Mittlerer Gehörverlust

"Kontaktlinse fürs Ohr"

3. Februar 2011, 10:14
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    foto: a. reinkober/www.pixelio.de

    Das Hörgerät ist von außen nicht sichtbar.

    Foto: A. Reinkober/www.pixelio.de

Mini-Hörgerät macht Hörproblem unsichtbar und funktioniert vier Monate lang - Erwerb im Rahmen eines Abo-Systems

Wien - Ein tief im Gehörgang platziertes Hörgerät soll es Menschen ermöglichen, ihr Hörproblem nach außen hin völlig zu verstecken. Der Schweizer Hörsystem-Hersteller Phonak hat am heutigen Donnerstag in Wien sein Hörgerät Lyric als "Kontaktlinse für das Ohr" präsentiert. Es ist von außen unsichtbar, bleibt vier Monate lang 24 Stunden am Tag im Ohr und erspart dem Träger somit Wartung, Einsetzen oder Herausnehmen.

Hörgerät fürs Duschen geeignet

Das 16 Millimeter lange Gerät sitzt unmittelbar vor dem Trommelfell. Durch die natürliche Nutzung der Ohrmuschel werden Klang und Richtungshören besser. Auch Hintergrundgeräusche und Rückkoppelung fallen weg, so die Angaben des Vertreibers. "Duschen, Sport, Schlafen oder auch das Verwenden von Headsets sind damit problemlos", erklärt Christian Reus, Phonak-Produktmanager und selbst Lyric-Träger. Beim Schwimmen wird ein maßgefertigter Schwimmschutz eingesetzt, fürs Tieftauchen oder Fallschirmspringen muss das Gerät allerdings abgenommen werden.

Programmierbar ist das Gerät über einen Magnetstab. Die Minibatterie ist fester Bestandteil und kann deshalb nicht ausgetauscht werden. "Alle 120 Tage wird deshalb das gesamte Gerät durch ein neues ersetzt", erklärt Reus. Lyric wird als Abonnement für ein, zwei oder drei Jahre inklusive Service beim Hörgeräteakustiker verkauft, wobei der Kostenpunkt ab 150 Euro pro Ohr und Monat liegt. Ein noch zu neuartiges Vertriebsmodell für die Kassen, weshalb es Lyric einstweilen nur für Selbstzahler gibt.

Von außen nicht erkenntlich

Zahlungswillige dürfte das Produkt durchaus finden, besonders da die meisten ihr Hörproblem verbergen wollen. "Hörgeräte verbindet man oft mit Alter und Gebrechlichkeit. Das ist mit ein Grund, warum selbst in Europa nur jeder vierte Hörgeschädigte eine Hörgerät trägt", erklärt Olivia Brown, Managing Director Lyric bei Phonak. 16 Prozent der Menschheit leidet unter Hörstörung, doch nur jeder Dritte davon ist im Rentenalter. "Die meisten Betroffenen sind noch erwerbstätig. Zu laute mp3-Player und Diskomusik haben wesentlich dazu beigetragen, dass sich ihre Zahl seit den 1980er-Jahren verdreifacht hat."

Allerdings ist das Hörgerät nur für 50 Prozent der Hörgeschädigten grundsätzlich geeignet. Es hilft nur Patienten mit mildem oder mittlerem Gehörverlust, zudem gibt es laut dem Innsbrucker HNO-Spezialisten Patrick Zorowka auch medizinische Kontraindikationen. "Dazu gehören Stoffwechselkrankheiten, übermäßige Schmutzbildung, Ekzem-Neigungen oder Allergien. Da die Haut an der Einsatzstelle im Gehörgang direkt über dem Knochen liegt, ist sie sehr verletzlich", so der Experte. (pte)

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21 Postings
Korsar
01
30.3.2011, 18:16
Unsichtbar

muß das Ding für mich nicht sein.Wenig sichtbar wie mein Siemens ist schon in Ordnung.In der Nacht schlafe ich ohne,da kann mich der Einbrecher wegtragen.Das hinter dem Ohr-Gerät ist ein Kompromiss,die Ohrmuschel als Sammler fällt weg,die im Ohr Geräte haben genervt.Lyric wäre interessant , aber 300,-/Monat.........

einkremser Winzer
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ab 300 Euro pro Monat? Spinnen die denn?

Dafür wohne ich ein ganzes Monat.

Lorilein
01
Lyric

Also ich würde Euch allen empfehlen, dass Ihr mal zu einem Akustiker geht der das Lyric führt!
Ich denke mal, dass wenn man sich nicht auskennt dann so einige Sachen rauskommen die nicht korrekt sind.
Ein CI für einen mittel-schweren HV würde ich nicht für positiv halten, da es für Patienten mit hochgradigen HV ist! Da kann ich das AKH zum Erkundigen empfehlen z.b. DR. Baumgartner.
Er ist spezialisiert auf CI!
Ich finde man sollte auch nicht gleich sich auf eine Firma konzentrieren da es mehrere, gibt die CI-Implantate herstellen!

trollvottel
00
30.6.2011, 13:45

Es ist eh komplett irre, wie naiv Leute sind ... die lesen irgendwo, dass es CI gibt, und fragen dann einen leicht- bis mittel-schwerhörigen, wieso er sich das nicht einfach machen lasst ...

Walter Tiefenthaler
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aber der preis ist unvernuenftig...

...eine variante mit wechselbatterie duerfte ungleich guenstiger kommen...

unterwegs in Österreich
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300 Euro im Monat

und dann höre ich wieder meine Frau keppeln und kann sie nicht abdrehen? Da wär ich schön blöd.

Hubert Ungeist
 
00
Abdrehen könnens auch

das DIng hat eine Fernbedienung

Mia Meier
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Die Idee klingt ja ganz nett, aber Menschen wie ich halten nicht mal diese Ohrstoppeln für längere Zeit aus. Da werd ich verrückt wenn ich mir etwas ins Ohr stecke.
Da schätze ich meine HdO-Geräte sehr, die klein sind und nur einen dezenten Schlauch haben, fällt kaum jemanden auf, sogar bei einer Zopffrisur.
Aber ist sicher eine Alternative... Mich würde halt auch das ständige Hingehen zum Akustiker stören

Hubert Ungeist
 
00
Steht eh auch im Artikel

das es Kontraindikatinen gibt. Ich selbst trage meine Ohrmulden so ca. 15-17 Stunden pro Tag und zwar jeden Tag.

Hubert Ungeist
 
00
Was ich noch vergessen habe..

Schlafen mit HG drinnen ist nicht nur unbequem sondern auch fürs Ohr gefährlich. Da wäre diese Möglichkeit natürlich super.

Es fallen auch jede Menge Zusatzgeräte weg, die man mit normalen HGs braucht.

Hubert Ungeist
 
01
Eine gute Idee..

nur zahlt die KK heute nicht mal gute digitale HG der Mittelklasse sonder nur der Unterklasse. Diese Möglichkeit wird sie also nie zahlen.

Aber die Krankenkasse zahtl dafür Cochleaimplantat Operationen die z.b. bei mittleren bis schweren Hörverlust schon eine Alternaitve sein kann. Das eine solche Operation mindestens das 50 fache eines sehr guten HGs kostet - ist ja dann ökonoisch sinnvoll, oder doch nicht?

trollvottel
00

Ein Cochlea-Implantat ist bei extremen Formen der Gehörlosigkeit eine sinnvolle Idee, aber es ist IMO unsinnig, dies bei Hörenden anwenden zu wollen, die nur eine mittlere bis schwere Beeinträchtigung haben.

slackerli
01

Kommt ganz auf das Audiogramm/die Art des Hörverlustes draufan. Hochtonhörverlust bei gleichzeitigem guten Restgehör im Tieftonbereich ist durchaus eine Indikation für ein CI wenn mit herkömmlichen Geräten keine Hilfe mehr möglich ist (Stichwort EAS oder Hybrid).

Hubert Ungeist
 
00
Nun bis vor ein paar Jahren war ich auch der Meinung

jetzt höre ich immer wieder das die Technik soweit fortgeschritten ist, das es auch bei schweren Beeinträchtigungen etwas bringt.

lamda
01

Das ist korrekt. Elektrische Stimulation im Innenohr (Cochlea) bei sensoneuralem Hörverlust, kombinierte elektrische-akustische Stimulation (wie von salckeri erwähnt->EAS) bis hin zu Implantaten welche direkt den Nukleus des Hörzentrums im Gehirn reizen.
Man hört und liest immer wieder von positiven Resultaten solcher Patienten.
Die Kassen übernehmen hier in AUT die Kosten für Implantationen, da es sich um eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualität, bzw die Möglichkeit eines (Wieder-)Einstiegs in ein hörendes Umfeld handelt. Bei mildem Hörverlust ist es trotzdem Vielen (nicht Allen) noch möglich sich in ihr "Normalhörendes" Umfeld einzugliedern.
Ich bin aber überzeugt dass es zukünftig ein Kassenmodell für diese Geräte geben wird.

Hubert Ungeist
 
00
Das wäre für mich interessant..

könntens sie mir einen LInk oder so posten, damit ich micht erkundigen. Denke schon länger darüber nach - bräuchte eine gute Beratung.

slackerli
01

Generell: Eine gute HNO Abteilung einer Uni-Klinik sollte Auskunft geben können, die meisten niedergelassenen Ärzte oder kleinere HNO Abteilungen sind nur bedingt mit dem Thema CI befasst.

Zu den Produkten:
Cochlear Hybrid (leider nur auf Englisch):
http://www.cochlear.com/uk/hybrid
MED-EL EAS:
http://www.medel.com/at/show/i... /titel/EAS -> Österreichische Firma :)

http://de.wikipedia.org/wiki/Elek... timulation

Mir bekannte Kliniken in Österreich:
http://www.meduniwien.ac.at/hno/
http://hno.uki.at/page.cfm?... path=index

CI-Forum:
http://dcig-forum.de/phpBB2/in... 2dd600b62d

Deutsche Cochlea-Implantat Gesellschaft
http://www.dcig.de/

Hubert Ungeist
 
00
Vielen Dank

interessante Links.

Vielleicht trage ich ja auch bald so ein Ding.

Nochmals Danke

la ardilla diablo
20
warum?

warum sollte man Wegwerfhörgeräte benützen wollen?
Eine Kontaktlinse ist nur eine (spezielle) Kunststofflinse, da ist der Materialaufwand gering, aber ein hochintegriertes elektronisches Gerät samt Batterie als 4-monats-Wegwerfteil zu bauen ist dann schon sehr verschwenderisch. Wenn man die immer noch horrenden Preise für richtige Hörgeräte miteinbezieht, wird das Ganze ja noch dubioser, wie viel soll denn sowas kosten?

Peter-Alexander Schneider
00
Wer lesen kann ist klar im Vorteil!

Der Preis steht im Artikel.

la ardilla diablo
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P.S.: ich hatte scheinbar eine ältere Fassung des Artikels (hatte ihn seit einigen Stunden offen, bevor ich ihn gelesen habe) und in der aktuellen Fassung steht viel von dem, was vorher noch nicht erwähnt wurde.

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