Passende Blutgefäße aus Ersatzteillager werden wahr

2. Februar 2011, 19:00
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Forscher verwenden Grundgerüst aus einem biologisch abbaubaren Polymer

Washington - Mit einem neuen Verfahren könnten in Zukunft womöglich Blutgefäße auf Vorrat gezüchtet, lange Zeit gelagert und schließlich in Patienten implantiert werden. Diese Hoffnung macht eine US-Forschergruppe um Shannon Dahl von der Biotechnologiefirma Humacyte aus Durham (USA).

Der Trick bei der Herstellung sei ein Grundgerüst aus einem biologisch abbaubaren Polymer namens Polyglykolsäure, schreiben Dahl und ihre Kollegen in der Zeitschrift "Science Translational Medicine". Auf diesem künstlichen Gefäßschlauch ließen die Wissenschafter dann glatte menschliche Muskelzellen aus einer Zellkultur wachsen. Diese Zellen sondern bei ihrem Wachstum ein Geflecht von Proteinen ab, die den Gefäßschlauch stabilisieren, während das künstliche Stützgerüst sich langsam auflöst. Schließlich blieb der reine Kollagenschlauch übrig.

Diese drei bis sechs Millimeter dicken Schläuche bewährten sich bei Bypass-Operationen bei Pavianen und Hunden genauso gut wie eigene transplantierte Venenstücke und lösten keinerlei Abwehrreaktion aus. In einer Salzlösung konnten sie zudem über ein Jahr gelagert werden. All das eröffne neue Möglichkeiten für den Einsatz beim Menschen, glauben die Forscher. Bisher konnten nur völlig künstliche oder eigene Venen übertragen werden. (DER STANDARD, Printausgabe, 3. 2. 2011)


Abstract
Science Translational Medicine: Readily Available Tissue-Engineered Vascular Grafts

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