Studiengebühren: Häupl hält Darlehenssystem für "Pflanzerei"

1. Februar 2011, 14:03
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Für Studenten "unter heutigen Studienbedingungen" - Häupl nun wieder gegen Gebühren

Wien - Keine Studiengebühren und stattdessen Maßnahmen zum Abbau sozialer Barrieren: Das wünscht sich Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ), wie er am Rande seiner wöchentlichen Pressekonferenz am Dienstag erklärte. Daher lehne er auch den neuen Vorschlag von Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) ab, der als Berechnungsgrundlage 500 Euro Studiengebühren im Semester sowie einen Ausbau der Studienförderung und die Einführung von zinsbegünstigen Darlehen vorsieht: "Die De-facto-Umstellung eines Studienförderungssystems auf ein Darlehenssystem können Studenten unter den heutigen Studienbedingungen nur als Pflanzerei empfinden."

Vielmehr hat Häupl gehofft, dass "wir in Hinblick auf die soziale Lage der Studenten mit vernünftigeren Vorschlägen konfrontiert werden". Eine Alternative hätte er jedenfalls parat: Keine Studiengebühren und alle Maßnahmen insbesondere im Studienförderungsgesetz bereitzustellen, damit nicht 60 Prozent der Studenten arbeiten gehen müssten.

Häup für Stipendiensystem

Es solle keine sozialen Barrieren beim Hochschulzugang geben. Daher gelte es ein Stipendiensystem auszuarbeiten, das ermögliche, "vom dreiprozentigen Anteil von Arbeiterkindern an den Hochschulen" wegzukommen, so der Wiener Bürgermeister.

Mitte Dezember konnte sich Häupl in einem Zeitungsinterview noch Studiengebühren vorstellen. "Das kann am Ende des Tages ein Kompromiss sein, solange gewährleistet bleibt, dass ein Studium nicht zum Privileg einiger Weniger verkommt", sagte er damals.

Den neuen Vorschlag Karls lehnt Häupl aber ab. Dadurch ergebe sich nämlich eine "Verschärfung der Situation", weil "die früheren Studiengebühren, die die Universitäten durch die Republik auch ersetzt kriegen, haben in Summe etwa 140 Mio. Euro ausgemacht. Der derzeitige Vorschlag von Frau Minister Karl würde 190 Mio. ausmachen." (APA)

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    Wiens Bürgermeister Häupl ist gegen Studiengebühren und das neue Modell von Wissenschaftsministerin Karl.

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