Strengere Sitten im Tempel

1. Februar 2011, 14:27
  • Ob Bußgelder von fünf Euro Touristen vom Knutschen, Fotografieren und Rauchen abhalten, wird sich zeigen.
    foto: wikipedia.org/thapa.laxman

    Ob Bußgelder von fünf Euro Touristen vom Knutschen, Fotografieren und Rauchen abhalten, wird sich zeigen.

Nepals älteste Tempelstätte geht gegen turtelnde Pärchen vor - "An jedem beliebigen Tag bevölkern sie die Stufen"

Kathmandu - Nepals ältester und heiligster Tempel führt strengere Sitten ein: Wie das Management der Pashupati-Tempelanlage bei Kathmandu am Dienstag ankündigte, sollen Bußgelder für turtelnde Pärchen, Raucher und fotografierende Besucher eingeführt werden. "Die Paare sitzen auf den Stufen, die zu den Tempeln führen", sagte ein Vertreter des Komitees, Narottam Vaidya, der Nachrichtenagentur AFP. "An jedem beliebigen Tag bevölkern sie die Stufen", klagte er. Ihr Verhalten gehöre sich nicht in einer heiligen Tempelstätte.

Die Maßnahme soll demnach ab Samstag gelten. Ein Team von Sicherheitsleuten soll die Besucher überwachen und bei Verstoß gegen die Regeln Bußgelder von bis zu 500 Rupien (rund fünf Euro) einkassieren. Die Tempelanlage gehört zum UNESCO-Welterbe und zieht jährlich tausende Pilger an. Zum Schutz der Stätten ist etwa das Fotografieren verboten, viele Besucher nutzten bisher aber ihre Handys für Aufnahmen. (APA)

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mit dem busenartikel neben dem titel liest sich schnell,

"strenge titten im tempel. *lach*"

Komisch! Und ich dachte, Buddhisten sind supertolerant und finden alles gut.

den Buddhisten dürfte es egal sein, es handelt sich um einen hinduistischen Tempel.

Wo ist da der Unterschied? Haben die eine andere Nahrung?

Wow, was bist du denn für einer?
Buddhismus und Hinduismus sind keine Abspaltungen einer Religion, im Gegensatz zum Christentum. lol

Und ich dachte, Buddhisten sind supertolerant und finden alles gut

'
Wo haben Sie denn das her?

Pashupatinath wikipedia

"Bußgelder für turtelnde Pärchen"

jaja, immer diese turtelnde Pärchen...das wohl grösste übel der menschheit!

"Die Paare sitzen auf den Stufen, die zu den Tempeln führen" => Davon sind nur Einheimische betroffen, für die ist es eine Art "Geheimtreff" um der Kontrolle der Verwandtschaft zu entgehen. Ich bin mir letzten Oktober dort vorgekommen wie am "Knutschfelsen" in einer Teeniekomödie. Den meisten Touristen hingegen vergeht in der Nähe der Feuerbestattungsplätze die Lust auf so was, tolle Aussicht auf die Stadt hin oder her. Oder würden sie auf solche Ideen beim Krematorium Simmering kommen? ;-)
Und über das Foto- und Rauchverbot werden die im wahrsten Sinne des Wortes ansässigen Yogis auch keine Freude haben!
=> Ich denke die Zielgruppe dieser Verbote sind ausnahmsweise nicht nur die Touristen.

Das Allerheiligste darf man als nicht-hindu sowieso nicht betreten.
Bei keiner anderen Sehenswürdigkeit in nepal wird man so abgezockt, und das ist halt wieder ein Vorwand, um weiter zulangen zu können. Ein "Guide" im Tempel wollte allen Ernstes umgerechnet 20 € für sein Nicht-Wissen
Wenn das Geld wirklich dem Erhalt des tempels dienen würde, hätte ich kein Problem auch mehr als Einheimische zu zahlen (was ja sowieso standard ist in Nepal) Aber ich hab so meine Zweifel, ob das geld wirklich dafür verwendet wird.

Zum Schutz der Stätten ist etwa das Fotografieren verboten, viele Besucher nutzten bisher aber ihre Handys für Aufnahmen.

Und die meisten dieser Besucher sind Nepalesen oder Inder, die den Tempel gratis besuchen dürfen. Ausländer müssen 500 Rs bezahlen, um darum herumspazieren zu dürfen (Betreten Verboten!), aber bitte keine Photos, nicht mal von außen.

Zum Vergleich: Mein Hotelzimmer mit Dusche und WC (ich bin gerade in Kathmandu) kostet 200 Rs.

Aus meiner Erfahrung ist es ziemlich klar, daß Einheimischen garantiert nie ein Bußgeld aufgebrummt werden wird. Das ist alles nur Geldschneiderei gegen Ausländer.

Und inwieweit ein Photoverbot dem Erhalt der Stätte dient, muß mir sowieso einmal jemand erklären.

also wenn sie knausern wollen, dann sollten sie doch lieber zu Hause bleiben. es ist nämlich nicht so, dass diese länder jetzt gerade in geld schwimmen, auch wenn sich manche auslandsreisen leisten können.

ich bin immer wieder erstaunt, wie so manche "alternativ-reisende" (aka backpacker) sich als richtige cent-fuchser (zur info: 100 rs sind so ca. um 1 euro rum) entpuppen. das ist echt nicht fair diesen ländern gegenüber, und gehört eigentlich zu der Kategorie "respekt gegenüber dem reiseland" dazu

als regelmäßiger asienreisender möchte ich anmerken, dass eine derartige penetranz wie sie an manchen kulturstätten dieses kontinents herrscht, wohl in westlichen ländern nicht vorstellbar wären.
das jetzt nur mit der armut der bevölkerung zu rechtfertigen greift wohl ein wenig zu kurz. gerade in ländern, die einen großen kodex in punkto respekt gegenüber anderen haben, finde ich diese tatsache besonders befremdlich.

Also Fernreisen bzw. Reisen im allgem. nur noch für Bobos?

ich finde zb unterschiedliche Preise (besonders vom Staat) je nach Ethnic (nicht Staatsbuergerschaft), wobei dann immer die weissen mit der grossen Nase am meisten zahlen, schlecht.

also wenn sie knausern wollen, dann sollten sie doch lieber zu Hause bleiben.

Danke für den tollen Vorschlag. Wir sprechen hier über realitätsferne, nach Nationalität gestaffelte (also diskriminierende, um nicht zu sagen rassistische) Preise für Monopolgüter, und Ihnen fällt nichts Besseres ein, als ein „Zahlen Sie halt!“?

Zur Erinnerung: Nepal hat ein GDP von ungefähr 800€ pro Kopf, die Hälfte der Bevölkerung muß mit weniger als einem Euro pro Tag auskommen. Erklären Sie mir bitte, was es mit Respekt zu tun hat, wenn man mir für einen Eintritt ein Mehrtages­budget eines typischen Nepalesen abnötigt und mich danach weder in den Tempel rein noch ihn von außen photo­graphieren lassen will?

Pashupatinath ist übrigens einer der kultur­historisch bedeutendsten Tempel des ganzen Subkontinents.

Das sind doch alles nur seichte Ausflüchte, die sie da vorbringen.

Fakt ist dass sie nicht diesem pro Kopf Einkommen unterliegen, und Fakt ist dass diese Denkmäler auch Geld kosten. Die Bezahlung erfolgt einkommensabhängig, und das Einkommen wird dort halt mit der Hautfarbe assoziiert, so what. Die rassismuskeule wirkt hier ja schon richtig lächerlich.

Wenn sie den Tempel wirklich so toll fanden, wie sie ihn in ihrem Schlusssatz uns allen anpreisen (ach ja er ist wirklich toll besonders in der Regenzeit, denn da hat man ihn ganz für sich alleine ;)), dann sollte ihnen das auch die 4 - 5 Euro wert sein--> Respekt.

Fakt ist dass sie nicht diesem pro Kopf Einkommen unterliegen, und Fakt ist dass diese Denkmäler auch Geld kosten.

Ersteres stimmt (ich habe ja, solange ich reise, gar kein Einkommen) und zweiteres auch — allerdings hat gerade der Pashupatinath-Tempel die allerwenigsten Probleme mit seiner Erhaltung.

Jedenfalls habe ich für die „Hauptplatz“-Gebühren in Kathmandu, Patan und Bhaktapur mehr Verständnis als für Raubrittermethoden an einem Tempel, dem Pilger aus ganz Indien das Geld nachtragen.

Ich finde ja durchaus , daß Hautfarbe etwas mit Rassismus zu tun hat. Die Mehrheit der Rassismus­forscher auch. Müssen Sie aber nicht glauben. „Nationaler Prtoektionismus“ würde es aber in der Tat besser treffen.

zwischen "ein wenig mehr zahlen als Einheimische" und von allen als wandelnder Geldsack angesehen zu werden ist ein Unterschied. Wenn ich die Leute und ihre Kultur mit Respekt behandle, habe ich auch das recht ebenso behandelt zu werden, auch wenn ich in den Augen vieler unendlich reich bin.

Hm, also "recht" haben sie vielleicht in jesolo, aber sonst sind sie einmal gast. Einer mit viel Geld. Und sie erwarten also von einem einfachen Menschen, aus bitterarmen Verhältnissen, das er schön brav differenziert, obwohl sie das offensichtlich nicht einmal können, da sie ja vehement auf ihr touristenrecht bestehen?

und was wollen sie damit jetzt sagen? Daß sie es angenehm finden, ständig von Leuten bedrängt zu werden, die Ihnen irgendwas aufschwatzen wollen, und dafür mehrfache durchschnittliche Tageseinkommen fordern??

sie wollen es wohl nicht verstehen. wenn ich in solche länder reise, dann hab ich in jeder hinsicht eine bringschuld. sei es geld, manieren, toleranz etc. klar muss man nicht alles hinnehmen, und grad bei den händlern (welch sie ansprechen, welche jedoch im artikel und in meinem beitrag nicht erwähnt werden!?) ist handeln sogar pflicht, aber auch hier werde ich nie auf den preis runter gehen den einheimische zahlen würden. das verstehe ich unter respekt und toleranz.

aber wie gesagt, jesolo ist auch eine option, auch wenn's im freundeskreis vielleicht nicht so toll klingt aber besser ists alle mal, als ich treff sie irgenwo und muss mich "fremdschämen", weil wieder mal ein landsmann irgendwo wg. ein paar rupien einen aufstand macht ;)

Den Preis den Einheimische

zahlen werden sie ohnehin nie erreichen. Abzocke bis zu einem gewissen Grad, na gut, ist halt eine Art Touristenschicksal. Bezahle ich das Doppelte vom Preis für Einheimisch, soll sein, wird es aber das Drei- oder Vierfache dann ist Schluss. Aus welchem Grund soll z.B. der Fahrer eines Moped-Taxis an mir das 4-fach verdienen wenn er wenn er einen Einheimischen Transport ein Viertel bekommt und damit auch seine Kosten gedeckt sind.

Aber bezahl weiter deine "Bringschuld", die Einheimischen amüsieren sich könglichen über Touristen welche jeden noch so irrwitzigen Preis bezahlen.

sie armer mensch, aus lauter schlechtem gewissen über ihre reine Anwesenheit haben sie wahrscheinlich gar keine freude am reisen mehr, überall werden sie nach Strich und Faden ausgenommen und sind auch noch stolz drauf. Aber hauptsache wir sind politisch korrekt, oder?

Mir sind diese Ultraangepassten

zu Hauf begegnet welche die "besseren" Einheimischen sein wollen. Sehr zu Belustigung der Einheimischen übrigens. Da mutieren so manche zum Buddhisten auf Zeit, machen brav ihren Wai wenn sie im Bus in Bangkok an einem Geisterhäuschen verbeifahren. Den Einheimischen verbietet lediglich ihre Höflichkeit den "Tiefgläubigen" den Vogel zu zeigen.

Zu Versuchen (gelingt eh niemanden) nicht allzu oft ins Fettnäpchen zu treten, sich an die Gepflogenheiten anzupasssen ist ja alles eine Selbstverständlichkeit aber zum Einheimischen mutieren zu wollen ist lächerlich. So lächerlich wie die Sommerfrischler in Bad Ischl welche mit einer Lederhose herumlaufen und den Dialekt imitieren ist es in Sri Lanka mit einem Sarong herumzulaufen.

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