Waldbewirtschaftung rechnet sich wieder

3. Februar 2011, 11:23
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Österreichische Forstbetriebe freuen sich wieder über Gewinne - Die Konjunktur am Holzmarkt begünstigten die Preisentwicklung

Wien - Nach zwei Verlustjahren schreiben die Österreichischen Forstbetriebe wieder postitive Zahlen. Das Ausbleiben großer Sturmschäden und die günstige Witterung verhinderten größere Ausfälle. Schnittmengenregelung der Sägeindustrie und die steigende Nachfrage am Holzmarkt sorgten für eine positve Preisentwicklung. Die Waldbewirtschaftung erzielte 2010 einen Gewinn von zwölf bis 13 Euro je Festmeter. Die Holzpreise für Nadelsägerundholz stiegen um rund 18 Prozent gegenüber 2009. 2010 lag der Preis je Festmeter bei 85 Euro, 2009 noch bei 72 Euro. Diese Entwicklung wirkte sich auch auf Industrie- und Energieholz aus. Die höheren Erträge wurden in waldbauliche Maßnahmen investiert. Die Folgewirkungen der Sturmschäden aus den Vorjahren mussten beseitigt werden. Auch die Verjüngung und Pflege des Waldes, sowie dessen Nutzung in schwierigen Höhenlagen werden teilweise aus den Gewinnen finanziert.

Holzvorräte und Holzeinschlag nahmen zu

Die Waldflächen und der Holzvorrat haben in Österreich zugenommen. 47,6 Prozent der österreichischen Staatsfläche sind mit Wald bedeckt. Tendenz steigend. Seit der letzten Erhebung ist der Holzvorrat um 3,7 Prozent gestiegen. Der Holzeinschlag lag im Jahr 2010 bei rund 19,5 Millionen Festmeter. Gegenüber 2009 konnten um 2,8 Millionen Festmeter mehr Holz geerntet werden. 9,1 Mio. Festmeter stammen aus Forstbetrieben und den Österreichischen Bundesforsten, 10,4 Mio. Festmeter stammen aus Kleinwäldern. Die Forstwirtschaft konnte somit einen Umsatz von 1,55 Mrd. Euro erzielen.

Holzernte und Holzexport sind gestiegen

Die Holzexporte von Schnittholz konnten gegenüber 2009 mit 6,2 Millionen Kubikmeter, um fünf Prozent gesteigert werden. Zusätzlich wurden 0,8 Mio. Festmeter Rundholz exportiert. Hauptabnehmer waren Italien, Slowenien, Deutschland und Japan. Importiert wurden 9,4 Mio. Festmeter Rundholz und 1,75 Mio. Kubikmeter Schnittholz, sowie 2,52 Mio. Festmeter Sägenebenprodukte.

Bei Fachkräften besteht Handlungsbedarf

Die positive Bilanz wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt "Wald" aus. Während die Zahl der Beschäftigten in den Produktionszweigen der Forstwirtschaft stagnierte, nahm die Anzahl der Waldarbeiter zu. Hier regt Felix Montecuccoli, Präsident der Land & Forstbetriebe Österreich, an, für Fachkräften aus den Balkanstaaten neue Beschäftigungsverhältnisse zu schaffen. Derzeit ist ihre Arbeitserlaubnis auf sechs Monate beschränkt. Sie sollten aber die Möglichkeit haben, das ganze Jahr über in Österreich zu arbeiten. Schließlich gehe es hier um die Sicherheit der Waldarbeiter, die in gut eingespielten Teams zusammenarbeiten.

Finanzierung der Österreichischen Waldinventur nicht fix

Die vom Lebensministerium in Auftrag gegebene Österreichischen Waldinventur (ÖWI) bescheinigt den Waldeigentümern insgesamt einen verantwortungsvollen Umgang mit ihren Wäldern. Wegen der steigenden Temperaturen durch den Klimawandel und zur Förderung von Biodiversität, pflegen Waldeigentümer nun etwa vermehrt Mischwälder, obwohl Nadelbäume am Markt mehr Absatz finden. Die ÖWI wird alle sieben bis zehn Jahre durchgeführt und soll international vergleichbare Daten über den Zustand der Wälder liefern, um bei Gefahren gezielte Gegenmaßnahmen setzen zu können. (boes, derStandard.at, 3.2.2011)

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    Felix Montecuccoli, Präsident der Land & Forstbetriebe Österreich zieht für das Jahr 2010 Bilanz über die Forstwirtschaft.

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