Sprit bei 1,50 Euro an Autobahnen

1. Februar 2011, 21:29
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Wien - Der Preisschub bei Rohöl, der das Fass (159 Liter) Anfang der Woche auf mehr als 100 Dollar (73 Euro) und damit auf den höchsten Stand seit 2,5 Jahren katapultiert hat, ist an den österreichischen Tankstellen noch nicht eins zu eins angekommen. "Österreichs Autofahrer leiden derzeit mehr unter der hausgemachten Verteuerung als unter der Entwicklung der Rohölpreise", sagte die Sprecherin des Autofahrerklubs ARBÖ, Lydia Ninz, dem Standard.

Hausgemacht sei die Anhebung der Mineralölsteuer (MöSt) Anfang des Jahres um 4,8 Cent bei Benzin (inklusive Mehrwertsteuer) und sechs Cent bei Diesel. Das habe die Preise weit mehr nach oben bewegt als die Entwicklung auf den internationalen Rohölmärkten. Für gewisse Premiumsorten seien an den traditionell teureren Autobahnstationen in Österreich 1,50 Euro je Liter und mehr fällig.

Diesel ist nach wie vor billiger als Benzin. Laut jüngster Erhebung des ARBÖ kostet Eurosuper an den günstigsten Zapfsäulen durchschnittlich 1, 30 Euro je Liter, Diesel 1,264 Euro.

Aufgrund der mit 1. Jänner 2011 in Kraft getretenen neuen Tankstellenverordnung sei es ratsam, vormittags zu tanken, sagen ARBÖ und ÖAMTC unisono. Preiserhöhungen sind seither nur noch einmal am Tag um 12.00 Uhr möglich, Preissenkungen hingegen jederzeit.

Mehr Diesel, weniger Benzin

Auf den Treibstoffkonsum hatten die auch im Vorjahr schon gestiegenen Zapfsäulenpreise kaum Auswirkungen. Nach Angaben des Fachverbands der Mineralölindustrie wurden in Österreich 2010 alles in allem 7,98 Mio. Tonnen Benzin und Diesel verbraucht, ein Plus von 2,4 Prozent gegenüber dem Jahr davor. Insgesamt wurden rund 9,7 Mrd. Liter Kraftstoff in Umlauf gebracht. Auf Benzin entfielen davon rund 2,4 Mrd. Liter, was einem Rückgang von 1,7 Prozent entspricht. Der Verkauf von Dieselkraftstoff erhöhte sich hingegen um 3,7 Prozent auf etwa 7,3 Mrd. Liter.

Bei Diesel wurden rund 57 Prozent über die öffentlich zugänglichen rund 2700 Tankstellen verkauft. Die restlichen 43 Prozent gingen direkt an Großkunden, etwa Transport- und Bauunternehmen, Lkw-Autohöfe oder die öffentliche Hand.  (stro, DER STANDARD, Printausgabe, 2.2.2011)

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