Pflanzliche Sprengstoff-Wächter schlagen Hundenasen

31. Jänner 2011, 16:57
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Als Reaktion auf explosive Materialien verändern sie ihre Farbe

Denver - Unterschiedliche Tierarten und technische Geräte werden bereits erfolgreich zur Früherkennung explosiver Materialien eingesetzt. Nun wenden sich Wissenschafter der Colorado State University in diesem Zusammenhang auch den Pflanzen zu: Diese können nämlich nach Angaben der Forscher durch Veränderung ihres Cholorophylgehalts anzeigen, ob Sprengstoff in der Nähe ist.

Pflanzen sind hervorragende "Spürnasen", wenn es darum geht die Umgebung eines Ortes chemisch zu analysieren und Schadstoffe und Krankheitserreger aufzuspüren. Auf diesem Prinzip basiert auch die Idee der Biologen der Colorado State University, die im Wissenschaftsmagazin PLoS One veröffentlicht wurde. "Unser Ziel war es, ein möglichst einfaches System zu finden", berichtet die Forscherin June Medford. Gelungen ist das, indem sie die chemische Reaktionen der Pflanze mit ihrer Farbänderung verknüpften.

Quelle: YouTube

Sensibler als Hundenasen

Die Forscher modifizierten Pflanzen im Labor darauf, TNT - das bekannteste und am meisten verwendete Sprengmittel - wahrzunehmen. Sobald dies geschah, verloren sie einen Teil des grünen Farbstoffes Cholorphyll und wurden weißlich. Dies gelang bereits bei Sprengstoffmengen, die nur ein Hunderstel von dem betragen, die ein Spürhund zur Wahrnehmung einer Bombe benötigt, behaupten die Forscher. Woran die Wissenschafter derzeit noch tüfteln ist, wie sichergestellt werden kann, dass das Pflanzensignal deutlich und schnell genug zum Vorschein tritt, um in der Praxis von Nutzen zu sein. (red/pte)

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