Labrador diagnostiziert Darmkrebs

1. Februar 2011, 14:40
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Trainierter Hund erschnüffelt erkrankte Personen im Frühstadium besser als herkömmliche Bluttests

Tokio - Die Frühdiagnose von Krebs ist ein wesentlicher Aspekt bei den Heilungschancen der Krankheit. Hunde können dabei einen wertvollen Beitrag leisten, wie bereits frühere Studien gezeigt haben. Bei aktuellen Tests gelang einem Labrador nun auch die "Diagnose" von Darmkrebs mit einer äußerst hohen Trefferquote. Die Untersuchungen der Forschern der südjapanischen Universität Kyushu legen nahe, dass bei bestimmten Krebsarten chemische Substanzen im menschlichen Körper zirkulieren, auf die die Hundenase reagieren.

Diese Erkenntnis könne dabei helfen, Testverfahren zu entwickeln, mit denen Darmkrebs so früh diagnostiziert werden kann, dass er keine Chance zur Ausbreitung habe. Bisher war bekannt, dass Hunde unter anderem Haut-, Brust- und Lungenkrebs riechen können. Die Ergebnisse wurden im britischen Medizinjournal Gut veröffentlicht.

Die Wissenschafter um Hideto Sonoda unterzogen einen speziell trainierten Labrador über mehrere Monate insgesamt 74 "Schnüffeltests". In jeder Übung wurden dem Hund fünf Atem- oder Stuhlproben vorgelegt, wobei immer nur eine davon Krebsspuren enthielt. Die Proben stammten von 48 Menschen mit nachgewiesenem Darmkrebs sowie 258 Freiwilligen, die entweder keinen Darmkrebs hatten oder in der Vergangenheit an Krebs gelitten hatten.

Trefferquote von über 90 Prozent

Der Hund fand mit einer Trefferquote von über 90 Prozent die belasteten Proben heraus. Beim Erschnüffeln störte es den Labrador auch nicht, wenn die Patienten rauchten oder andere Darmprobleme hatten. Die höchste Trefferquote hatte das Tier bei Proben von solchen Patienten, die sich im frühen Krebsstadium befanden, heißt es in der Studie.

Nach Angaben der Forscher sind herkömmliche Bluttests von Stuhlproben zwar eine effiziente Methode, um Darmkrebs festzustellen. Doch könnten auf diese Weise nur in einem von zehn Fällen Krebs im frühen Stadium diagnostiziert werden. Erstmals hatte das Medizinjournal The Lancet 1989 über einen Vierbeiner berichtet, der ständig am Hautkrebs seiner Besitzerin schnupperte. (red/APA/dpa)

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