Krebs: Überlebensrate in Österreich stark gestiegen

2. Februar 2011, 13:41
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Doppelt so viele Patienten überleben fünf Jahre - Sinkende Tendenz bei Neuerkrankungen

Wien - Gute Nachricht von den österreichischen Gesundheitsstatistikern aus Anlass des Welt-Krebstages am Freitag (4. Februar): Pro Jahr werden in Österreich zwar rund 19.000 Männer und 17.000 Frauen mit einer Krebsdiagnose konfrontiert und bei jährlich rund 9.000 Frauen und 11.000 Männern führt eine Krebserkrankung zum Tod. Doch in den vergangenen Jahren hat sich die Fünf-Jahres-Überlebensrate der Betroffenen um mehr als 50 Prozent erhöht. Dies geht aus den Daten der Statistik Austria bis zum Diagnosejahr 2008 hervor.

Überlebenschancen stark zugenommen

Immer wieder kritisieren manche Health Technology Assessment-Experten (HTA) Kosten und Effizienz der modernen Krebs-Früherkennungs- und Therapiemaßnahmen. Die Daten der Gesundheitsstatistiker sprechen aber offenbar für vermehrte Vorsorgemaßnahmen und für die Nutzung des medizinischen Fortschritts. Die Fachleute der Statistik Austria in einer Aussendung: "Erstmals liegen auch Ergebnisse zur Überlebensdauer von Krebspatienten in Österreich vor. Diese zeigen, dass die Überlebenschancen nach einer Krebsdiagnose in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen haben. Die relativen Fünf-Jahres-Überlebensraten stiegen von 40 Prozent im Diagnosejahr 1983 auf 62 Prozent im Diagnosejahr 2003 an." Kaum eine Verbesserung der Überlebenschancen zeigte sich allerdings bei jenen Patientinnen und Patienten, deren Tumor bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung Metastasen verursacht hatte.

Rückgang der Neuerkrankungsrate

Verglichen mit der Überlebenswahrscheinlichkeit innerhalb der Allgemeinbevölkerung für einen Zeitraum von fünf Jahren war die Überlebenswahrscheinlichkeit von im Jahr 1983 an Krebs erkrankten Personen nur 0,4 mal so hoch, von 2003 an Krebs erkrankten Personen dagegen 0,62 mal so hoch. Berücksichtigt man die Veränderung der Altersstruktur der österreichischen Bevölkerung, so sanken in den vergangenen zehn Jahren sowohl die Neuerkrankungen als auch die Krebssterblichkeit (altersstandardisierte Raten). Der Rückgang der Neuerkrankungsrate betrug bei Männern und Frauen jeweils rund 15 Prozent. Auch die Krebssterblichkeit war in den vergangenen zehn Jahren rückläufig, bei den Männern etwas stärker (minus 14 Prozent) als bei den Frauen (minus zehn Prozent).

Die häufigsten Krebserkrankungen sind bei den Männern Prostata-, Lungen- und Darmkarzinome. Bei den Frauen sind es nach Häufigkeit gereiht Brust-, Darm- und Lungenkrebs. Prostata-, Darm- und Brustkrebs können mit entsprechenden Untersuchungen frühzeitig entdeckt werden, was im Fall des Falles die Heilungschancen stark erhöht. Allerdings sind die Früherkennungsmethoden noch nicht perfekt.

Starke Reduktion bei Prostatakrebs

Prostatakrebs machte im Jahr 2008 bei den Männern ein knappes Viertel aller bösartigen Neubildungen aus. Altersstandardisiert gingen die Neuerkrankungen in den vergangenen Jahren allerdings laut Statistik Austria um 18 Prozent zurück. Trotzdem: Rund jeder neunte Krebstodesfall war bei den Männern auf Prostatakrebs zurückzuführen. Die Rate der Sterblichkeit an Prostatakrebs reduzierte sich in den vergangenen zehn Jahren aber um 22 Prozent. Eine mögliche Erklärung wären die vermehrten Früherkennungsuntersuchungen inklusive Bluttests auf PSA.

Häufigste Krebstodesursache bei Frauen und Männern

Auch bei Brustkrebs ist die Tendenz eindeutig positiv. Dieses Leiden ist mit einem Anteil von knapp 28 Prozent bei den Frauen seit langem die häufigste Krebserkrankung. Die Gesundheitsstatistiker: "Da Brustkrebs durch das vermehrte Screening in einem immer früheren Stadium erkannt wird, ging die Sterblichkeit an Brustkrebs in den letzten zehn Jahren um 23 Prozent zurück. Dennoch war Brustkrebs auch 2008 die mit Abstand häufigste Krebstodesursache bei Frauen."

Obwohl die altersstandardisierte Neuerkrankungsrate der bösartigen Lungentumore bei den Männern in den vergangenen zehn Jahren um 20 Prozent zurückging, war Lungenkrebs mit rund 2.400 Sterbefällen im Jahr 2008 die häufigste Krebstodesursache bei den Männern. Für Frauen stieg die altersstandardisierte Neuerkrankungsrate seit 1998 hingegen um 23 Prozent an. Die Sterblichkeit an Lungenkrebs erhöhte sich bei den Frauen im selben Zeitraum um ein Fünftel. Im Jahr 2008 starben rund 1.200 Frauen an einem bösartigen Lungentumor. (APA)

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Wenn man die Todeszahlen

anschaut, dann hat sich nichts verändert.
die gesteigerte überlebensrate, könnte ein statistischer effekt der früherkennung sein.

Wenn man es von dieser seite sehen würde, dann hat man die letzten 20 jahre zig milliarden verschwendet mit der rechtfertigung der steigenden zahlen durch die früherkennung.

es könnte sogar sein, dass ohne früherkennung der schwindel aufgeflogen wäre.

sicher ist das eine hypothese, aber wer prüft es nach?

sicher ist das eine hypothese, aber wer prüft es nach?

Ja, ich wäre jetzt auch dafür, sofort alle Früherkennungsprogramme einzustellen und die Krebsmortalität in 40 Jahren nochmal zu reevaluieren.

Oder Sie lesen sich ein bisschen in die Pathologie ein, dann werden Sie bemerken, dass Tumore i.A. in Stadien einteilbar sind. Wenn Ihre Hypothese zutrifft, sind die fortgeschrittenen Tumore in Ihrer Inzidenz gleich geblieben und nur deutlich mehr Tumore in Frühstadium entdeckt worden.

Zuguterletzt erklärt Ihre Hypothese nicht die Therapieerfolge von Tumoren, bei denen es keine Früherkennungsmaßnahmen gibt.

und welchen Anteil hat die Homöpathie daran ?

null,null.

leider wird in der medizin der faktor "angst" überproporzional eingesetzt.

entschuldigt, tausche z gegen t!

dachte immer die meisten mit prostatakrebs sterben weniger an ihm, sondern mit ihm.

viele sterben dafür an der therapie.

Das hängt von den Begleitumständen ab. Personen, die mit 80 Prostatakrebs kriegen, haben in der Regel nur wenig Probleme und die können ohne radikale OP behandelt werden.

Jüngere Leute, die noch 25 Jahre oder mehr zu leben hätten oder bei Streuung des Tumors in die Knochen brauche hingegen andere Therapien.

Diagnostische Unsicherheit ?

Für mich sieht es so aus, als betünden bei Prostatakrebs großen diagnostische Unsicherheiten.

Es gibt anscheinend gutartig verlaufende Formen, mit denen man auch jahrzehnte leben könnte, und rasch fotrtschreitende Formen, die eine herapie erfodern.
Leider kann man diese beiden anscheinend nicht voneinander unterscheiden.
Wenn nun sagen wir zB. 80% gutartig verlaufen und 20% bösartig, dann muß man aber alle 100% therapieren, obwohl es für die 80% gutartigen eine unnötige und belastende Therapie ist.

Doch, kann man unterscheiden!

So schlimm ist es auch wieder nicht.

Bösartige Geschwülste sind bösartige Geschwülste (gutartig sind die Prostatahypertrophien, das ist aber kein Krebs), egal wie "harmlos" sie sein mögen. Sie haben immer das Potential Metastasen zu setzen oder ins umliegende Gewebe einzuwachsen und großen Schaden anzurichten.
Dass man Prostatakrebs als "Haustierkrebs" ansieht, liegt daran, dass diese Tumore nahezu immer Testosteron brauchen um zu wachsen. Blockiert man dieses Testosteron, schrumpfen die Tumore (sterben aber nicht ab!) und bleiben eine Zeit lang (idealerweise bis zum Lebensende) unter Kontrolle. Wenn dies nicht mehr geht oder er sich in der Umgebung ausbreitet, ist die OP die bessere Alternative.

Die meisten sterben weder an ihm

noch mit ihm, sondern an der Dummheit bzw. Unwissenheit (sowohl der eigenen als auch der der behandelnden Ärzte) Die Ursachen von Krebs sowie die mögliche Heilung ist seit 30 Jahren bekannt und wissenschaftlich eindeutig bewiesen. Aber .... Money, money, money,money turns the world around...

leider verhindern pharmalobby und chirurgie (die beide unsummen daran verdienen), dass das wissen verbreitet wird.

Die Ursachen von Krebs sowie die mögliche Heilung ist seit 30 Jahren bekannt und wissenschaftlich eindeutig bewiesen. dann mal her mit den infos

Jetzt will ichs aber auch wissen, was weiß man seit 30 Jahren? Klärens mich auf!

"Die Ursachen von Krebs sowie die mögliche Heilung ist seit 30 Jahren bekannt und wissenschaftlich eindeutig bewiesen."

Beide Aussagen sind schlichtweg falsch.

Beide Aussgaen sind natürlich nicht schlichtweg falsch sondern State of the art.

Aber wenn man "betriebstrübe" ist leugnet man alles, von dem man nichts weiß.

Belege

Wenn Sie die wissenschaftlichen Arbeiten benennnen könnten, dann würde ich sie mir durchlesen.

Jedenfalls erscheinen monatlich hunderte wissendchaftliche Arbeiten, die sich mit den Problem der Tumorbildung und mit der Therapie beschäftigen. Zumeist mit sehr bescheidenen Erfolg.

Na servas, Ihnen hat man's aber auch ordentlich gegeben....

Wow, na wenn Sie SO eindeutige Beweise liefern, muss es ja stimmen...

Die Grenze zwischen Paranoia und Peinlichkeit ist sehr zart, Sie haben sie um ein paar Kilometer überschritten...

es ist eigentlich selbstbeweihräucherung und uu der verbesserten diagnostik zuzuschreiben. hat der tumor einmal metastasen abgesetzt gilt man bei den meisten krebsarten als unheilbar und kann das leben oft nur unter qualen verlängern... da hat sich kaum was gegenüber "früher" verändert

man könnte es auch so sagen: es gibt mehrere arten von krebs. die einen sind harmlos und waren nie ein wirkliches problem. an den anderen stirbt man. (damals wie heute)
heute behandelt man mehr harmlose formen (welche man durch die "rasterfahndung vorsorgeuntersuchung" findet) und heftet sich daher an die fahnen, krebs besser heilen zu können. das ist natürlich ein trugschluss

Kollateralwirkung der Früherkennung.

Nehmen wir mal an, daß ein Tumor durchschnittlich 10 Jahre von seinen klitzekleinen Anfängen bis zum Tod braucht, wenn er unbehandelt bleibt.

Wenn durch wenig entwickelte Diagnostik, der Tumor durchschnittlich erst im 7ten Jahr erkannt wird, dann ist die Überlebensdauer ,wenn nicht behandelt wird, 3 Jahre.
Wenn der Tumor aber durch gute Diagnostik schon im 2ten Jahr erkannt wird, dann überleben die Leute unbehandelt im Schnitt 8 Jahre.
So kann die Überlebensdauer steigen, ohne daß der Patient einen Gewinn davon hat.

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