Europas Börsen schließen uneinheitlich

2. Februar 2011, 18:59
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Unruhen in Ägypten und Konjunkturdaten sorgen für Impulse

Wien - Die europäischen Leitbörsen haben die Sitzung am Mittwoch mehrheitlich mit Kursverlusten beendet. Die Unruhen in Ägypten könnten nun doch wieder für Nervosität sorgen. Die Stimmung soll am Nachmittag plötzlich gekippt sein. Von angeheuerten Schlägertrupps ist die Sprache, blutige Ausschreitungen seien die Folge. Gleichzeitig standen auf Konjunkturseite aktuelle Meldungen auf der Agenda.

Die ADP-Daten aus den USA fielen über den Erwartungen aus. Allerdings wurden jene für vergangenen Dezember revidiert, was für allgemeine Ernüchterung sorgte. So sollen laut Angaben der privaten Arbeitsagentur ADP 50.000 weniger Jobs geschaffen worden sein, als ursprünglich angenommen worden ist. Die ADP-Daten werden als Vorbote für die am Freitag kommenden offiziellen Zahlen zum Arbeitsmarkt gehandhabt.

Die meisten Börsen waren noch mit Gewinnen in den Handel gestartet, rutschten aber im Verlauf ins Minus. Im Branchenvergleich hielten Bankenwerte die Stellung unter den größeren Gewinnern innerhalb des EuroStoxx. UniCredit zogen mit einem Kursplus von 3,01 Prozent auf 1,884 Euro an, Credit Agricole gewannen 1,05 Prozent auf 11,045 Euro und Societe Generale stiegen 0,17 Prozent auf 47,955 Euro. Deutsche Börse konnten auch zulegen und notierten mit einem Plus von 1,30 Prozent bei 56,73 Euro.

Autowerte unter Druck

Sinkende Autowerte setzten sowohl den Frankfurter DAX als auch den Pariser CAC unter Druck. Daimler gaben um 1,50 Prozent auf 52,50 Euro nach. Citigroup hatte ihre Empfehlung für die Aktie von "halten" auf "kaufen" nach oben geschraubt. Volkswagen sanken 1,99 Prozent und notierten damit bei 115,80 Euro. Peugeot korrigierten mit minus 2,68 Prozent auf 29,39 Euro nach unten. Renault sanken um 2,88 Prozent auf 46,00 Euro. Der größte Verlierer im DAX waren MAN. Laut "Handelsblatt" stockt die Übernahme des Lastwagen- und Dieselmotorenherstellers durch Scania. MAN-Titel sanken um 3,60 Prozent auf 82,30 Euro.

Der Londoner FT-SE-100 wurde durch Gewinne von Indexschwergewichtigen wie Rio Tinto, African Barrick und Fresnillo gestützt. Rio Tinto gewannen 3,76 Prozent auf 4.507,5 Pence, African Barrick legten 2,26 Prozent auf 519,5 Pence zu, und Fresnillo notierten mit einem Aufschlag von 3,25 Prozent bei 1.429 Pence. BHP Billiton legten um 3,44 Prozent auf 2.513,5 Pence zu. Lonmin war auch unter den größten Gewinnern angesiedelt. Die Aktie war von AlphaValue-Analysten von "Sell" auf "Reduce" angehoben worden. Zu Börsenschluss notierten die Papiere an der Londoner Börse mit einem Aufschlag von 4,06 Prozent bei 1.768 Pence. Imperial Tobacco schossen 5,91 Prozent auf 1.900 Pence in die Höhe. Der Hersteller von den Zigarettenmarken West und Davidoff hatte von einem Umsatzanstieg berichtet.

Unter den Einzelwerten gerieten Roche nach Zahlen für 2010 unter Druck. Der Gewinn ist im zweiten Halbjahr um 30 Prozent zurückgegangen. An der Schweizer Börse verloren sie 0,35 Prozent auf 144 Schweizer Franken und säumten damit den Boden des Schweizer SMI. Auch BBVA waren im Blickpunkt. Sie sanken 0,14 Prozent auf 9,294 Euro. Die Bank hatte ihren Gewinn im vierten Quartal verdreißigfacht. Hannover Rück legten dafür um 0,82 Prozent auf 42,24 Euro zu. Dem drittgrößten Rückversicherer der Welt war es gelungen höhere Prämien als erwartet auszuhandeln.

Börse Index Schluss Diff (P) Diff (%)

Wien ATX 2.938,67 - 4,34 -0,15

Frankfurt DAX 7.183,67 - 0,60 -0,01

London FT-SE-100 6.000,07 + 42,3 +0,71

Paris CAC-40 4.066,53 - 6,09 -0,15

Zürich SPI 5.884,26 - 2,25 -0,04

Mailand FTSE MIB 22.525,59 - 0,00 -0,00

Madrid IBEX-35 11.010,20 + 42,30 +0,39

Amsterdam AEX 367,39 + 0,28 +0,08

Brüssel BEL-20 2.688,78 + 5,05 +0,19

Stockholm SX Gesamt 359,39 - 5,30 -1,45

Europa Euro-Stoxx-50 3.012,70 + 5,89 +0,20 (APA)

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