AK-Forderung

Migranten für Öffentlichen Dienst und Bildung

3. Februar 2011, 14:45

Klassisches "Gastarbeiter"-Modell als Illusion

Linz - Die Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich will, dass mehr Menschen mit Migrationshintergrund im Öffentlichen Dienst, im Bildungssektor und im Gesundheitswesen beschäftigt werden. Sie seien hier deutlich unterrepräsentiert, so Präsident Johann Kalliauer und der Leiter der Wirtschaftspolitik, Josef Moser.

Das klassische "Gastarbeiter"-Modell habe sich in Österreich als Illusion herausgestellt, so Moser. Die meisten ausländischen Beschäftigten bleiben längerfristig. Aktuell haben rund 8 Prozent der Menschen in Oberösterreich keine Staatsbürgerschaft und 15,3 Prozent einen Migrationshintergrund. Unter den Zuwanderergruppen seien jene aus Bosnien-Herzegowina mit 16,2 Prozent in Oberösterreich die größte, gefolgt von den Deutschen (16 Prozent). 12,5 Prozent seien Türken.

Ungleiche Verteilung

Migranten seien vor allem in Branchen mit schlechter Entlohnung und starker Arbeitsbelastung - "wo Inländer nicht gerne hingehen" - beschäftigt, so Moser. Während beispielsweise in der Land- und Forstwirtschaft rund 40 Prozent oder in der Arbeitskräfteüberlassung 29,8 Prozent der unselbstständig Beschäftigten Ausländer sind, liegen die Anteile in der Verwaltung bei 2,3 Prozent beziehungsweise im Bereich Erziehung und Unterricht bei 3,9 Prozent. Das sei "nicht unproblematisch", erklärte Moser, denn Kinder mit nicht deutscher Muttersprache hätten keine Ansprechpartner - weder für sprachliche noch für interkulturelle Fragen.

Die Rot-Weiß-Rot-Card sei ein "grundsätzlich positiver Ansatz", betonte Kalliauer. Sie helfe aber nicht gegen die strukturellen Probleme am Arbeitsmarkt, etwa die ungleiche Verteilung von Migranten auf verschiedene Branchen. (APA/red)

Kommentar posten
12 Postings
Erwin Wolfram
00
16.2.2011, 21:11

Uebersetzung

Die AK Mitarbeiter kaufen sich ein Haus in der Tuerkei, fuer die Pension. Das hilft zwar nicht aber das klassische Migrantenabzockverhalten ist denen zu problematisch geworden.

MAXIMA
00
... wollten die beiden Herren aus dem geschützten öffentlichen Dienst ihre Namen in der Zeitung lesen? ...

Die Qualifikation hat schon einen Tiefpunkt erreicht, die beiden sind Garanten dieses Abwärtstrends.

Hadrian Wahr-Sager
01

Im Gesundheitswesen ja, im öffentlichen Dienst ganz entschieden NEIN

angelvoices
00
machen wir uns nichts vor

1. an der Uni, Polizei, Wiener Verhkersbetriebe, Krankenhäuser (öffentlicher Dienst!) ist es schon gang und gäbe (Migranten als Mitarbeiter)
2. Gastarbeitermodel ist gescheitert, rot-weis-rot card wird sich weisen
3. wir brauchen Personal vor allem in Niedriglohnbereichen (bei Sozialeistungen, die sich
sehen lassen können im Unterschied zu Dubai, Katar, Türkei, Russland usw.)
4. man kommt fast nur durch Beziehungen zum Bund...

Petzibär
04
zusammenfassung:

da fragt sich ein unqualifizierter ak-beamter, der nicht in der lage ist zusammenhänge zu erfassen, wieso nicht auch andere beamte werden können, die anscheinend auch nicht die richtige qualifikation haben. die ak-oberösterreich dürfte nicht nur eine geschützte, sondern auch eine denkbefreite "werk"stätte sein.

unfremdverschämt
00

migrantInnen

martell
13
Amtssprache ist Deutsch

und in manchen Teilen Österreichs auch Kroatisch oder Slowenisch.Es ist daher ein vollkommen verfehlter Ansatz dass sogenannte Migranten eine "Ansprechperson" in ihrer Muttersprache bräuchten oder Anspruch darauf hätten und behindert eine Integration, denn wozu soll mn jemanden motivieren Deutsch zu lernen wenn er dies nicht braucht.Es ist eine Bringschuld der Migranten Deutsch zu lernen und zwar rasch.NIemand kümmert sich zB in den USA oder Kanada ob ein Migrant Zulu, Deutsch oder Finnisch sprechen möchte - Englisch ist da die Voraussetzung.

Harper Lee Kingsley
00

waren sie schon mal in den USA? da wird sämtliches an information, das verstanden werden soll, mehrsprachig angebracht. v.a. auf spanisch. und eine offizielle amtssprache gibt's in den USA sowieso nicht.

h 90
01

Wobei man in OEsterreich Englisch auch noch akzeptieren koennte, vielleicht auch Franzoesisch.
Tuerkisch wohl eher nicht.

cannery row
01
naja..

fehlende qualifikation kann unmöglich gemeint sein. ich meine, es ist doch klar, dass jemand, der die für einen job notwendigen kenntnisse oder fähigkeiten nicht hat, den job auch nicht ausüben kann. ich glaube, das ist einfach wieder leeres gestammel oder jeden fundierten hintergrund, wie so oft.

Optimistin1951
03

Es reicht nicht aus, einfach nur Prozentangaben aufzuführen. Wenn ein derartiges Statement aussagekräftig sein soll, muss man schon auch untersuchen, ob die unterrepräsentierte Gruppe von Menschen überhaupt dazu in der Lage wäre, diese Arbeit zu verrichten - und dazu gehört eben auch die entsprechende Qualifikation.

Es gibt durchaus einzelne Menschen mit Migrationshintergrund, die eine hervorragende Bildung erwerben- aber wenn jemand kaum Deutsch spricht und (deshalb?) nur schlechte Schulerfolge hat, wird er wohl in allen beruflichen Bereichen, die über Handlangertätigkeiten hinausgehen, Schwierigkeiten haben.

Optimistin1951
01

Es wäre wichtig, auch etwas über die Gründe zu erfahren. Liegt es an fehlenden Bewerbungen oder an fehlenden Qualifikationen (Sprachkenntnis, Schulabschluss, fehlende Ausbildung)?

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.