JoWooD muss fünf Millionen für Gläubiger aufbringen

1. Februar 2011, 12:22
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Wien - Der insolvente Computerspiele-Produzent JoWooD Entertainment AG mit Sitz in Wien wird etwa fünf Millionen Euro aufbringen müssen, um die Gläubigeransprüche zu erfüllen. Diese Summe bestätigte Insolvenzverwalter Helmut Platzgummer dem "WirtschaftsBlatt". Diese Summe müsse fließen, "und zwar bald", hatte Platzgummer der "Kronen Zeitung" erklärt. Falls das Sanierungsverfahren angenommen wird, beträgt die Quote 20 Prozent, zahlbar auf zwei Jahre. Die Verbindlichkeiten des Softwareproduzenten betragen rund 20 Mio. Euro.

JoWooD selbst arbeitet dem Bericht zufolge derzeit mit allen Kräften an der Sanierung. Erst am Montag verhandelte die Unternehmensspitze mit einem potenziellen Investor. "Es waren Gespräche mit einem Unternehmen aus unserer Branche. Ein strategischer Investor wäre für uns die Ideallösung", so JoWooD-Sprecher Philipp Brock. Aktuell verhandle man mit fünf Interessenten, darunter auch Finanzinvestoren.

Viel Zeit hat JoWooD nicht, einen neuen Geldgeber zu finden: Das Insolvenzgericht hat die entscheidende Sanierungsplantagsatzung für den 7. April angesetzt. Damit bleiben noch rund zwei Monate Zeit, um einen neuen Geldgeber zu finden.

Eine erfolgreiche Fortführung des Unternehmens hat für den Masseverwalter oberste Priorität: "Ich bezweifle stark, dass im Fall einer Liquidation von JoWooD die Gläubiger 20 Prozent ihres Geldes sehen würden." Platzgummer rechnet mit keinem "Game Over": "Ich bin zuversichtlich, dass es gelingt, das Unternehmen weiterzubetreiben. Das Image von JoWooD in der Branche ist gut", sagte er zur "Krone".

Ab dem Antrag auf Sanierungsverfahren am 7. Jänner waren die JoWooD-Titel vom Börsehandel ausgesetzt. Nach der Wiederaufnahme des Handels am 11. Jänner rutsche der Aktienkurs massiv um 35,3 Prozent auf 0,597 Euro ab, Heute, Dienstag, notierten die Papiere gegen 11 Uhr mit 0,62 Euro um 5,08 Prozent über dem Vortagesschluss. (APA)

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