"Schulmief" als Leistungsbremse

  • Die Folgen schlecht belüfteter Klassenzimmer: Kopfschmerzen, Müdigkeit und verringerte Leistungsfähigkeit
    foto: frank rumpenhorst

    Die Folgen schlecht belüfteter Klassenzimmer: Kopfschmerzen, Müdigkeit und verringerte Leistungsfähigkeit

Auch Ansteckungsgefahr steigt gravierend - Lüftungsanlagen können Abhilfe schaffen

Wien - Das Umweltreferat der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) warnt in einer Aussendung vor den negativen Auswirkungen von "Schulmief". Schüler würden in schlecht belüfteten Klassenzimmern "förmlich ersticken". Die Folge: Kopfschmerzen, Müdigkeit, verringerte Konzentrations- und Leistungsfähigkeit und gleichzeitig höhere Ansteckungsgefahr etwa in Grippezeiten. Gefordert wird daher der Einbau von Innenraumlüftungen in allen Klassen.

Die Kammer ortet gar einen Zusammenhang zwischen der Luftqualität an Schulen und dem Abschneiden der Kinder und Jugendlichen bei internationalen Leistungsvergleichsstudien: "Die beim PISA-Test so erfolgreichen skandinavischen Schüler lernen in der Regel in mechanisch belüfteten Klassen, während unsere Jugend buchstäblich im eigenen Dampf sitzt", so ÖAK-Umweltmediziner Heinz Fuchsig. Von Komfortlüftungsanlagen in allen Klassen erwartet sich die ÖAK Leistungsgewinne im zweistelligen Prozentbereich.

Hygienische Grenzwerte

Die Mischung aus unterschiedlichen flüchtigen Stoffen wie etwa CO2 und Geruchssubstanzen im "Schulmief" sei zwar nicht gesundheitsschädlich, aber ein Marker für die Qualität der Innenraumluft. Studien des Umweltministeriums hätten gezeigt, dass in etwa der Hälfte der österreichischen Klassen die hygienischen Grenzwerte überschritten werden. Lüften würde nur reichen, wenn in jeder Pause und einmal pro Stunde die Fenster ganz geöffnet würden, wie Messungen der Ärztekammer Tirol zeigen. Das sei aber in einem Schulbetrieb kaum möglich oder sogar verboten, so Fuchsig. Zudem würden moderne Lüftungsgeräte 90 Prozent der Wärmeverluste verhindern und Außenlärm zurückhalten. Deren sehr leises Rauschen würde bei Schularbeiten sogar die Konzentrationsfähigkeit steigern. (APA)

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Die Kinder, die dann neben der Lüfung sitzen - krank?

Solche Lüftungen kennt man, die ohne Rücksicht darauf eingebaut werden, wo jemand sitzt. Jedenfalls kann man sich während dem Unterricht nicht bewegen und der Lüftung nicht entkommen. Eine nette Aufzählung wegen Klimaanlagen u. Co.: Virenübertragung, Staubbelastung, Stirnhöhlenentzündung, Rückenbeschwerden, Nierenbeckenentzündung, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen usw....

Im vorigen Jahrhundert verblieben?

Moderne Lüftungsanlagen können viel mehr.

mehr frische Luft würde nur die Hyperaktivität der Kleinen noch mehr steigern

An alle, die meinen, in ihrer Schulzeit habe es das Problem so nicht gegeben...

... Sie haben Recht! In vielen Schulen sind im Rahmen der thermischen Sanierung praktisch luftdichte Fenster installiert worden, ohne dass der dadurch stark gedrosselte Luftdurchsatz auf anderem Weg (Lüftung!) ausgeglichen würde. Wäre ja auch teuer gekommen, und Geld fürs Schulsystem auszugeben, ist nicht zeitgeistig. Die Luft ist daher in betroffenen Klassenzimmern massiv schlechter als noch vor ein paar Jahren, sprich, bevor die Fenster ausgetauscht wurden. Die Folgen sind Konzentrationsstörungen und Müdigkeit.

neben heutigen kindern ein fenster öffnen?

unmöglich!

die übertönen den verkehrslärm ...

in die schule kommen, fenster aufreißen auch entgegen das geschrei der klassentussis weil es doch kalt wird im kammerl. i hab das nie verstanden warum schulen ohne gscheite lüftung gebaut werden/wurden. u die lehrer die nicht für frischluft gesorgt haben schon gar nicht

Manchmal frag ich mich wirklich, wie ich meine Kindheit, meine Jugend und viele Jahre eines Erwachsenenlebens unbeschadet überstehen konnte.

Wozu gibt es Fenster?
Sind die Leute heute wirklich zu blöd, um einfach kurz zu lüften?

Und solch absurden Forderungen kommen, man staune, vom Umweltreferat der Ärztekammer.

die leute sind nicht zu blöd...

..., um einmal kurz zu lüften.
an unserer schule durften wir lehrer die fenster nicht öffnen. gerade mal kippen. und gekippt waren die fenster den ganzen tag.
trotzdem miefts, wenn 25-30 personen in einem raum sitzen und die köpfe rauchen...

Sie haben in einer geschlossenen Anstalt unterrichtet?

Es kann mir kein Mensch erzählen, daß nicht kurz unter Aufsicht ein Fenster geöffnet werden darf.
Wenn dann auch noch gekippt wird, erstickt sicher keiner mehr.

keine geschlossene anstalt, sondern eine schule.

wie oben erwähnt.
warum gleich so schnippisch?
Sie müssen es ja nicht glauben.
aber es gibt sogar für diese fenster einen eigenen schlüssel, und NUR mit dem können sie geöffnet werden.
und den schlüssel, den hat NUR der schulwart.
end of story.

Es ist aber so. An der Volksschule meiner Kinder gibt es die Vorschrift, die Fenster geschlossen zu halten. Lüften darf man nur über die Klappen im oberen Bereich, die natürlich nicht ausreichen. Die Lehrerin ist ständig in der Klasse, aber das macht keinen Unterschied.

Als Begründung wird angeführt, daß irgendwann angeblich ein Kind aus dem Fenster gefallen sei. Konkrete Erinnerung an ein wirkliches Geschehen gibt es allerdings nicht.

Begründen kann das auch damit, dass geöffnete Fenster in Verkehrs- und Aufenthaltsbereiche hineinragen und so Gegenstand einer Kollision werden können, da Fenster aus recht logischen Gründen in Schulen ziemlich groß dimensioniert werden.
Von hinausfliegenden Sachen ganz zu schweigen.(wie Kinder eben sind;-)
Manche Fe haben unten nur einen Kippflügel oder gar eine fixe Veglasung und lassen sich nur im oberen Teil drehbar öffnen.(ca. ab 1.20m über OK
FB)
Fehlbedienungen bei älteren Typen sind auch zu erwarten. Bleibt nur kippen übrig.
Ordentliche Belüftungen wären auch aus Feinstaub-Gründen durchaus ratsam.

das ist auch an unserer schule die begründung.

das mit den herabfallenden schülern ist wirklich ein grundlegendes problem.

kann ich nur bestätigen

derartige verbote gabs an manchen schulen vor 15 jahren auch schon.

Das erinnert mich an Schilda.

Findet sich da kein Lehrer mit gesundem Menschenverstand und macht dem Unfug ein Ende?

kein schlüssel, kein geöffnetes fenster.

Ach, natürlich machen die manchmal auf. Aber die Vurschrift gibt's.

Zu "überleben" kann ja wohl nicht das Ziel sein

Es geht darum, die kleinen Hirnchen mit genügend frischem Sauerstoff zu versorgen, damit sie aufnahmebereit für den neuen Stoff sind.

Absurd ist nicht die Forderung der Ärztekammer, sondern ihre kleinbürgerliche "Wir haben des ah net ghabt"-Ignoranz.

naja.. die kinder machen es nicht oder dürfen es allein halt garnicht machen. und als lehrer würde ich wahrscheinlich auch nicht unbedingt, das fenster offen lassen, während ich auf dem weg zur nächsten klasse bin.

halte ich unterricht und lasse die fenster öffnen, heißt es dann, es war zugig und ich bin schuld, wenn sich ein kind verkühlt oder es ist gar zu laut, wenn die schule an einer viel befahrenen straße liegt.. (wo dann auch zu klären währe, was die abgase für einen einfluss haben.. von denen es wohl zu ihrer zeit nicht so viele gab.) es ist leider nicht alles immer so leicht.. auch wenn das schön wäre..

Nicht bös sein, aber 2 Minuten kurz durchziehen lassen wird eine Lehrkraft doch auch während der Stunde schaffen.
Daheim wird wohl auch ab und zu einmal gelüftet werden, hoffe ich doch.

Ich kann mich nicht erinnern, daß dies in den 12 Jahren meiner Schulzeit je ein Problem dargestellt hätte.

siehe oben.

Schlüssel für Fenster?
Wo leben wir bitte?

bei mir schon... es hieß sofort immer: "aber mir is dann sooooo kalt" von irgendwo.. außerdem sind wärmetauscher geil ;)

Die Leherinnen könnten ohne weiteres mit Gasmasken unterrichten. Vielleicht könnte man dadurch sogar das österreichische PISA-Ergebnis verbessern. Einen Versuch wär's wert!

massenhaltung: bei tieren und pflanzen und natürlich auch bei menschen nicht empfehlenswert.

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