Herzinfarkt durch zu viel Mitfiebern

2. Februar 2011, 11:04
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Zahl der Todesfälle durch Herzversagen steigt bei Aufregung

Los Angeles  - Wenn begeisterte Sportfans sich ein Spiel im Fernsehen anschauen, dann sitzen sie dabei nicht einfach nur auf der Couch. Sie erleben das Spiel mit, als wären sie wirklich dabei. Für manchen eingefleischten Fan ist das Spiel so eine umfassende Erfahrung, dass er an der Aufregung stirbt. Berauschende Spiele können das Herz höher schlagen lassen und es unglücklicherweise auch zum Stehen bringen. Details der Studie wurden in Clinical Cardiology veröffentlicht.

Robert Kloner von der University of Southern California hat die Herztode im Bezirk Los Angeles während zwei Super Bowls analysiert. Ein aufregendes Spiel, bei dem 1980 die Los Angeles Rams gegen die Pittsburgh Steelers verloren und ein vorhersehbareres Spiel, bei dem die Los Angeles Raiders 1984 früh in Führung gingen und die Washington Redskins besiegten.

Gebrochene Herzen

Die Kardiologen fanden heraus, dass die Anzahl der Todesfälle durch Herzversagen bei Frauen und Männer 1980 anstieg. Betroffen waren vor allem Personen über 65 Jahren. 1984 sank die Anzahl der Todesfälle. Kloner argumentiert, dass das verlorene Spiel die Herzen von einigen Fans wirklich gebrochen hat. Die Gefahr war vor allem dann groß, wenn es bereits eine Herzerkrankung gab. Der unspektakuläre Sieg berührte die Herzen der Menschen jedoch kaum.

Der Wissenschaftler erklärt, dass es viele bekannte Risikofaktoren für einen Herztod gibt. Dazu gehören Rauchen, Fettsucht und Diabetes. Es gebe jedoch auch Hinweise auf akute Risikofaktoren die ein Herzereignis hervorrufen können. Dazu gehören zum Beispiel Erdbeben. Kloner suchte nach weiteren globalen Phänomenen, die zu einem Herzstillstand führen können. Er entschied sich, die Super Bowl zu erforschen, nachdem er 2008 im New England Journal of Medicine gelesen hatte, dass es während des Zweiten Weltkrieges in Deutschland zu alarmierend vielen derartigen Notfällen gekommen war.

Emotionale Bindung zum Team

Super Bowl-Fans entwickeln oft eine emotionale Bindung zu ihrem Lieblingsteam. Auch wenn ein Elternteil das Spiel seines Kindes beobachtet, kann das zu emotionalem Stress führen. Das gilt, wenn das Spiel schlecht läuft, das Kind schlechte Leistungen bringt oder das Spiel sehr aufregend ist. Das gleiche kann laut NewScientist auch passieren, wenn ein begeisterter Fan mit seinem Team mitfiebert. (pte)

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    In der Studie wurden Herztode, die während Footballspielen auftraten, analysiert.

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    Für manchen eingefleischten Fan ist ein Spiel so eine umfassende Erfahrung, dass er an der Aufregung stirbt.

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