Ousmane C.

Lebensgefährliche Abschiebung abgewendet: Prozess

Irene Brickner , 1. Februar 2011, 18:56
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    foto: standard/christian fischer

    Um den Abschiebeversuch zu verhindern, kam der Abschiebestopp aus Straßburg einen Tag zu spät. Am 15. Dezember 2010 war Ousmane C. am Fuß der Flugzeuggangway allein auf sich gestellt

Für den Anwalt war es "Recht auf Notwehr": Ousmane C., dessen Abschiebung gestoppt wurde, stand wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt vor Gericht

Korneuburg - "Ich sagte, in Guinea sei mein Leben in Gefahr. Man würde mich festnehmen, foltern und ermorden. Sie sagten, das sei nicht ihr Problem. Sie hätten den Befehl, mich dorthin abzuschieben." So in etwa - erinnert sich Ousmane C. vor Richterin Anna Wiesflecker - sei das Gespräch verlaufen, bei dem ihm Fremdenpolizisten in der Nacht auf 15. Dezember 2010 den unmittelbar bevorstehende Abtransport ankündigten.

Ort der Unterhaltung: Ein Verhörzimmer in der Schubhaft an der Wiener Rossauer Lände, wo der 23-jährige Guineer zu diesem Zeitpunkt schon seit 17. August 2010 durchgehend einsaß. Was danach am Morgen jenes Tages geschah, war im Landesgericht Korneuburg am Dienstag Verhandlungsgegenstand: Ousmane C. soll Widerstand gegen die Staatsgewalt begangen und dabei vier Polizisten verletzt haben - schwer, da sie ihre Blessuren in Dienstausübung erlitten haben.

Am nächsten Tag kam der Brief

Denn der junge, nach Festnahme und Folter 2007 aus seinem westafrikanischen Heimatstaat geflohene Ex-Pressesprecher der dortigen Studenten- und Arbeiterbewegung wollte seine gefährdende Rückkehr wenn irgend möglich abwenden. Das Recht dazu hatte er, wie sich tags darauf zeigte: Da gewährte ihm der Europäische Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg sofortigen Aufschiebestopp, da in Guinea Bürgerkrieg herrsche und von einem Rücktransport dringend abzusehen sei.

Am 15. Dezember war das noch nicht der Fall. Da war C. allein auf sich gestellt, als er morgens um sechs in Polizeibegleitung im Kleinbus auf den Flughafen - und dort bis knapp an die Gangway zum Flieger der Bruxelles Airline - kutschiert worden war. "Ich sah auf der Gangway den Piloten und Stewardessen stehen. Also packte ich, als ich auf der zweiten Stufe stand, mit beiden Händen ein Geländer und hielt mich so lange fest, wie ich konnte", schilderte der kräftige junge Mann.

Rufe auf Französisch 

Dann habe er auf Französisch laut gerufen: "Man will mich in ein Land bringen, in dem mir Ermordung droht!" Der aufmerksam gewordene Pilot habe entschieden, ihn nicht an Bord zu nehmen: Rettung in letzter Minute.

An Letzteres erinnern sich auch die vier aussagenden Polizisten. Weiter gehen die Übereinstimmungen nicht. In Schwechat habe der bis dahin kooperative C. im Kleinbus plötzlich sein Verhalten geändert, erzählten Herbert B., Dieter K., Thomas K. und Walter G. unisono: Er habe sich mit den Beinen im Wagen "verspreizt". Auf der Gangway dann habe C. "sein Gewicht fallen lassen", habe "versucht, sich loszureißen" und "mit den Beinen getreten": die Ursache ihrer Blessuren.

Widersprüche

Ob C. bei all dem mit dem Gesicht zum Flugzeug oder zum Wagen stand: Das haben die vier Beamten auf Befragen von C.s Anwalt Georg Zanger dann unterschiedlich in Erinnerung. Detto, wie und an welchem Geländer er sich angeklammert hat.

Zu Mittag wird die Verhandlung auf unbestimmte Zeit vertagt. Man müsse davon ausgehen, meint Zanger davor, dass C. "in einer Situation des Notstands von seinem Recht auf Notwehr Gebrauch gemacht hat." (Irene Brickner, DER STANDARD Printausgabe, 2.2.2011)

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Ravenspower
00
25.10.2011, 21:40
Ein starker Mann

manche in AT meinen es gehöre wieder ein "starker mann" her der wieder ordnung schafft. nachdem caritas, grüne und co. durch ihre ständigen einmischungen die ausländerpolitik zur pharse verkommen lassen braucht es womöglich wieder einen helden der diese typen zurechtstutzt und ihnen ihren platz aufzeigt.

dolly
68
lebensgefährliche abschiebung

was wollt ihr gutis,ng-os,caritas,zangers und co.?
ihr seid die wahren gesetzesbrecher! ja, vor allem die grünen schwachköpfe und landesveräter!
und nicht die politiker vergessen,die für solche
gesetze verantwortlich sind. ihr alle obg.seid gegen österr.volk, aber für asyl-betrüger, lügner,verbrecher
für all das gesindl, habt ihr sofort hilfe parat.pfui!!

x x3
55
19.2.2011, 12:01
Wenn ich so dein Posting

und deine Wortwahl lese, bin ich sowas von froh,
dass "du" eben nicht das "österreichische Volk" bist.

Dass jemand wie du glaubt, im Namen des östereichischen Volkes zu sprechen, ist eine Verhöhnung dieses Volkes.

as ri
30
Gsindl

das wahrhaft bedeutsamste und schicksaltragendste Post der Neuzeit!

dolly
03
gsindl

na, die wahrheit muss aber ordentlich weh tun!gell,asri?

as ri
20

Die Wahrheit der Affen ist der Affengott

dolly
11
affengott

ich sehe, sie verehren ihn sehr, ihren affengott!

Johannes Benn
24
.

was ist das bedenkliche an dem fall?
es kann nur die öffentliche reaktion sein, die allgemeine frage die dahinter steht, denn das persönliche schicksal geht erstens niemanden was an, zweitens interessiert es auch niemanden, weder die befürworter, noch die skeptiker.
also was treibt menschen dazu, sich dafür einzusetzen dass ein rechtmäßig abzuschiebender asylant nicht abgeschoben wird?
welche merkwürdigen schuldkomplexe sollen hier abgebaut werden?

SMichel
00
Rechtmäßig

Vielleicht wollen sich manche mit dem Begriff "rechtmäßig" nicht so recht anfreunden, da er oft genug lediglich der österreichischen Judikatur gerecht wird, ansonsten aber Recht haben oder Gerechtigkeit nichts zu tun hat.

"...es war somit spruchgemäß zu entscheiden..." Mit diesem Satz wird oft genug Recht gesprochen, auch wenn es Unrecht ist!

Wahres Posting
 
29
Auch hier die klassische Frage

Wieso kommt der ausgerechnet nach Ö, wo es doch massenweise sichere Länder gibt die viel näher zu Guinea sind???

Ein kleiner Auszug: Senegal, Liberia, Burkina Faso, Mauretanien, Ghana, Togo, Benin, Marokko, Libyen (Libyen zB. ist sogar im UNO-Menschenrechtsrat vertreten!), Tschad, Kamerun, Gabon, Kongo, Zentralafrikanische Republik.

All diese Länder sind viel viel näher als Ö und ich könnte noch 50 weitere Länder aufzählen die näher zu Guinea sind als Ö.

Der Asylwerber steuerte jedoch ganz gezielt Ö an und das ist entlarvend wie ich finde.

x x3
31
19.2.2011, 12:05
[...das ist entlarvend wie ich finde.]

Nun, bei diesem Schlußsatz geben ich dir 100% recht.

Solche "klassische Fragen" sind sowas von entlarvend bzgl. des Fragestellers, das es gar nicht besser geht.

Danke zumindest für die entlarvende Offenheit.

carpediem99
 
01
13.3.2011, 17:58

dort wo die sozialeuronen am meisten fließen - dorthin wird eingecheckt ...das ist doch sowas von claro - woanders müsstens halt a bisserl was hack..ln.....

as ri
30

ehrliche Frage: warum kommt ein Asylant überhaupt nach Österreich, wo doch lediglich die Schweiz .. u.ä m Österreich herum liegen..?

as ri
43

Also ich verstehe die Aufregung rund um Ousmane nicht --..
Ein völlig intakter, intelligenter junger Mann mit offensichtlich begründeten Anlässen Schutz im Ausland zu suchen, mit einem begründeten Abschubsaufschubbefehl aus Brüssel,
wie kann sich Österreich "zerbröseln", ihn mit Gewalt ziehen zu lassen?..

Da ist eine gewaltige, kalte Maschine entstanden, die wertfrei die Türe weist, völlig unberührt der Schicksalschläge die dabei frei und sonders in Kauf genommen werden. Fekter ist nicht ganz unschuldig daran, um mal eine federnde Führungspersönlichkeit zu nennen

Lange lebe die Zukunft!
Auf daß sie nicht die Revolutionen "frisst" ;)

Adrienne Saunders
52
Ein paar Informationen

für alle die meinen, dass in Guinea am 15. Dezember 2010 Ruhe, Ordnung und sichere Verhältnisse für Heimkehrer geherrscht hätten:

http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C... uinea_2010

"Am 17. November rief die Regierung wegen gewalttätigen Zusammenstößen mit mindestens 7 Toten den Ausnahmezustand und eine nächtliche Ausgangssperre in der Hauptstadt Conakry aus, die bis zur offiziellen Veröffentlichung der Wahlergebnisse dauern soll. In Labe und anderen Städten im Norden des Landes gilt auch tagsüber eine Ausgangssperre. Der unterlegene Kandidat Diallo sprach von „brutaler Unterdrückung“ der Proteste durch Sicherheitskräfte." Usw., usf...

as ri
20

die meinen das ja gar nicht.
Die sagen, "jetzt" - gehört er abgeschoben ..

The Gentle Art of Making Enemies
02
Deutsche Botschaft Guinea

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laende... 4bodyText1

"Prof. Alpha Condé wurde am 21. Dezember 2010 offiziell in sein Amt als Präsident eingeführt. Die Sicherheitslage in Guinea hat sich seitdem beruhigt."

The Gentle Art of Making Enemies
02
Meines Wissens schreiben wir nicht mehr November.

Die Lage hat sich deutlich beruhigt. Du dich hoffentlich auch bald.

strangerinastrangeland
 
04
Diese Informationen sind, zurückhaltend formuliert, nicht ganz aktuell.

Aktuell ist die Sicherheitslage auf normalen afrikanischen Niveau und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass Hr. C. gefährdeter wäre als irgendein anderer Staatsbürger seines Heimatlandes.

joesixpack
01
Irgendwo weiter unten

wurde - nicht zu Unrecht - polemisiert, dass man sein Wissen nicht allein auf die Wikipedia gründen soll, die ja bekanntlich nicht immer ganz wertfrei und vor allem nicht immer "enzyklopädisch" ist.

as ri
10

insoferne, als wiki´s Information nicht -´nicht wertfrei`- sondern nicht ganz aktuell sein mag, darf man auch ihre Meldung als nicht ganz wertfrei bezeichnen ..

habt mich lieb
28

Die Sicherheitslage in Österreich verbessert sich auch nicht unbedingt dadurch, dass man randalierende Asylwerber frei rumlaufen lässt.

as ri
41

Die Sicherheitslage in Österreich verbessert sich auch nicht, wenn das Recht auf Notwehr als Randale ausgelegt wird.. ;)

joesixpack
36
Ist eigentlich schon jemandem aufgefallen

... dass der Mann offensichtlich von professionellen Schleppern in die EU gebracht wurde? Dafür gibt es jedenfalls sehr, sehr deutliche Indizien und die lassen alle anderen Behauptungen in einem entsprechend motivierten Licht erscheinen!

as ri
41

"Argumente": Schlepper - sind in dem Moment unwesentlich, als ein Asylgrund anerkannt wird

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