Dutzende Festnahmen bei Haus-Räumung

2. Februar 2011, 22:51
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Über Tausend bei Demo gegen Räumung - Mehrere Polizisten verletzt

Berlin - Im Zuge der Räumung eines Hauses im Berliner Stadtbezirk Friedrichshain ist es am Mittwoch zu Zusammenstößen zwischen Polizei und autonomer Szene gekommen. Bei der Räumung seien am Mittwoch sechs Männer und drei Frauen in dem Haus in der Liebigstraße festgenommen worden, teilte eine Polizeisprecherin mit. Am Abend demonstrierten in Friedrichshain mehr als 1000 Menschen gegen die Räumung, es kam erneut zu Festnahmen.

Zusätzlich zu den neun Festnahmen in dem besetzten Haus seien im Zuge der Räumung 23 Demonstranten in Gewahrsam genommen worden, erklärte die Polizeisprecherin. Die Hausbesetzer stünden unter dem Verdacht der gefährlichen Körperverletzung und des Widerstands gegen die Staatsgewalt. "Die Beamten wurden bei ihrem Gang durchs Haus mit einer unbekannten Flüssigkeit besprüht", sagte die Sprecherin.

Bereits kurz nach acht Uhr am Mittwochmorgen hatte sich die Polizei Einlass in das Haus in dem Szene-Kiez verschafft. Laut einem Sprecher hatte ein Gerichtsvollzieher sie um Amtshilfe bei der Vollstreckung eines Räumungsbeschlusses gebeten. Mehrere hundert Personen aus der Hausbesetzer-Szene beobachteten die Räumung.

Rund 400 Menschen hielten am Vormittag eine spontane Demonstration auf einer Hauptverkehrsstraße in der Nähe des Hauses ab. Nach Flaschen- und Steinwürfen kam es zu Prügeleien mit der Polizei. Deren Sprecherin teilte mit, dass fünf Polizisten verletzt worden seien, einer davon schwer. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, nannte das Verhalten der Demonstranten "brutal" und "menschenverachtend". (APA)

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    Festnahme am Mittwochabend

  • Das Haus in der Liebigstraße 14.
    foto: epa/joerg carstensen

    Das Haus in der Liebigstraße 14.

  • Mit Gewalt verschafften sich die Polizisten Zutritt.
    foto: epa/florian schuh

    Mit Gewalt verschafften sich die Polizisten Zutritt.

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