Die Politik, die Polizei und die untersagte Kundgebung

1. Februar 2011, 19:21
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Dass alle Demos gegen den Burschenschafter-Ball untersagt wurden, war intern umstritten

Die Entscheidung, eine Standkundgebung gegen den Ball des Wiener Korporationsringes (WKR) zu untersagen, war polizeiintern ziemlich umstritten - und hat laut Insidern auch die Politik beschäftigt.

Mehrere hohe Polizisten hatten nämlich dafür plädiert, die für vergangenen Freitagnachmittag im Sigmund-Freud-Park geplante Demonstration zu erlauben. Auch aus rein pragmatischen Gründen: Sind alle Teilnehmer an einem Ort versammelt, lassen sich etwaige Randalierer leichter identifizieren. Und man verhindert, dass sich - wie geschehen - mehrere Gruppen über die ganze Stadt verteilen.

"Sanfter Druck"

Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl ließ sich davon nicht überzeugen. Er untersagte die Kundgebung kurzfristig. Auch aufgrund sanften Drucks aus dem Innenministerium, wie manche in der Polizeizentrale am Schottenring behaupten. Das Wiener Rathaus wiederum soll die andere Seite unterstützt haben, hört man dort. Vizebürgermeisterin Renate Brauner (SP) habe sich für eine Erlaubnis stark gemacht. (moe, DER STANDARD Printausgbe, 2.2.2011)

  • Vier Festnahmen, eine Misshandlungsanzeige gegen einen Polizisten: die Bilanz der Demos gegen den WKR-Ball
    foto: standard/fischer

    Vier Festnahmen, eine Misshandlungsanzeige gegen einen Polizisten: die Bilanz der Demos gegen den WKR-Ball

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