Geschmackstest

Milch ist nicht gleich Milch

3. Februar 2011, 08:05
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    foto: apa/robert jäger

    ESL-Milch unterscheidet sich von anderen Milchsorten durch ihren intensiven Geruch.

Roh, frisch, haltbar oder ESL - "Länger frische" Milch hält nur, solange die Verpackung nicht geöffnet ist

Wien - Sechs Trinkgläser, gefüllt mit jeweils einem kräftigen Schluck Kuhmilch warten auf die Probanden - unterscheiden tut sich der Inhalt lediglich durch sein Verarbeitungsverfahren und den Fettgehalt. Auch wenn man gewöhnlich meinen mag, Milch ist Milch, laut Reinhard Geßl vom Forschungsinstitut für bilogischen Landbau (FiBL) in Wien ist dem ganz und gar nicht so. Nicht nur, dass zwischen Roh-, UHT(ultrahocherhitzer)-, Halbfett-, Frisch, Leicht- und ESL-Milch unterschieden wird, "Milch schmeckt nicht immer gleich", betonte Geßl bei einem Biomilch-Geschmackstest am Mittwochabend in Wien.

Aufgrund verschiedener Verfahren, Fettstufen und Verarbeitungsgraden wird in Sorten unterteilt. Genau das kann man laut dem Milchexperten geschmacklich unterscheiden. "Man merkt Unterschiede, wenn man bewusst darauf eingeht", sagte Geßl. Tatsächlich lassen sich im direkten Vergleich farbliche Unterschiede (Rohmilch ist dunkler) erkennen oder die ESL-Milch durch ihren intensiveren Geruch von anderen Sorten trennen. Länger haltbare Milch schmeckt tendenziell auch süßer.

Die ESL-Milch - die im übrigen nicht von Eseln, sondern von Kühen stammt, aber eine längere Haltbarkeit hat - wird auf Verpackungen hauptsächlich als "länger frisch" gekennzeichnet. Sie hält aber laut dem Bio-Milchexperten Alois Burgstaller nur das was sie verspricht, solange sie ungeöffnet bleibt. Ist die Packung einmal offen, "verhält sie sich wie Frischmilch". Die längere Haltbarkeit bezieht sich also nur auf die geschlossene Lagerung und nicht auf die Aufbewahrungszeit im Kühlschrank.

Wertvolle Proteine

Auch die Annahme, dass Kühe für Heumilch viel oder ausschließlich Heu fressen müssten, zerstreute Burgstaller schnell. "Geht es nach den (fehlenden) gesetzlichen Auflagen, muss die Kuh dafür überhaupt kein Heu fressen", meinte er. Ähnliches gelte im übrigen auch für die Weidebutter: Kühe müssten dafür nicht eine bestimme Zeit im Jahr auf der Alm verbringen. "Dabei geht es rein um die Streichfähigkeit des Produktes", so Burgstaller.

Karl Neuhofer, Obmann der ARGE Heumilch dazu: "Laut österreichischem Lebensmittelkodex muss die Futterbasis für Heumilchkühe im Sommer frisches Gras der Almen und Weiden sein. Zusätzlich kann auch Heu gefüttert werden. Für die Winterfütterung ist Heu das Hauptfuttermittel". Die Feststellung Burgstallers sei falsch, betont Neuhofer.

Was den gesundheitlichen Mehrwert angeht, sollte man den Experten zufolge bei Bio-Frischmilch bleiben. Wertvolle Eiweißstoffe werden durch die Erhitzung kaputt "und der Geschmack tendenziell süßer", betonte Geßl.

Weltweit werden 580 Millionen Tonnen Milch pro Jahr produziert, rund die Hälfte stammt aus Europa, drei Millionen Tonnen davon kommen aus Österreich. Lediglich 20 Prozent der Weltbevölkerung sind an Kuhmilch gewöhnt und vertragen die darin enthaltene Laktose besser als der Rest. (APA)

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ninedevils
11
... beschämend !!!

was man da als "Milch" bekommt, außer der Rohmilch.

Die restliche "Milch" ist
1. billiger für die großen Verteiler (weniger Zustellung)
2. bequemer für manche Verbraucher (länger...),
3. ungesünder, weil verschiedene Ketten vom Körper viel schlechter verarbeitet werden können als zb Rohmilch.
4. besser für die AMA, weil sie dann "Nahrungsergänzungsmittel" zusetzen können, um die "Konsumenten" kränker zu machen und das den Pharmakonzernen nützt.

Es ist eine Schande, wie grausig manche Milchpackerln bedruckt sind. ZB. NÖM: die blau-weiße demente Kuh !

aculus populus
 
10
... beschämend !!!

Ja...Ihr Beitrag.

Andreeeas
00
21.3.2011, 19:07

Und welche Nahrungsergänzungsmittel haben Sie in Milch schon gefunden?

Andreeeas
00
21.3.2011, 19:06

Was sind "verschiedene Ketten"? Definieren Sie das - leere Begriffe interessieren niemanden!

A Voice
00
nicht einmal

Schrot und Korn findet Rohmilch total harmlos: http://www.schrotundkorn.de/1997/sk971201.htm

Nayunuwi
00
Rohmilch

Naja...ich würde mich hüten, zu behaupten, Rohmilch sei gesünder als pasteurisierte Milch.... Gerade Kindern würde ich Rohmilch nicht empfehlen angesichts der Keime die in diesem Produkt definitiv vermehrt vorhanden sind und die auch bewiesenermaßen zu Erkrankungen führen können. Zum Beispiel E.coli führten gerade bei Kindern nicht erst einmal zu lebensgefährlichen Erkrankungen. Ich persönlich trinke gerne Rohmilch, für die Großvermarktung ist sie aber sicherlich nicht geeignet.

Echinacea
01
dann wäre die Welt

schon ausgestorben, früher wurden viel höhere Keimzahlen und Zellzahlen aktzepiert und eine dreckige Milch, die gibt es fast nicht mehr - E-Colibakterien muss man sich eher bei McDonalds befürchten - Food Inch ist ein gigantischer Film und empfehlenswert.

Salz Burger
00
Dreckige Milch?

Ja, die Milch, die früher mit der Hand in den Eimer gemolken wurde, mit allem Staub, Haaren, und Dreck, der da noch hineingefallen ist, das würde heute tatsächlich niemand mehr haben wollen.

Nayunuwi
00
Es geht ja um Rohmilch

Von Rohmilch gesprochen werden überhaupt keine Keimzahlen kontrolliert. Das ist die Milch, die du direkt vom Bauern kriegst. Und der überprüft keine Keimzahlen. Bestenfalls hin und wieder ein Schalmtest. Zurückgegangen sind die Erkrankungen durch EHEC nur, WEIL die Milch jetzt großteils pasteurisiert wird. Oder kennt jemand einen Supermarkt, der Rohmilch als solche verkauft?
Hamburger disease ist der gleiche Erreger, nur in anderer Übertragungsform (Fleisch).

Ingrid Wildner
 
00
31.1.2012, 23:13
Aufzucht mit Rohmilch

bin 1960 geboren und beim Onkel am Bauernhof jeden zweiten Tag in der Blechkanne Milch geholt (Kühe mindestens 6 Monate im Jahr auf Draußenweide), keine erinnerlichen ernsthaften Erkrankungen, war einfach normal, auch das genussvolle "Rahmabschlecken" vom Deckel des Milchtopfs aus dem Kühlschrank und nebenbei Genießen von Topfen als Folgeprodukt aus dieser Milch lässt mich mit Wehmut an jene Zeiten denken. Welche Kinder "dürften" das heute noch?

Echinacea
00
da irren sie sich

die Keimzahl wird sehr wohl geprüft - 2 mal im Monat.

Salz Burger
00

Da die Marketingabteilungen der Milchindustrie vermutlich sehr genau wissen wird, was die Kunden kaufen, denke ich, dass die Milch in den Geschäften genau so ist, wie wir sie haben wollen. Und auch, welche Verpackungen gut ankommen.

Milch mit Nahrungsergänzungsmitteln kenne ich noch nicht. Ist aber vielleicht sogar besser, als Zucker oder Kakao beizumischen.

Wer? Da Stoascheißakoarl
 
10
Weidebutter

ist steichfähiger, WEIL die Kühe grünes Gras fressen, und dadurch die Fettsäurenzusammensetzung eine andere ist. Da nur in den wenigsten Ausnahmefällen im Stall grünes Gras verfüttert wird gibt's einfach ohne Weide keine Weidebutter. Da spart man sich die Richtlinien, wie lang die Kuh auf der Weide sein muß, und die damit verbundenen Kontrollen, sondern streicht sich die Butter auf's Brot und weiß, ob die auf der Weide war, oder nicht.

Salz Burger
00

Bei mir im Kühlschrank wird jede Butter hart.
Streichfähig sind nur Mischungen von Butter mit irgendwelchen Pflanzenölen.

Wer? Da Stoascheißakoarl
 
00
Ich bin kein Chemiker

aber wenn ich mein Schulwissen (is scho 20 Johr her) richtig wiedergebe ist es so, dass die Fettsäureketten in der Milch kürzer sind und der Anteil an Omega 3 Fettsäuren größer ist, wenn die Kühe grünes Gras fressen. Daher ist sie streichfähiger. Die gelbliche Farbe bei Weidebutter kommt vom höheren anteil an B-Carotin. Wobei es allerdings auch kein Problem ist, dieses in Winterbutter einfach einzumischen.

metall81
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Glauben Sie sonst auch...

...jeden Blödsinn, den Ihnen die Werbung erzählt?

Wer? Da Stoascheißakoarl
 
00
Glauben Sie auch sonst jede Weltverschwörungstheorie?

Informieren Sie sich bitte, bevor sie so etwas posten

Wer? Da Stoascheißakoarl
 
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Danke - war mir nicht bekannt

Aus dem Artikel geht allerdings auch hervor, dass man aufgrund der Fettsäurenzusammensetzung nachweisen kann, ob die Kühe geweidet haben. Auserdem wird nicht geschrieben, ob diese gefälschte Weidebutter auch streichfähig war.

NoComment
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verstehe jetzt nicht ganz warum sie zur bekräftigung ihrer theorie einen beweis der aussage vom erstposter bringen? der konzern wurde wegen verbrauchertäuschung schuldig gesprochen, womit wohl klar ist, dass die aussage "weidebutter" von kühen, die weiden dürfen, kommen muss. oder sehen sie das anders?

metall81
00
Es ging mir um die Aussage zur Streichfähigkeit...

...und der Milchsäurezusammensetzung. Die kriegt man auch anderweitig hin. Außerdem zeigt der Artikel, dass nirgends mehr Schindluder getrieben wird als bei diesen ganzen Bio-Produkten, vor allem dann, wenn sie mit pseudowissenschaftlichen Erkenntnissen untermauert werden.

NoComment
00

ok, von streichfähigkeit auf xy zu schließen ist natürlich naiv. aber das eigene (schlechte) konsumverhalten damit zu argumentieren, dass eh alles betrüger am werk sind und es daher eh keinen sinn macht, gewisse lebensmittel zu kaufen, ist halt auch nicht das ware. nehmen wir z.bsp. "zurück zum ursprung", mittlerweile auch bio, aber geht deutlich darüber hinaus. futtermittel aus 100% eigenanbau bzw. aus dem einzugsgebiet, weideverpflichtung, etc. da kann man schwer generell auf bio schimpfen.

metall81
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Ich bin mir meines Konsumverhaltens...

...durchaus bewusst und brauche keinen Rationalisierungsabwehrmechanismus. Ich versuch auch nachhaltige Produkte einzukaufen, allerdings mag ich es nicht verar***t zu werden.

Salz Burger
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ja, das Schnidluder-Treiben wird aber solange nicht aufhören, solange naive Konsumenten auf Aussagen wie "echte Weidebutter ist streichfähig" herein fallen.

Bei bio ist das auch nicht anders. Deren Problem ist ja, dass man den Unterschied eben nicht erkennt.

Echinacea
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wir können es nicht erkennen

aber unser Körper kennt es - und wir bekommen das, was wir investieren - einfach nur logisch.

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