Deutschland startet Schlingensief-Internetpuzzle

2. Februar 2011, 15:08
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Spielerisches Info-Projekt für die 54. Kunstbiennale

Frankfurt - Schlingensief als Internetpuzzle: Mit einer Art Schnitzeljagd im Cyberspace will Susanne Gaensheimer, Kuratorin des deutschen Pavillon für die 54. Kunstbiennale in Venedig, die Neugier für den Künstler und sein Werk wecken.

Auf einer sich ständig ändernden Internetseite werden in den kommenden Wochen biografische Details und Informationen zu Projekten und Ideen des im vergangenen Jahr gestorbenen Christoph Schlingensief veröffentlicht. Außerdem werden in Folge die Vorstellungen des Künstlers für den Pavillon, die er bereits in mehreren Arbeitssitzungen umrissen hatte, dokumentiert.

Die Seite, die auf den ersten Blick noch aussieht wie ein  Flickenteppich aus Texten und Fotos, vervollständigt sich nach Angaben des verantwortlichen Berliner Büros bis zum Auftakt der Biennale in Venedig  am 4. Juni. "Wir wollen, dass die interessierten Leute sich durch Schlingensiefs Leben und Schaffen surfen, sie sollen selbst entdecken können", sagte Markus Müller am Mittwoch auf Anfrage. Deshalb sei bereits die Onlineseite offen angelegt und erschließe sich erst auf den zweiten Blick und im Laufe der Zeit.

Die Internetseite erinnert somit auch an die Arbeitsweise Schlingensiefs, der Inszenierungen oder Kunstprojekte ebenfalls bis zum Schluss permanent änderte. Schlingensief war am 21. August 2010 an Lungenkrebs gestorben. Gaensheimer, hauptberuflich Direktorin des Frankfurter Museums für Moderne Kunst, hatte daraufhin angekündigt, im Pavillon eine Ausstellung über Schlingensief zu präsentieren.

Eigentlich hätte Schlingensief selbst den Pavillon gestalten sollen. Sein Konzept im Nachhinein umzusetzen, sei nicht möglich gewesen, hatte Gaensheimer im Vorjahr unterstrichen. Knapp ein Jahr vor der Biennale seien hier noch zu viele Fragen offen gewesen. (APA)

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