IBM.at-Chefin: "Männer arbeiten genauso hart"

3. Februar 2011, 10:28
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Mit attraktiveren Arbeitszeiten will die neue IBM-Chefin Tatjana Oppitz erreichen, dass berufstätige Mütter nicht mehr als Rabenmütter gelten

 Müssen Frauen in Toppositionen mehr arbeiten als Männer? "Männer arbeiten genauso hart, nur anders halt", antwortet Tatjana Oppitz auf die Standard-Frage. "Frauen werden mehr beobachtet - weil wir weniger sind."

Seit 5. Jänner steht mit Oppitz erstmals eine Frau an der Spitze

Elfmal war bisher die Führung von IBM Österreich mit Männern besetzt. Seit 5. Jänner steht mit Oppitz erstmals eine Frau an der Spitze. Die gläserne Decke in der (besonders) männerdominierten IT-Branche ist durchlässiger geworden. Andere Beispiele in Österreich sind Microsoft-Chefin Petra Jenner oder Infineon-Austria-CEO Monika Kircher-Kohl.

Oppitz löste Leo Steiner ab, der für die Region IBM North East Europe neue Vertriebsstrategien entwickeln soll. Steiner (Jahrgang 1954) sei schlichtweg "noch zu jung, um als Generaldirektor in Pension zu gehen", begründete die 48-Jährige den Wechsel.

Kein Problem mit der Offenlegung der Gehälter.

Von der viel diskutierten Frauenquote hält Oppitz wenig - zumindest was ihr Unternehmen anbelangt. Gleichbehandlung sei schon immer fixer Bestandteil der Firmenpolitik gewesen. IBM habe deshalb auch kein Problem mit der Offenlegung der Gehälter. Etwa ein Drittel der 1492 österreichischen IBMer sind Frauen. Ein Anteil, den sie weiter ausbauen möchte. Vor allem im Vertrieb werden neue junge Leute gesucht, sagt sie, natürlich sind auch Männer weiterhin willkommen.

Frauenförderung über die Quote allein reiche nicht aus, ist sie überzeugt. Besonders attraktive Arbeitszeitmodelle könnten dazu beitragen, dass etwa arbeitende Frauen mit Kindern nicht mehr entweder als karrieregeil oder Rabenmütter abgestempelt würden.

"Unser Geschäft heute ist B2B"

Seit Oppitz vor 23 Jahren bei Big Blue (wie der IT-Riese IBM in Anspielung an das Blau seines Logos und das Dunkelblau der früher stets wie Banker gekleideten Mitarbeiter genannt wird) zu arbeiten begonnen hat, hat das Unternehmen einen grundlegenden Wandel vom Hardwareanbieter zum IT-Dienstleister vollzogen. "Unser Geschäft heute ist B2B" resümiert sie. "Wir verkaufen smarte Ideen, wie Unternehmen noch erfolgreicher werden können, keine Smartphones. Das soll Apple tun, mit denen wir uns nicht messen."

Oppitz will jemand an der IBM-Spitze sein, der mitreißt und Mitarbeiter und Kunden gleichermaßen zum Ärmelaufkrempeln (von Blusen und Hemden) motiviert. Hilfreich dabei dürfte sein, dass das Unternehmen weltweit 2010 ein Rekordjahr hinlegte. Auch in Österreich zeigten in dem Jahr, in dem IBM seine ersten 100 Jahr feiert, alle Pfeile nach oben. (kat)

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