Conwert-Chef mit Einstandsgeschenk

2. Februar 2011, 16:41
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Volker Riebel stellt den Aktionären bei seinem ersten Auftritt als Einstandsgeschenk eine höhere Dividende in Aussicht

Wien - Volker Riebel, seit Jahresbeginn neuer CEO der börsenotierten conwert Immobilien Invest SE, stellt den conwert-Aktionären bei seinem ersten öffentlichen Auftritt quasi als Einstandsgeschenk eine höhere Dividende in Aussicht. Um wieviel sie höher ausfallen wird, will der aus Deutschland stammende Manager aber erst anlässlich der bevorstehenden Hauptversammlung bekanntgeben. "Die Dividende wird sich bewegen und es wird zum Vorjahr - wie man in Deutschland sagt - vielleicht einen 'Schnaps' drauf geben", sagte Riebel. Für 2009 betrug die erstmals bezahlte Dividende 0,25 Euro je Aktie.

"Ich bin überzeugt davon, dass conwert ein Unternehmen ist, das aufgrund seiner Expertise und Marktkenntnisse und dem breitem Angebot in Deutschland und Österreich erhebliches Marktpotenzial hat", sagte Riebel beim Pressegespräch in Wien.

Aktienkurs steigern

Einen Schwerpunkt seiner Tätigkeit will Riebel auch auf die Steigrung des Aktienkurses legen. Dieser liege mit rund 11,50 Euro um 25 Prozent unter dem Firmenwert (NAV). Je mehr sich der Kurs dem NAV nähere, desto mehr würden auch Kapitalerhöhungen ein Thema werden. Auch mit den noch bis Ende Juni laufenden Aktienrückkäufen wolle man signalisieren, dass der Kurs zu niedrig sei. Täglich würden rund 25.000 Stück gekauft, im Juni werde man bei 2 bis 2,5 Prozent Aktienanteil landen.

Mit Verkaufsumsätzen von deutlich über 300 Mio. Euro sei das vierte Quartal 2010 "sehr erfolgreich" verlaufen. Den Marktausblick für 2011 beurteilt Riebel günstig, niedrige Zinsen und die Flucht in Sachwerte würden für Immobilien sprechen. Dazu kämen der allgemeine Konjunkturaufschwung, sinkende Arbeitslosigkeit und die demografische Entwicklung.

Für 2011 hat conwert bereits zahlreiche Verkäufe in der Pipeline. Die Gesellschaft werde sich von mehr als 10 Prozent bzw. 275 Mio. Euro ihres Immobilienbestandes trennen. Zusätzlich sollen etliche Bestände der erst im Vorjahr zugekauften Eco Business wieder verkauft werden.

"Wir konzentrieren uns ausschließlich auf Wohnimmobilien und Dienstleistungen", so Riebel, "das können wir wirklich gut". Eco Business sei nicht aus strategischen Gründen, sondern wegen des günstigen Preises gekauft worden. Diese Verkäufe sollten mehr als 200 Mio. Euro ausmachen und auf auf historischen Margen-Niveaus von 10 bis 15 Prozent erfolgen. Gleichzeitig seien Zukäufe von 200 Mio. Euro geplant. Vorallem in Deutschland dürften sich viele Private Equity-Investoren Immobilien auf den Markt werfen, erwartet Riebel.

Trennen von Gewerbeaktivitäten

Riebel will sich von allen Gewerbeaktivitäten trennen und die Bestände in Osteuropa für Verkäufe aufbereiten. "In Osteuropa werde wir mit Sicherheit nicht weiter zukaufen, aber auch nicht um jeden Preis verkaufen", so Riedel. Derzeit befinde sich der osteuropäische Markt in einer "intensiven Analyse".

Zusätzlich sollen heuer die Leerstandsraten sowohl in Deutschland als auch Wien, wo sich 90 Prozent des Immobilienbestandes befinden, auf unter 10 Prozent gedrückt und die Bestandsmieten angehoben werden. Den Schwerpunkt der Expansion hat Riebel eindeutig auf Deutschland gelegt. Dort sei ein vergleichbares Know-How, wie es conwert besitze, praktisch nicht vorhanden, so Riebel.

Wesentlich ausgebaut soll auch das Dienstleistungsgeschäft für Dritte werden. Bereits jetzt managt conwert für DWS, die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank, einen geschlossenen Immobilienfonds mit 100 Mio. Euro Fondsvolumen. Ein zweiter Fonds mit 180 bis 200 Mio. Euro ist bereits zu 70 Prozent verkauft. Weitere Immofonfds - zum Beispiel für große Versicherungsunternehmen - sollen folgen.

Die Corporate Governance im Unternehmen will Riebel deutlich verbessern. Bekanntermaßen sei die Einhaltung im Immobilienbereich "etwas schwer". Geschäfte mit Managern oder Mitarbeitern der Firma, werde es in Zukunft nicht mehr geben. conwert verpflichte sich zu Transparenz und Offenheit. "Das habe ich mir persönlich vorgenommen", so Riebel, der nach eigenen Angaben selbst nicht conwert-Aktien investiert ist und es auch nicht sein wird, "obwohl ich es gerne wäre". "Ich bin angestellter Manager, und werde meine Mission vorwärtsbringen", so Riebel. (APA)

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