"Thorpedos" Rückkehr ins Schwimmbad

2. Februar 2011, 10:28
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Der Australier Ian Thorpe hat nach vier Jahren Pause genug vom Leben ohne Wasser

Sydney - Der fünffache Schwimm-Olympiasieger Ian Thorpe hat am Mittwoch in Sydney sein Comeback verkündet und will bei den Olympischen Spielen 2012 in London erstens starten und zweitens Medaillen gewinnen. Der 28-jährige Australier hatte in den vergangenen Wochen sein Training wieder aufgenommen und damit Gerüchte geschürt, die nun Fakten sind. "Ich habe vier Jahre abseits des Pools verbracht, das habe ich auch gebraucht. Ich habe nie gedacht, dass ich noch einmal in den Wettkampfsport zurückkehre, jetzt bin ich aber froh, diesen Schritt gemacht zu haben", sagte der Mann mit der Schuhgröße 52.

Sein Berater Dave Flaskas hatte die Rückkehr vor Tagen indirekt bestätigt. "Ian liebt das Schwimmen über alles, aber er hat mich noch nicht damit beauftragt, den australischen Verband um die Aufnahme in den Doping-Testpool zu bitten." Seit Mittwoch ist er im Testpool, in neun Monaten darf "Thorpedo" an Wettkämpfen teilnehmen.

Thorpe hatte im November 2006 im Alter von nur 24 Jahren seinen Rücktritt erklärt und diesen mit fehlender Motivation begründet. Allerdings erschien der Schritt vier Monate später in einem anderen Licht. Während der WM 2007 in Melbourne hatte die französische Zeitung L'Equipe von erhöhten Testosteron-Werten und Wachstumshormonen bei einer Trainingskontrolle im Mai 2006 berichtet. Die Anti-Doping-Agentur Asada seines Heimatlandes hatte daraufhin ein Verfahren gegen den elffachen Weltmeister eingeleitet. Thorpe, der den Dopingvorwurf vehement bestritten hatte, wurde zwar von jeglichem Verdacht freigesprochen, seinen Ruf sah er nachhaltig geschädigt. "Mein Name wird für immer befleckt sein." Nun schwächte er ab: "Schnee von gestern."

Mit Blick auf London will er die 400 m Freistil vernachlässigen und sich auf die 100- und 200-m-Distanzen konzentrieren. "Ich denke nicht, dass ich mich in der Kürze wirklich richtig auf die 400 m vorbereiten kann." Thorpe weiß sehr wohl um das Risiko, auch in Australien muss man sich erst einmal qualifizieren. "Ich mache das nicht des Geldes wegen. Wenn das der Grund wäre, hätte ich nie aufgehört. Nur weil ich früher außerordentliche Ergebnisse hatte, heißt das nicht, dass ich sie auch in Zukunft haben werde. Dessen bin ich mit bewusst."

Die Konkurrenz aus den USA freut sich. Bob Bowman, Trainer von Michael Phelps, sagte: "Seine Rückkehr wird das Interesse am Schwimmen heben, er ist einer der wirklich Großen." Phelps ist mit 14 Olympiasiegen allerdings noch größer. (red, DER STANDARD Printausgabe 02.02.2011)

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    Ian Thorpe steigt wieder ins Wasser.

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