Skylink ist "größter Bauskandal nach AKH"

31. Jänner 2011, 16:46
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Grüne urgieren neue Vorstände und Teilablöse des Aufsichtsrates - BZÖ: "Handschellen haben umgehend zu klicken"

Wien - Für die Opposition ist das Debakel um die Terminalbaustelle Skylink am Flughafen Wien-Schwechat der größte Bauskandal Österreichs nach dem AKH. Das BZÖ sieht ein "rot-schwarzes Milliardengrab". Die Grüne Abgeordnete Gabriela Moser urgiert die Einsetzung neuer Vorstände und eine Teilablöse des Aufsichtsrates.

Für die FPÖ forderte deren Luftfahrtsprecher Norbert Hofer am Montag, alle Ansprüche verantwortlicher Vorstände einzufrieren und Schadenersatz geltend zu machen. Sein Wiener Parteikollege Johan Gudenus sieht nach dem "1,1-Milliarden-Euro-Debakel" die Wiener Stadtspitze Michael Häupl und Renate Brauner "bis zum Hals im Skylink-Sumpf". Auch er will die Flughafen-Vorstände fristlos und ohne jede Abfertigung entlassen, den "hilflosen Aufsichtsrat" abberufen.

Köpferollen

Der BZÖ-Rechnungshofsprecher Gerald Grosz forderte die Behörden auf, keine Sekunde länger zu warten. "Die Handschellen haben umgehend zu klicken", forderte er, und "wir müssen uns an den Schuldigen regressieren." Auch er will die Köpfe von Vorständen und Aufsichtsräten am Flughafen rollen sehen.

Die Grünen sprechen von "Planungschaos, Kostenexplosion, fehlerhafter Wirtschaftlichkeitsrechnung, Behördenwillkür, chaotischer Bauabwicklung, parteipolitischem Vorstands-Proporz mit Unfähigkeitsgarantie", bei gleichzeitigen "astronomische Gehalts- und Boni-Steigerungen und zahlreichen Verletzungen der (Sorgfalts-)Pflicht. Das BZÖ spricht von Steuerverschwendung, "massivem Fehlverhalten des Managements bis hin zum Betrug und Untreue", in einer Aussendung äußerte er auch den Verdacht auf illegale Parteienfinanzierung.

In Wien hat der VP-Rechnungshofsprecher Hermann Gahr den Bericht über Skylink "erschütternd" genannt. Nachdem der Rechnungshof den Bericht an die Landtage von Wien und Niederösterreich geschickt habe, werde die Thematik nun auch in den dort zuständigen Ausschüssen behandelt. Darüber hinaus liege es nun an der Justiz und den zuständigen Gerichten, die strafrechtlich relevanten Tatbestände zu behandeln und aufzuklären. (APA)

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