkurrenz von Samsung Electronics und LG Electronics senkten die Japaner ihre Absatzerwartungen für ihre Fernseher für das laufende Geschäftsjahr auf 23 Millionen von zuvor 25 Millionen Geräten. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr schraubte Sony um drei Prozent auf umgerechnet 63,8 Mrd. Euro herunter.

Konkurrent Sharp

Der heimische Konkurrent Sharp kann hingegen viel optimistischer in die Zukunft schauen. Im abgelaufenen dritten Quartal stieg der Betriebsgewinn um 9,5 Prozent auf 204 Mio. Euro. Vor allem in Japan gingen die Aquos-LCD-Fernseher von Sharp besonders häufig über den Ladentisch. Auch die Anleger sind zufrieden mit dem Konzern. In diesem Jahr hat die Sharp-Aktie bereits drei Prozent zugelegt, der Elektronik-Index lediglich 1,7 Prozent. (APA)

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