"Die gefährlichste Show des Fernsehens"

2. Februar 2011, 18:17
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"Masturbation, Porno, Party, Kotzen": MTV sorgt mit der Serie "Skins" in den USA für Wirbel - Umstieg auf Pay-TV in Europa eher ruhig

Wien - "Newsweek" fragte schon besorgt: Ist "Skins" "die gefährlichste Show des Fernsehens?". Das US-Magazin zählte auf, was die Serie in den ersten Minuten bietet: "Masturbation, Porno, Mädchen mit Mädchen, Partys, Kotzen und viele, viele rezeptpflichtige Medikamente", da sind Drogen nicht weit, und alles unter Jugendlichen. Ein Sender wie MTV braucht in regelmäßigen Abständen Skandale, und dieser gelang besonders.

Die "New York Times" berichtete, das US-Remake einer britischen Fernsehserie könnte als Kinderpornografie eingestuft werden. Das Parents Television Council ruft jedenfalls schon nach den Bundesbehörden zur näheren Untersuchung. TV-Konkurrent ABC rätselte schon, ob MTV Skins in den USA gar absetzen müsse.

Im deutschsprachigen Raum kann man sich langsam einschwingen: Ab Mitte Mai soll die Serie hier laufen.

MTV nur noch gegen Geld

Hier böte derzeit eher die Gesamtstrategie von MTV Networks des US-Konzerns Viacom Anlass zu Publikumsprotest: Seit Jahreswechsel gibt es MTV nur noch gegen Geld in Pay-Programmpaketen etwa von Sky oder UPC.

Protest über den Wechsel ins Pay-TV hielt sich in engen Grenzen, sagt Karola Bayr, die bei MTV Networks in diesen Breiten den Titel Vice President Entertainment & Music trägt.

Ösi-Format mit Lielacher

Den Platz von MTV im frei zugänglichen Jugendfernsehen übernahm im deutschsprachigen Raum Konzernschwester Viva, auch die Viacom-Sender Comedy Central und Nick wurden neu sortiert und ihre Verbreitung ausgebaut. Für Viva kündigt Bayr im Standard-Gespräch bis Sommer ein neues Magazin viermal die Woche an über "Musik, Events, Lifestyle, Entertainment" an.

Mit dem ebenfalls TV-aktiven Red-Bull-Konzern redet Bayer über Zusammenarbeit.

Ein "rein österreichisches Format" hat Bayr im Viva-Portfolio: Viva pur starte mit 1. März neu. Alle 14 Tage neu, fünfmal wiederholt 24 Minuten über Musik, Events und wohl auch Elektronik. Schließlich soll Hartlauer zu den Sponsoren zählen. Das Format ist, wie Special-Interest-Strecken in Sat.1 Österreich, vor allem von Werbekunden und Sponsoren getrieben. Kooperationen gab's schon etwa mit dem ÖAMTC.

Das Österreich-Format produziert die Wiener Firma Com-Mix. Geschäftsführer Mike Lielacher, war früher mit Webfreetv und FP-nahen Geschäftspartnern aktiv. Eigentümer der Produktionsfirma ist laut Firmenbuch eine Money TV IPTV auf Zypern. Bei einer anderen MoneyTV in Cardiff scheint Lielacher im Firmenbuch als "Abwickler, Liquidator" auf. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 3.2.2011)

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    Kotzen, Drogen, womöglich Kinderporno? Die MTV-Serie "Skins" sorgt in den USA gerade für jene Aufregung, die Jugendsender regelmäßig brauchen.

     

     

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