Spanische Schwemme

31. Jänner 2011, 18:06
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Kicker aus dem Weltmeisterland zieht es nach Österreich

Linz/Ried - Spaniens Fußball leistet sich den Luxus, auf österreichische Legionäre zu verzichten. Die Gründe sind nachvollziehbar, man braucht sie halt nicht. Kicker aus dem Land des Weltmeisters hingegen heuern in der Bundesliga an. Herbstmeister Ried war Trendsetter, das Trio Nacho, Carril und Guillem mischt die Liga förmlich auf. In der Wintertransferzeit hat das Gegenteil von Ried, Schlusslicht LASK, zugeschlagen.

Die Linzer verpflichteten Juan Ramón Ruano Santana, Rubén Lópz und Aridane Tenesor. Die drei sollen laut Trainer Georg Zellhofer Impulse im Abstiegskampf setzen. "Sie sind charakterlich in Ordnung und haben so wie alle spanischen Profis eine Top-Ausbildung. Integrationsprobleme gibt es keine. Sie sind sofort auf die Kollegen zugegangen, keine Spur von Überheblichkeit. In einem Test bei einem halben Meter Schnee und minus acht Grad haben sie mit kurzen Leiberln gespielt und sind Vollgas gegangen."

Die Neuen kommen aus den unteren Ligen, der dritten Leistungsklasse. Zellhofer sieht darin kein Armutszeugnis für die heimische Bundesliga. "Sie haben eine Vorgeschichte. Sie hätten zwar die Qualität für die Primera Divisón, haben es aber aus diversen Gründen nicht geschafft. Oft ohne Eigenverschulden." Was noch für die Spanier spricht: Sie kosten relativ wenig Geld.

Bescheidene Gehälter

Die dezenten Lohnforderungen begründet Ried-Trainer Paul Gludovatz so: "In Spanien wird es abgesehen von den Topklubs mit der Bezahlung immer schlechter, die Spieler sehen oft monatelang keinen Cent. Bei uns haben sie ihr Geld sicher." Die Suche in Spanien ist natürlich nicht ausschließlich Vereinen aus Oberösterreich vorbehalten. Wacker Innsbruck hat bereits im Sommer Inaki Bea gekauft, dieser Spanier zählte dann zu den besten Innenverteidigern. Nun wurde Landsmann Carlos Merino verpflichtet. Rieds Nacho schätzt Leben und Fußball in Österreich. "Gutes Niveau, gute Infrastruktur, viele Fans, schönes Land." (DER STANDARD, Printausgabe, Dienstag, 1. Februar 2011, APA, hac)

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