Vienna Film Commission mit Optimismus für 2011

4. Februar 2011, 00:31
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Positive Bilanz des ersten vollen Arbeitsjahres: 366 Filmprojekte wurden eingereicht, Datenbanken für künftige erweitert

Wien - Eine erste aussagekräftige Bilanz zog die Vienna Film Commission, seit November 2009 Nachfolgerin des Wiener Filmbüros, zuständig dafür, heimische und internationale Film- und TV-Produktionsteams davon zu überzeugen, in Wien zu drehen. Und, als städtische Anlaufstelle für Drehansuchen auf öffentlichen Flächen, dann bei den Dreharbeiten kostenlos zu helfen. "2010 war das erste volle Arbeitsjahr", erläuterte Geschäftsführerin Marijana Stoisits bei einer Pressekonferenz am Mittwoch, und dieses sei sehr erfolgreich verlaufen.

Vieles in der 2010er-Bilanz bestand aus Zahlen: Hilfe bei den insgesamt 954 Bewilligungen für Drehansuchen bei der Magistratsabteilung 46 (Verkehrsangelegenheiten) wurde geleistet, unter anderem für Halteverbote und Straßensperren. Insgesamt wurden 366 Filmprojekte eingereicht, 42 internationale Produktionen beantragten Drehgenehmigungen, die meisten davon aus Deutschland (16), gefolgt von England, China, den USA, Iran, Schweiz und Frankreich. Prominentestes Vorzeige-Filmbeispiel war dabei David Cronenbergs Siegmund-Freud-Film "A Dangerous Method", im August 2010 abgedreht unter anderem in der Berggasse, auf der Mölker Bastei, im Café Sperl und im Belvedere: Nicht weniger als behördliche 29 Bewilligungen waren dafür notwendig.

Spitäler besonders gefragt

Eine große Aufgaben der Kommission bestand in Vermittlungstätigkeit und im Ausräumen von Konflikten, mit Interventionen, wenn Drehansuchen von einer Magistratsabteilung, von Immobilienbesitzern oder vom Bezirk abgelehnt wurden. Die Bezirke 3 und 6 galten im Rückblick als schwierig, die meisten Ansuchen galten den Bezirken 1 und 2, letzterem des Praters wegen. Am häufigsten wurde beim Krankenanstaltenverbund, bei Wiener Wohnen (für Gemeindebauten), bei der Bundesimmobiliengesellschaft, dem Sportamt und dem Justizpalast vermittelt.

Das gefragteste Motiv im Bereich der Stadtverwaltung waren dabei Spitäler: "Fast in jedem Film gibt es Verletzte, Kranke oder Ermordete", erklärte Stoisits. Als Location sehr beliebt waren auch Parks und Gärten, Märkte, Bäder, Liegenschaften des Forstamts, der MA 48 (Abfallwirtschaft) und der MA 45 (Wiener Gewässer), Gemeindebauten, das Rathaus, Sportbetriebe, Friedhöfe und Schulen.

Bei "mindestens 80 Prozent" aller Filmproduktionen in Wien sei die Kommission mit ihrem Jahresetat von 500.000 Euro involviert gewesen. Angeführt wurden etwa "Kottan ermittelt" von Peter Patzak, "Wie man leben soll" von David Schalko, "Die Schatten, die dich holen" von Robert Dornhelm, "Atmen" von Karl Markovics oder "Michael" von Markus Schleinzer. Die meiste Wertschöpfung durch Problemausräumung ergab sich freilich durch zahlreichen TV-Serien wie etwa "Schnell ermittelt".

Datenbanke für Motivsuche

Mit einigem Optimismus wird auf 2011 vorausgeschaut: 2010 wurde die frei zugängliche Online-Location- und Branchendatenbank erweitert, auf 720 bzw. 620 Registrierungen, als Vorbereitung für Motivsuchende. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Erfassung des Wiener Verkehrsnetzes sowie von Spitälern und Gemeindebauten, beide in der Vergangenheit für Filmproduktionen äußerst schwierige Terrains, bei Motivsuche wie bei Genehmigungen. Beim Markt der Filmfestspiele in Cannes wird man mit einem eigenen Stand vertreten sein, wie auch bei der Location Tradeshow in Los Angeles und der Fernsehmesse "MIPCOM" in Cannes.

Jedenfalls gibt es für das  kommende Jahr bereits positiv verlaufende Verhandlungen mit einigen hochkalibrigen Filmproduktionen, wobei die Vienna Film Commission  bezüglich konkreter Projekte und Filmtitel vorerst natürlich zu Diskretion verpflichtet ist. (red/APA)

Datenbanken und Produktionsspiegel unter viennafilmcommission.at

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    Drehort Wien, Belvedere: Viggo Mortensen als Sigmund Freud und Michael Fassbender in "A Dangerous Method" von  David Cronenberg

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