Rauriser Literaturtage mit dem Rahmenthema "Schuld"

2. Februar 2011, 14:19
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Literaturpreis an Dorothee Elmiger, Förderpreis an Martin Amanshauser

Salzburg - Die Rauriser Literaturtage, die vom 30. März bis 3. April zum 41. Mal in der kleinen Pinzgauer Gemeinde stattfinden, setzen sich heuer mit dem Thema Schuld auseinander. "... und ich begehre nicht Schuld daran zu sein!" laute das Motto der diesjährigen Literaturfeiertage, erklärte Intendantin Britta Steinwendtner am  Mittwoch  bei einem Pressegespräch. Das Thema betreffe alle und habe sehr viele Facetten.

Der mit 8.000 Euro dotierte Rauriser Literaturpreis geht an Dorothee Elminger für ihren Roman "Einladung an die Waghalsigen". Es sei ein "sprachlich und formal herausfordernder, die Spannung über das Ende der Lektüre hinaus erhaltender Text", zitierte Landeskulturreferent  David Brenner  aus der Begründung der Jury. Den Förderpreis erhält der gebürtige Salzburger Martin Amanshauser für seinen Text "Ich stell dich auf den Kopf", in dem er die Labilität einer Mann-Frau-Beziehung aus der weiblichen Perspektive darstellt.

Zu den Gästen in Rauris gehören neben den beiden Preisträgern heuer unter anderem der Schweizer Autor Adolf Muschg, der aus dem Irak stammende Schriftsteller Najem Wali, Marlene Streeruwitz, Klemens Renoldner, Marie-Therese Kerschbaumer, die junge Autorin Vanessa F. Fogel sowie der Holocaust-Überlebende und Dichter Aharon Appelfeld. Wie jedes Jahr gibt es eine Mischung aus Lesungen, Gesprächen und Künstlerbegegnungen.

Peter Stephan Jungk wird bei der Rauris-Mitternacht aus seinem neuen Text "Das elektrische Herz" lesen. Klemens Renoldner stellt den im Herbst erscheinenden Roman "Lilys Ungeduld" vor , in dem er die Erschütterungen einer Familie nach dem Selbstmord der Tochter beschreibt. Als ein "Sammelsurium der Probleme, die Menschen haben können und die die Gegenwart umtreiben" beschrieb Steinwendtner den Roman "Sax" von Adolf Muschg. Najem Wali kehrt in das zerstörte Dorf seiner Kindheit zurück und macht sich auf die Suche nach seiner verlorenen Liebe. Der oberösterreichische Schriftsteller Ludwig Laher befasst sich in seinem neuen Roman "Verfahren" mit der Geschichte einer Kosovo-Serbin, die in Österreich um Asyl ansuchte.

Nach einem Block mit Lesungen von jungen Schriftstellerinnen wie Astrid Rosenfeld und Vanessa F. Fogel, die sich in ihren Romanen aus der Sicht nachfolgender Generationen mit dem Holocaust auseinandergesetzt haben, schließen die Literaturtage am Sonntag mit einem Buch, das Schuld an etwas Positivem ist: Die Bäuerin und Bäckerin Roswitha Huber stellt ihr Buch "Gutes Brot" vor. (APA)

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