Apple plant strengere Regeln für App Store

1. Februar 2011, 09:51
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Anbieter sollen E-Books und Zeitungsabos nicht über eigene Stores ausliefern dürften

Apple scheint strengere Richtlinien für sogenannte In-App-Verkäufe einführen zu wollen. Laut New York Times wurden einige Anbieter von Apple darüber in Kenntnis gesetzt, dass sie aus Apps heraus Inhalte wie E-Books nicht über eigene Stores anbieten dürften. Änderungen in diese Richtungen hatten sich bereits zuvor abgezeichnet.

Sony-App abgelehnt

So sei eine App von Sony abgelehnt worden, über die Nutzer E-Books aus dem Sony Reader Store kaufen können. Alle In-App-Käufe müssten über den App Store abgewickelt werden, teilte Steve Haber von Sonys E-Reader-Abteilung der Zeitung mit. Davon wären auch andere Anbieter wie etwa Amazon betroffen. Über die Kindle App bietet das Unternehmen E-Books aus dem eigenen Store. Apple und Amazon hätten sich zu dem Bericht nicht äußern wollen.

Zeitungsabos

Zuvor hatten bereits einige belgische und niederländische Medien berichtet, dass Apple Änderungen in diese Richtung vornehmen wolle. Berichten zufolge habe Apple mehreren Verlagen mitgeteilt, dass sie ab 1. April etwa keine Gratis-Ausgaben mehr über ihre Apps für Kunden eines Print-Abos anbieten dürften. Einzelne Ausgaben dürften sie nicht mehr über eigene Server ausliefern.

"Gegenteil von dem, was wir wollen"

Beobachter zeigen sich von dem Schritt überrascht. Apple habe zuletzt angedeutet, Verlagen und anderen Inhalte-Anbietern entgegenkommen zu wollen, die mehr Kontrolle über ihre iPad-Inhalte haben wollen. Die nun kolportierten Änderungen brächten jedoch genau das Gegenteil davon, was man sich von der Plattform erhofft habe, kritisiert Haber. Sony wolle seine E-Books auf möglichst vielen Geräten zur Verfügung stellen und nicht einzelne Stores mit Inhalten beliefern. Verlage fürchten, dass sie durch die Änderungen den Zugriff auf Kunden- bzw. Abolisten verlieren würden. Beobachter gehen auch davon aus, dass Apple bei Zeitungsabos 30 Prozent der Einnahmen einbehalten will, wie es auch bei Apps der Fall ist.

Plattformstrategie

Analysten sehen die Entscheidung vor dem Hintergrund, dass Apple seinen Fokus von einer Produkt- zu einer Plattformstrategie verlagert habe. Apple sei daran gelegen eine komplette Plattform, angefangen von der Hardware, über Software bis hin zu den Inhalten bereitzustellen. Als weiteres Mosaiksteinchen dafür soll am 2. Februar zusammen mit Rupert Murdochs News Corp die iPad-Zeitung The Daily starten. Diese Plattformstrategie sehen Beobachter einerseits als Apples große Stärke. Andererseits könnte das strenge Reglement dazu führen, dass die Plattform für Entwickler und Kunden uninteressant wird. (br/derStandard.at, 1. Februar 2011)

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    Apple will die Regeln für In-App-Käufe ändern.

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