Lob für Android 3.0: Browser "zieht iPad die Hosen aus"

3. Februar 2011, 18:24
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Techcrunch konnte Motorolas Xoom mit "Honeycomb" bereits ausprobieren - Hardware schwach, "Action Bar" als Highlight

Auf einer morgendlichen Veranstaltung präsentierte Googles erstmals, das für Tablet-Computer optimierte Betriebssystem, Android 3.0 alias "Honeycomb". Während technische Details dazu für Nutzer und Entwickler bereits im Vorfeld bekannt wurden, berichtet Techcrunch nun von einem ersten Hands-On. Rund 20 Minuten gelang es Jason Kincaid Android Honeycomb auf Motorolas Tablet-Computer Xoom zu testen.

"Action Bar" ein Highlight

"Eine der gravierendsten Änderungen ist das Abrücken von dedizierten Hardware-Tasten" hin zur "Action Bar" um zu den Menüoptionen zu gelangen. Bei der Aktionsleiste handelt es sich um ein Userinterface-Element am oberen Bildschirmrand, welche sich je nach geöffneter Anwendung verändert.

Im Internetbrowser beispielsweise, welcher übrigens auf Google Chrome basiert, finden sich in der Aktionsleiste geöffnete Tabs. Innerhalb der, für Videoschnitt neu inkludierten, Anwendung Movie Studio lassen sich darüber Clips importieren. Drückt man mit dem Finger aber länger auf einen Abschnitt des geöffneten Videoclips erscheinen in der Aktionsleiste neue Optionen, etwa um einen Text über das Video zu legen. Die Action Bar ändert sich also dynamisch, auch innerhalb einer App.

Die meisten Applikationen bieten außerdem einen Knopf für Einstellungen, auf der rechten Seite der Aktionsleiste.

Die Navigation innerhalb von Applikationen soll durch die Leiste erleichtert werden, denn Nutzer würden diese instinktiv wahrnehmen und so leichter an etwaige Optionen - welche nicht Teil des vordergründigen UIs der jeweiligen Anwendung sind - gelangen.

Copy & Paste besser als unter Android 2.3

Wie unter Android 2.3 ("Gingerbread") gibt es auch in Version 3.0 orangefarbene Pfeile wenn man einen bestimmten Text auswählt. Das Problem unter Gingerbread sei dabei allerdings, dass es keinen Knopf gibt  um zu bestimmen, was man mit dem Text machen möchte. Anders unter Android 3.0, wählt man einen Text aus stellt die Aktionsleiste die Menüpunkte "Ausschneiden", "Kopieren" und "Einfügen" zur Auswahl

Lob für Gmail und Browser, Android Market "hässlich"

Großes Lob spricht Techcrunch dem Browser und Gmail unter Android Honeycomb aus. Der Internetbrowser "zieht dem iPad-Browser die Hosen aus", die Synchronisierung mit der Desktop-Version von Chrome funktioniere gut. Besonders toll sei außerdem das Tab-Browsing gewesen bzw. die Möglichkeit auch anonym zu surfen. Auch das Scrollen sei flüssig von der Hand gegangen.

Gmail sieht unter Android Honeycomb so gut aus wie die iPad-optimierte Version, allerdings ohne die leichten, zeitlichen Verzögerungen wie sie bei Apps innerhalb des Browsers üblich sind.

Über das UI des Android Market verliert der Tester nur wenige Worte. So arbeite die Tablet-Version des Android Markets zwar effizient, doch sei es "hässlich" gegenüber dem App Store Apples unter iOS.

Flüssig

Android 3.0 lief im Rahmen des Hands-Ons durchwegs flüssig, zu leichten Verzögerungen sei es lediglich beim Verschieben von Widgets gekommen. In einer späteren Build von Android 3.0 sei dies aber nicht mehr der Fall, wie sich Techcrunch anhand jüngerer Android-Versionen überzeugen konnte.

Abzüge bei der Handhabung

Trotz allem Lob gebe es unter Android 3.0 nach wie vor Probleme bei der Nutzerfreundlichkeit. So lasse sich nur erahnen, dass es sich bei dem Softtouch-Button am linken, unteren Geräterand um den Home-Button handelt. Auch die Tatsache, dass sich das Menü zur Hintergrundauswahl öffnet wenn man länger auf den Desktop tippt wirke verwirrend. Einige Leute werden sicherlich versehentlich dorthin gelangen, was schließlich nicht zur Nutzerfreundlichkeit beitrage. Honeycomb sei weit komplexer als das iOS auf dem iPad, folglich gebe es auch eine etwas steilere Lernkurve.

Mehr Power

Wer auf seinem Tablet-Computer mehr machen möchte als Emails lesen und Internet-Surfen werde mit Android 3.0 seine Freude haben. So lassen sich auf dem Homescreen die letzten Emails, Chat-Kontakte, eine Aufgabenliste oder der Kalender ablegen. 

Das Benachrichtigungssystem für Updates sei gelungen, Updates werden am rechten unteren Bildschirmrand eingeblendet. 

Motorolas Xoom

Die Hardware von Motorolas Xoom  sei gut, allerdings wirke das Gerät zu schwer für seine Größe. Weiters sei die Display-Auflösung für die Größe zu niedrig, allerdings gebe es in Zukunft zahlreiche Xoom-Alternativen von anderen Herstellern.

Mehr Sicherheit

Auch das Technik-Magazin Engadget warf einen ersten Blick auf Android Honeycomb in Kombination mit Motorolas Xoom. Dabei entdeckte das Magazin eine Option namens "Encrypt Tablet", womit sich Daten mit einem PIN-Code oder Passwort verschlüsseln lassen. Google bestätige die Verschlüsselungsmöglichkeit, erklärte allerdings nicht die Verfahrensweise. Es wurde lediglich versichert, dass es sich dabei um kein Xoom-exklusives Feature handle. Auch werde es für den Verschlüsselungsmechanismus eine eigene API für Systemadministratoren geben. (red)

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    Android 3.0 auf Motorolas Tablet-Computer Xoom.

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