Rückgang bei FSME-Erkrankungen

2. Februar 2011, 15:38
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Vergangenes Jahr 63 Erkrankungen und ein Todesfall - Oberösterreich mit 19 Fällen an der Spitze

Wien - Weniger FSME-Erkrankungen im Jahr 2010: In Österreich wurden laut den Fachleuten vom Institut für Virologie der MedUni Wien insgesamt 63 Fälle der "Zeckenkrankheit" registriert. Gezählt werden die Spitalsaufnahmen. Ein oberösterreichischer Patient starb an der heimtückischen Virus-Infektion, schreiben die Experten in der neuesten Ausgabe der "Virusepidemiologischen Information". Im Jahr 2009 hatte es 80 Erkrankungen gegeben.

"Die Erkrankungszahlen 2010 liegen somit unter dem letzten Jahr mit 80 Fällen und 15 Prozent unter dem Durchschnitt der letzten neun Jahre. Auch in unserem Nachbarstaaten Deutschland und der Tschechischen Republik waren die Fallzahlen im letzten Jahr niedriger als im Vorjahr (Deutschland: 313 im Jahr 2009 und 260 im Jahr 2010; Tschechische Republik: 815 im Jahr 2009 und 547 im Jahr 2010, Stichtag bis KW 45)", schrieben die Experten. Österreich sei somit in der glücklichen Lage, dass aufgrund der hohen Durchimpfungsrate der Bevölkerung seit nunmehr 14 Jahren eine Fallzahl von 100 nicht mehr überschritten worden sei.

Am meisten Infektion im Sommer

Die meisten Infektionen erfolgten wie üblich in den warmen Sommermonaten mit Spitzen im Juli und August und wurden bis auf eine einzige Ausnahme vor allem in den bekannten Endemiegebieten erworben. Neu dazugekommen ist nur ein Gebiet in Oberösterreich bei St. Veit im Mühlkreis. Wie im Jahr davor wurden 2010 die meisten Infektionen in Oberösterreich (19) und der Steiermark (15) erworben. In Bezug auf die Anzahl der Hospitalisierungen liegt Tirol (zehn Fälle) an der dritter Stelle, allerdings hätte in vielen Fällen der Infektionsort nicht abgeklärt werden können.

Ältere Personen betroffen

Auch im Jahr 2010 waren ältere Personen überproportional betroffen: 54 FSME-Patienten bzw. 88,5 Prozent waren älter als 40 Jahre, 41 (65,1 Prozent) älter als 50 Jahre. Ein Drittel der Patienten (19) zeigte einen schweren Krankheitsverlauf. Das Todesopfer war ein 59-jähriger ungeimpfter Oberösterreicher. Er hatte auch eine chronische Nierenerkrankung.

Der Mann war Anfang Juni 2010 mit einem hochfieberhaften Infekt und zunehmender Gangunsicherheit stationär aufgenommen wurde. Innerhalb von zwei Tagen verschlechterte sich sein Zustand, es stellten sich schwere Lähmungen ein. Der Patient verstarb 15 Tage nach der Spitalsaufnahme. Die FSME-Impfung bewirkt eine Schutzrate von 98 bis 99 Prozent, was für eine Immunisierung sehr hoch ist. Die Schutzrate bei der Influenza-Impfung liegt bei etwa 70 Prozent. (APA)

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