Schwerer Hardware-Fehler bei Intels "Sandy Bridge"-Chipsätzen

1. Februar 2011, 09:06
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Mainboards müssen ausgetauscht werden - Notebooks mit der neuen CPU-Generation werden sich verzögern

Erst vor wenigen Wochen hat Intel seine neuen CPU-Generation "Sandy Bridge" der Öffentlichkeit vorgestellt, die vor allem durch erweiterte Stromsparfunktionen und die Kombination von GPU und CPU auf einem Chip glänzen kann. Nun muss der Prozessorhersteller in seiner Freude über die Meriten seiner frischen Chips allerdings einen empfindlichen Dämpfer hinnehmen. Wie das Unternehmen in einer aktuellen Mitteilung verlautbart, hat man im zugehörigen Chipsatz einen schweren Hardware-Fehler gefunden.

Probleme

So kann es bei allen bisher gefertigten Series-6-Chipsätzen ("Cougar Point") mit der Zeit zu erheblichen Problemen mit den SATA-II-Geräten kommen. Bemerkbar macht sich dies dann etwa darin, dass Festplatten oder optische Laufwerke von hohen Fehlerraten geplagt sind, oder auch gar nicht mehr erkannt werden. Die SATA-6G-Ports sind von diesem Problem hingegen unberührt.

Austausch

Der Fehler tritt laut Hersteller nur bei einem Prozent aller ausgelieferten Chipsätze auf - was auch ein stückweit erklärt, warum so ein schwerer Bug unbemerkt durch die Qualitätssicherung von Intel gelangen konnte. Da sich der Bug allerdings nur mit einer Hardwaremodifikation ausbessern lässt, müssen die betroffenen Mainboards ausgetauscht werden. Zu diesem Zweck will Intel mit den diversen Anbietern zusammenarbeiten, die Kosten für die Aktion beziffert man mit rund 700 Millionen US-Dollar.

Verzögerung

Dass die Kosten nicht höher sind, hat man allein dem Umstand zu "verdanken", dass derzeit noch vergleichsweise wenige Rechner mit Sandy-Bridge-CPUs im Umlauf sind. Vor allem gibt es bislang noch keine Laptops mit der neuen Architektur, trotzdem hat der Bug auch in diesem Bereich nachhaltige Auswirkungen: So wird sich die Auslieferung entsprechender neuer Laptop-Modelle um mehrere Wochen verzögern. Durch diese Verspätung erwartet Intel zusätzlich einen Umsatzausfall in der Höhe von rund 300 Millionen US-Dollar.

Ausblick

Auch sonst wirft der Bug Intel ein gutes Stück zurück: Fehlerbereinigte Chipsätze soll es in kleinen Stückzahlen zwar ab Ende Februar geben, die volle Produktionskapazität erwartet man allerdings erst wieder im April. Informationen dazu wie die einzelnen Mainboard-Hersteller den Tausch abwickeln wollen, gibt es derzeit noch nicht. (apo, derStandard.at 01.02.11)

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    foto: intel
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