Politikerleben

31. Jänner 2011, 18:13
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Der Fall Norbert D: Er wollte eigentlich ein ganz anderer Minister werden

Politiker in Österreich sein ist schön - denkt sich der Mann auf der Straße. Das sehr schöne Gehalt (so um die 17.000 Euro), der Dienstwagen und natürlich die Macht selbst.

Sorry, aber dieses Bild ist nicht ganz korrekt. Beim Gehalt kommt gleich einmal ordentlich Parteisteuer weg (es bleibt immer noch ein nettes Einkommen). Ein Dienstauto haben auch höhere Beamte und Manager. Freizeit und Privatleben findet am Sonntagnachmittag statt. Im Wahlkampf und sonst auch: freundlich sein müssen auch mit den seltsamsten Leuten. Den Launen der Krawallzeitungen ist man ausgeliefert. Und die Macht ...

Nehmen wir den Fall eines gewissen Norbert D. Er wollte eigentlich ein ganz anderer Minister werden (Innenminister, das wäre noch ärger geworden). Im Ressort wurde er nicht wirklich akzeptiert (ein "Zivi" als Leiter des Heeresministeriums ... pfff). Es wurde ihm auch dauernd das Budget gekürzt.

Dann hat die Krone und gleich darauf der Wiener Bürgermeister und dann der Bundeskanzler eine Superidee: Wir schaffen die Wehrpflicht ab! Vorgestern war der Minister zwar noch strikt dagegen, aber jetzt muss er dafür sein. Vielleicht aus Frust über seine passive Rolle feuert er dann einen milde aufsässigen General, und es wird nur noch schlimmer.

Mitleid ist nicht angebracht. Aber warum einer nicht ab einem gewissen Punkt sagt: Es reicht! - das fragt man sich schon. (RAU, DER STANDARD, Printausgabe, 1.2.2011)

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