Wrabetz wehrt sich gegen Kritik der Grünen

1. Februar 2011, 12:26
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Die Grünen kritisieren in Offenem Brief die Einladungspolitik und orten dabei den Wunsch Grassers - ORF: Diskussionsrunde nach journalistischen Kriterien

Die Grünen kritisieren in einem "Offenen Brief" den ORF und die Einladungspolitik zur Diskussionssendung "Im Zentrum". Im Folgenden die Kritik der Grünen und der Konter des ORF im Wortlaut.

Die Grünen

"Sehr geehrter Herr Dr. Wrabetz! "Karl-Heinz Grasser - Opfer oder Täter" lautete der Titel der gestrigen ORF-Diskussion "Im Zentrum". Angesichts der Debatte der letzten Tage um die Malversationen des ehemaligen Finanzministers war die Themensetzung und die Einladung Grassers mehr als nachvollziehbar. In keiner Weise nachvollziehbar war nach journalistischen Kriterien die Entscheidung, die Aufdecker diverser Grasser-Skandale nicht einzuladen. So fern unsere Informationen stimmen, wurde diese Entscheidung auf Wunsch von Karl-Heinz Grasser getroffen.

In Ihrer Rolle als interimistischer Informationsdirektor ersuche ich Sie daher um die Beantwortung folgender Frage: "Stimmen unsere Informationen, wonach der ehemalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser seine Teilnahme an der 'Im Zentrum'-Diskussion davon abhängig gemacht hat, dass die Aufdecker nicht eingeladen werden?" Wer für Aufklärung gesorgt hat, wurde schon in der Sendung klar: Grasser beklagte sich mehrfach fast schon beleidigt über die Aktivitäten der Grünen Abgeordneten Gabriela Moser und Peter Pilz. Sie waren hauptverantwortlich für viele Aktivitäten der Staatsanwaltschaften. Die Annahme dieser Forderung ist mit Sicherheit ein inakzeptabler Verstoß gegen das ORF-Gesetz. Die weitere Vorgangsweise der Grünen wird von Ihrer Antwort abhängen. Mit freundlichen Grüßen Dieter Brosz Mediensprecher der Grünen."

Antwort von ORF-General Alexander Wrabetz:

"Sehr geehrter Herr Abgeordneter,

betreffend Ihren Offenen Brief zur gestrigen „im Zentrum"-Sendung kann ich Ihnen mitteilen, dass von der zuständigen Fachredaktion die Zusammensetzung dieser „im Zentrum"-Diskussionsrunde nach journalistischen Kriterien getroffen wurde. Von der Redaktion wurde entschieden, keine parteipolitische Runde zu wählen, sondern Karl-Heinz Grasser mit Kritikern und Experten aus verschiedenen Bereichen zu konfrontieren. Dem Objektivitätsgebot wurde auch mit diesem Konzept zweifellos entsprochen.

Alle drei Diskutanten haben sich in kritischer Form mit dem Thema auseinandergesetzt. Die von Ihnen angesprochenen Abgeordneten zum Nationalrat, Gabriela Moser und Peter Pilz, kamen in der Vergangenheit oft in Sendungen des ORF zu den Vorwürfen gegen Herrn Grasser zu Wort, ebenso zahlreiche andere Abgeordnete verschiedener Parteien. Es wird sicher in der Zukunft Gelegenheiten geben, die Causa mit Vertretern politischer Parteien zu diskutieren.

Dieses Mal war es wie gesagt nicht das Konzept der Sendung, die übrigens auf außerordentlich großes Publikumsinteresse gestoßen ist.

Den Vorwurf des Verstoßes gegen das ORF-Gesetz weise ich daher zurück." (red)

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