Tief in die Geldbörse greifen für weiblichen Nachwuchs

1. Februar 2011, 10:16
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Unterrichtsministerium kappte weitere Finanzierung, Unis und Betriebe erhöhten Beiträge: Infomesse für Schülerinnen kann heuer wie gewohnt stattfinden

Wien - Durch das finanzielle Engagement von Hochschulen und Unternehmen kann die vom Verein "Sprungbrett" organisierte Berufsorientierungsveranstaltung "FIT - Frauen in die Technik" heuer doch wieder stattfinden. Im vergangenen Jahr schien die Informationsmesse vor dem Aus zu stehen, nachdem das Unterrichtsministerium keine weitere Finanzierung in Aussicht gestellt hatte. Nun haben die beteiligten Unis, Fachhochschulen und Firmen ihre Kooperationsbeiträge verdoppelt bis verdreifacht, sodass am Montag an der Technischen Universität (TU) Wien der Startschuss zur diesjährigen Veranstaltung gegeben werden konnte.

Seit September hatten Studentinnen einer technischen Studienrichtung an insgesamt 65 Schulen in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland über die Möglichkeiten einer akademischen Ausbildung im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich informiert. Mehr als 250 interessierte Mädchen haben sich daraufhin für die viertägige Berufsorientierungsmesse FIT angemeldet, die am Montag mit einer Präsentation der beteiligten Institutionen begonnen hat.

Großer Mangel an weiblichen Studenten

Dazu zählen u.a. die TU Wien, die Uni Wien, die Universität für Bodenkultur, die Fachhochschulen Campus Wien, Technikum Wien, Burgenland und Wiener Neustadt sowie Unternehmen wie NXP Semiconductors, Verbund oder Bundesforste. Diese haben heuer tiefer in die Tasche gegriffen, um die Veranstaltung zu ermöglichen - offensichtlich, weil sie einen so großen Mangel an weiblichen Studenten und Fachkräften empfunden haben, wie eine Sprecherin von "Sprungbrett" betonte.

Am zweiten und dritten Tag der Veranstaltung können die Mädchen dann an Laborversuchen, Führungen, Exkursionen und Vorlesungen der beteiligten Institutionen teilnehmen. Am Abschlusstag stehen schließlich noch Workshops zu Studienwahl und Zukunftsplanung an.

SchülerInnen, die im Sommer Forschungsluft schnuppern wollen, sollen heuer wieder 1.000 Ferialpraktika zur Verfügung stehen. Das Infrastrukturministerium fördert diese Plätze mit je 1.000 Euro, wie es am Montag in einer Aussendung mitteilte. Ab sofort können Unternehmen und Forschungseinrichtungen bei der Forschungsförderungsgesellschaft FFG Förderanträge für Praktikumsplätze stellen. Nach den Semesterferien soll dann allen interessierten SchülerInnen wieder eine Online-Börse zur Vermittlung von Plätzen zur Verfügung gestellt werden. (APA)

  • Artikelbild
    foto: lise meitner realgymnasium wien/alexandra palka
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